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Viel unterwegs: Reinhold Heiß.

Interview mit Bergkirchens Seniorenbeauftragtem Reinhold Heiß

„Unsere Gesellschaft braucht die Reifen“

Reinhold Heiß engagiert sich ehrenamtlich als Seniorenbeauftragter in der Gemeinde Bergkirchen und ist als Vorsitzender der Aktivsenioren bayernweit unterwegs. Wir haben ihn zu seinen Aufgaben befragt.

Herr Heiß, wie bringen Sie sich in der Gemeinde ein?

Als erster Vorstand eines gemeinnützigen Vereins mit über 400 Mitgliedern in ganz Bayern habe ich wahrlich keinen Mangel an ehrenamtlichen Aufgaben. Dennoch bin ich meiner unmittelbaren Heimat Bergkirchen auch in dieser Funktion eng verbunden. Da bringe ich meine unternehmerischen Erfahrungen und mein Wissen – gewissermaßen als unabhängige Stimme der kommunalen Wirtschaft – immer wieder gerne ein. Sei es im direkten Kontakt mit Ratsuchenden, Gedankenaustausch mit dem Bürgermeister oder bei Veranstaltungen.

Zum Beispiel?

Dazu gehört der Beratungsabend der Aktivsenioren zum Thema „Geschäftsmodell-Analyse“ für die Mitglieder des Gewerbeverbands Bergkirchen. Daraus haben unsere Selbstständigen, wie sie mir sagten, viel Honig gesaugt und Anregungen mit nach Hause genommen. Ich merke deutlich, dass verstärkt Kontakt zu uns gesucht wird – sowohl von Existenzgründern, als auch von etablierten, kleineren Mittelständlern. Auf diese wachsende Nachfrage reagieren wir und suchen deshalb Unternehmer und Führungskräfte im Ruhestand, die sich bei uns Aktivsenioren Bayern engagieren wollen. In Haimhausen etwa, wo die Gemeinde bei einem Projekt eng mit den Aktivsenioren zusammenarbeitet, funktioniert das schon ganz gut.

Können Sie diese Erfahrungen als Aktivsenior auch hier nutzen?

In der Tat. Wenn man auf das Wissen der Aktivsenioren aus den unterschiedlichsten Branchen und jährlich über 6000 Beratungsstunden in Bayern zugreifen kann, dann ist das schon ein wertvoller Schatz. Diese Schatztruhe und unsere Kompetenz bei betrieblichen Fragen und Problemstellungen machen wir der Wirtschaft und Gesellschaft uneigennützig zugänglich. Da gibt es die Synergieeffekte zu meinem Amt als Seniorenbeauftragter der Gemeinde Bergkirchen, wo demnächst spannende Aufgaben beim Projekt „Marktplatz der Generationen“ anstehen.

In welchem Umfang beteiligen Sie sich bayernweit?

Da wir in allen sieben bayerischen Regierungsbezirken aktiv sind, kann man als Vereinsvorstand nicht nur in München oder von Bergkirchen aus operieren. Eine solche Funktion ist mit Reisen, Managen und Netzwerken verbunden. Jüngst hatten wir auch einen sehr erfolgreichen Beratungstag in Bozen, wo wir kleineren Unternehmen aus Südtirol aufgezeigt haben, wie man in Bayern etwa Geschäfte und Märkte entwickeln kann.

Gibt es neue Projekte?

Ja. Neuerdings klopfen bayerische Landratsämter in eigener Sache bei uns an. Sie fragen nach unserer Unterstützung bei der Beratung gemeinnütziger Vereine, um dort Management, Organisation und Abläufe zu optimieren. Mit diesem Anliegen sind sie bei uns Aktivsenioren genau an der richtigen Adresse. Zu erwähnen sind natürlich auch unsere Bildungsprojekte an Mittelschulen, Hochschulen und Universitäten im Freistaat.

Und warum setzen Sie sich überhaupt ein?

Wenn Menschen in den Ruhestand gehen, nehmen sie ihr Wissen mit. Dieses Wissen ist aber viel zu wertvoll, als es ungenutzt zu vergeuden. Unsere Wirtschaft und Gesellschaft braucht die „Reifen“. Diese Aufgabe bei den Aktivsenioren ist eine verantwortungsvolle und sinnstiftende Beschäftigung im aktiven Ruhestand, macht auch noch Vergnügen und hält fit. Was mich antreibt, ist die diese Freude am Gelingen.

Das Interview führte Ingrid Koch

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