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Hoftheater Bergkirchen feiert erfolgreiche Premiere des Lustspiels „Das Glas Wasser“

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Tolles Liebespaar: Sarah Giebel als Abigail und Julian Brodacz als Arthur Masham vom Hoftheater Bergkirchen
Tolles Liebespaar: Sarah Giebel als Abigail und Julian Brodacz als Arthur Masham. © Ingrid Koch

Das kleine Ursachen, große Wirkungen haben können, zeigt das Theaterstück „Das Glas Wasser“ von Eugéne Scribe, welches das Hoftheater Bergkirchen mit viel Witz und Charme inszenierte. Nach der Premiere gibt es für eine Aufführung noch Karten.

Bergkirchen – Großes Theater, vereint mit Schauspielkunst: Das Hoftheater Bergkirchen hat seine zweite Premiere der Spielzeit 2022/23 gefeiert und das Publikum bestens unterhalten mit der schwungvollen Aufführung mit Tanzeinlagen und einschmeichelnder Musik des 1840 von Eugène Scribe geschriebenen und von Herbert Müller inszenierten Lustspiels „Das Glas Wasser“. Das Stück von Scribe zählt seit seiner Uraufführung 1840 in Paris zu den Klassikern und Meilensteinen des Unterhaltungstheaters.

Liebespaar und politisches Ränkespiel

Schauplatz ist der St.-James-Palast in London, Residenz der einsamen, schwachen Königin Anna (von 1702 bis 1714), gespielt von Jessica Dauser. Im Bühnenbild von Ulrike Beckers mit vier historischen Bildern an den Wänden und einem Podest, auf dem die fünf Darsteller, sitzend, stehend oder liegend agieren, spielt sich das Geschehen um ein klassisches Liebespaar und die politischen Ränkespiele und Intrigen der Zeit ab. Es handelt von Krieg und Frieden und damit von den Kriegsfolgen für das verarmte Volk – ein aktuelles Thema also, mit Momenten, die nachdenklich machen.  

Als Leitmelodie durchzieht der „Shostakowich Walz“ das Stück. Herbert Müller als der elegant gekleidete, eloquente und einflussreiche Sir Henry John, Viscount of Bolinbroke, glänzt in dieser Paraderolle, er zieht geschickt die Fäden und erklärt: „Kleine Ursachen – große Wirkungen! Das ist mein System. Ich wurde Minister, weil ich die Sarabande tanzen konnte, und ich verlor die Macht, weil ich den Schnupfen hatte.“ Fazit: Weltbewegende Ereignisse am seidenen Faden hingen oft von unbedeutenden Kleinigkeiten ab, wie im Stück einem Nasenstüber oder einem Glas Wasser.

Machtbesessen ist auch die dominante Lady Churchill, Herzogin von Marlborough, überzeugend gespielt von Janet Bens, die sich ein verbales Florettspiel mit Bolingbroke liefert, die Königin zwar „liebste Freundin“ nennt, sie aber politisch isoliert. Ihren großen Aufritt hat Janet Bems, wenn sie versucht, den etwas naiven, schmucken Arthur Masha, Fähnrich der königlichen Garde (Julian Brodacz), zu verführen und sich mit ihm unter die goldene Decke verkriecht.

Eigentlich hat der verliebte Arthur nur die schöne, aber arme Abigail (Sarah Giebel) im Sinn, die Verkäuferin in einem Juwelierladen ist, doch auch die verträumte Königin hat es auf ihn abgesehen. Wer reicht nun wem das entscheidende Glas Wasser? Aber Sir Henry hat alles im Griff.

Die Zuschauer zeigten durch ihren Applaus ihr großes Vergnügen an dem mit Witz und Charme inszenierten Lustspiel und an den vor Spielfreude sprühenden Darstellern in ihren farbenfrohen und fantasievollen Kostümen.

Es gibt noch Karten

Die nächste Vorstellung findet am Freitag, 16. Dezember, um 20 Uhr statt. Karten gibt es unter 0 81 31/32 64 00 oder mail@hoftheater-bergkirchen.de.
von Ingrid Koch

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