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Rektor Roland Grüttner und sein Lehrerkollegium haben sich gründlich auf den Heimunterricht vorbereitet.

Gründliche Vorbereitung

Interview mit Schulleiter Roland Grüttner zum Distanzunterricht: „Der Start verlief eigenartig“

„Der Start verlief eigenartig.“ Das sagt der Schulleiter der Grund- und Mittelschule Roland Grüttner über den Schulbeginn nach den Weihnachtsferien.

Bergkirchen – Roland Grüttner, Rektor der Grund- und Mittelschule Bergkirchen, hat sich auf Nachfrage der Heimatzeitung zum Schulstart nach den Ferien und zu den Aussichten für den weiteren Verlauf des Schuljahres geäußert.

Herr Grüttner, wie ist der Start mit dem Distanzunterricht gelungen?
Grüttner: Der Schulstart verlief etwas eigenartig, da wir ja in den Ferien durch die Pressekonferenzen unseres Ministerpräsidenten nur wussten, worauf es hinauslaufen würde, aber die Details noch offen waren. So haben wir uns vorsorglich noch in den Ferien im Grundschulkollegium getroffen, um eine Notbetreuung vorzubereiten, von der wir ja noch gar nicht wussten, wer sie in Anspruch nehmen würde. Das war dann eine der Aufgaben für das letzte Ferienwochenende: Elternabfragen und -informationen. Im gesamten Kollegium gingen dann noch etliche Nachrichten hin und her, um eine Art Etikette für Videokonferenzen zu formulieren, die wir den Schülern bei Bedarf nahebringen könnten.
Wie ging es dann weiter?
Der Montag verlief aus meiner Sicht überraschend problemlos: Die Notbetreuung konnte in drei Gruppen anlaufen und hat nun eine feste Struktur. Die Entscheidung von Gemeinde und Schule, sich in Teams einzuarbeiten, hat sich bewährt: Das System lief völlig stabil, anders als Mebis oder Big-Blue-Button oder andere. Natürlich gab es in einzelnen Fällen noch Anlaufschwierigkeiten beim Einloggen oder mit der Technik zuhause. Aber nach den Rückmeldungen seitens meiner Kolleginnen und Kollegen kamen sie mit den Kindern gut in Materialaustausch, ins Kommunizieren und ins Arbeiten sowie Lernen.
Sind Sie gut ausgestattet?
Seitens der Familien werden Leihgeräte verstärkt nachgefragt. Da ist unser Kontingent leider erschöpft, aber Neuschaffungen sind von der Gemeinde längst in Auftrag gegeben. Offensichtlich gibt es an höherer Stelle nicht nur bürokratischen Sand im Getriebe, sondern auf dem Markt auch Lieferengpässe. (Anm.d.Red.: Die Gemeinde erwartet laut Bürgermeister Robert Axtner die Zusage vom Ministerium in Kürze).
Wie sind die Aussichten?
Wie die Schüler damit klar kommen, drei Wochen lang zuhause zu lernen, muss sich zeigen. Ich kann mir vorstellen, dass es zu Ermüdungserscheinungen kommen wird, die dann auch nicht mehr von den Eltern aufgefangen werden können, die ja auch ihrerseits unter hohem Druck stehen und an die Grenze des Leistbaren gelangen. Ich kann nur hoffen, dass wir nach den drei Wochen wenigstens für die Kleinsten auf Wechselunterricht umstellen können. Von da aus ist es dann immer noch ein weiter Weg zu Wechselunterricht für alle, zu Präsenzunterricht für alle und schließlich zu normalem Unterricht ohne Abstand und Masken. Das müssen wir, fürchte ich, in Monaten zählen, nicht nur in Wochen.

Interview: Ingrid Koch

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