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„Zweisam/Einsam“: Hannah (Julia Soyer, rechts) und Sarah (Jessica Dauser).

Zwei-Personen-Musical „Zweisam/Einsam“ im Hoftheater

Am Ende steht doch fest: „Wir brauchen keine Männer“

In der neuen Spielzeit 2019/2020 des Hoftheaters Bergkirchen stand als Gastspiel das Zwei-Personen-Musical „Zweisam/Einsam“ auf dem Programm. Ein höchst amüsanter Abend.

Bergkirchen – Die Zuschauer amüsierten sich köstlich über die Leidensfähigkeit der beiden chronischen Singles Sarah (Jessica Dauser) und Hannah (Julia Soyer), die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dementsprechend sehen sie aus und so reagieren sie auf die Widrigkeiten des Lebens.

Es ist ein unterhaltsamer Abend mit viel Musik über zwei WG-Bewohnerinnen, die Mitte 20 sind und sich wie im richtigen Leben als Studienkolleginnen aus dem Musicalstudium kennen und einen Einblick ins harte Showbusiness geben. Der umworbene Mann am Klavier und musikalische Leiter ist Stefan Delanoff in dem von Sascha Fersch geschriebenen Stück, der auch Regie führt. Die Uraufführung fand im vergangenen Frühjahr im Münchner Hofspielhaus statt.

Jessica Dauser ist dem Hoftheaterpublikum bestens bekannt in verschiedenen Rollen als Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin in noch laufenden Stücken, wie der Schlagerrevue „In der Milchbar ist was los“, „Nathan der Weise“ und „Mögliche Begegnung“. „Ich hasse Haare“, ist der erste Satz, den die brünette, in Jogginghose gekleidete Hannah auf der Bühne spricht, wenn sie mit dem Staubsauger herumwerkelt. Sie meint die blonde Lockenpracht ihrer Mitbewohnerin Sarah, die sich gerade in Schale geworfen hat für eine Verabredung mit einem aufgegabelten Verehrer.

Mit Schadenfreude reagiert die frustrierte Hannah, als das Treffen platzt. „Wir brauchen keine Männer“, ist ihr verbitterter Kommentar. „Ich lebe solide“, versichert sie und sagt: „Mein Körper und ich, wir leben getrennt“. Als der „süße Pianist“ auftaucht, zwängt sie sich in eine viel zu enge Jeans, während Sarah in ein „rattenscharfes“ Outfit schlüpft und ihren Körper „in die Waagschale“ wirft. Doch der Pianist zeigt Müdigkeit. Da hilft auch keine Schokolade. Sarah signalisiert leidenschaftlich aus dem Trude-Herr-Hit aus den 1960er Jahren: „Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann“.

Währenddessen ruft Hannah wehmütig die verlorene Liebe zu einer Frau in Erinnerung. Aber mit der Liebe, ob zu Mann oder Frau, scheint es nicht einfach zu sein, und so bleibt die Freundschaft, die beide geprägt hat. „Du warst da“, stimmen sie gemeinsam an.

Am 20. November um 20 Uhr besteht im Hoftheater noch einmal die Gelegenheit, Sarah und Hannah zu erleben, wenn sie die ungerechte Welt im Leben zweier Singles stimmungsvoll und witzig anprangern.

ink

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