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Spannend und mit großer Überzeugungskraft: Robert Gregor Kühn als Odysseus 2 und Lisa Wittemer als Verführerin. 

Hoftheater Bergkirchen

Die Odyssee als modernes Märchen

Mit der  „Geschichte der Odyssee“ hat das Hoftheater wieder ins Schwarze getroffen. Bei der Premiere gab‘s Bravorufe.

Bergkirchen – Nach einer Komödie und einem literarisch-musikalischen Spaziergang ins Berlin der 1920er Jahre hat das Hoftheater nun vor nahezu ausverkauftem Haus die Premiere der „Geschichte der Odyssee“ gefeiert.

Das Epos aus der Antike, das dem griechischen Dichter Homer zugeschrieben wird, hat Ansgar Wilk äußerst spannend, schwungvoll und mit Wortwitz als neue Fassung für die Bühne bearbeitet. Er führt Regie und wirkt als Schauspieler in drei kleineren Rollen mit. Im Bühnenbild von Ulrike Beckers und zur einfühlsamen Begleitmusik von Max I. Milian nehmen die großartigen Darsteller in dem unterhaltsamen, als modernes Märchen inszenierten Theaterstück die Zuschauer mit auf die abenteuerliche Reise des Odysseus, der zum „Spielball der launischen Götter“ wird.

Der von den Göttern gejagte König von Ithaka sehnt sich danach, nach Ende des Trojanischen Kriegs in seine Heimat zurückzukehren. Wehmütig beklagt Jürgen Füser als Odysseus 1, dass nach 20-jähriger Abwesenheit, nichts geblieben ist „von dem großen Helden“. Er möchte endlich zurück zu seiner Gattin Penelope und seinem mittlerweile erwachsenen Sohn. Doch bis die Heimkehr endlich gelingt, gilt es für ihn und seine Gefährten, noch viele Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

Diesen Teil der Geschichte übernimmt als der jüngere Odysseus 2 Robert Gregor Kühn. Er überzeugt in dieser Rolle und feiert als neues Gesicht im Hoftheater ein glänzendes Debüt. Odysseus 2 gelingt es, der Zauberin Kirke zu widerstehen, den Hades zu durchschreiten und sich von der verführerischen Kalypso zu lösen, bis er endlich bei der geglückten Ankunft in Ithaka seine überraschte Gattin Penelope wieder in die Arme schließen kann.

Die sechs starken Frauenfiguren, die in dem Stück selbstbewusst auftreten und kämpfen, stellt Lisa Wittemer mit großer Überzeugungskraft dar. Für Beifall sorgen immer wieder Jonathan Kramer und Annalena Lipp. Sie spielen die Sirtaki tanzenden Gefährten und haben flotte Sprüche drauf. Und sie wälzen sich als verzauberte Schweine am Boden und fühlen sich „sauwohl“ – genauso wie am „Ballermann“.

Kramer ist zugleich der schelmische Götterbote Hermes, dem vom ständigen Herumreisen die Füße schmerzen, er fordert ein „Grundgehalt“. Lipp bezaubert als Leukothea und Briseis. Über allen steht der mächtige, jedoch nicht unfehlbare Göttervater Zeus (Jürgen Füser) mit durchaus menschlichen Zügen, wenn er sich zum Beispiel mit moderner Technik herumschlägt, „weil auch ein Gott mit der Zukunft gehen muss“. Menschen und Götter nähern sich an.

Den Kampf ums Überleben, das Ausüben von Macht und die Übernahme von Verantwortung erzählt die „Geschichte der Odyssee“ amüsant und ernsthaft zugleich. Den Zuschauern gefiel das Eintauchen in die griechische Mythologie. Mit tosendem Beifall und Bravorufen bedankten sie sich bei den Darstellern.        INGRID KOCH

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