Startklar für das Abenteuer: Josef Hartmann (l.) und Markus Kerschreiter sammeln Spenden für einen guten Zweck. sim

Startklar für die Spendenrallye

Josef Hartmann und Markus Kerschreiter aus Bergkirchen sind bereit für das Abenteuer ihres Lebens

Abenteuerlust und ein gutes Herz: Diese beiden Dinge vereinen Josef Hartmann und Markus Kerschreiter in sich. Die Freunde aus dem Landkreis Dachau starten zur „nördlichsten Rallye des Erdballs“ und sammeln dabei noch Spenden.

Zwei Wochen am Strand liegen und nichts tun – das ist kein Urlaub für Josef Hartmann. Der Inhaber einer Autowerkstatt im Gewerbegebiet Gada will lieber zum Nordkap und die Nordlichter sehen. Doch nicht als einfacher Tourist, das wäre ja wieder nichts Herausforderndes. Als der 50-jährige Kfz-Meister im vergangenen Jahr von der Fahrt der „Chaos City Riders“ las, fasste er den Entschluss, selbst einmal eine solche Rallye mitzufahren.

Gesagt, getan. Zusammen mit seinem Kumpel Markus Kerschreiter starten die beiden „Autoidioten“, wie sich Hartmann selbst augenzwinkernd nennt, nun am 22. Februar von Hamburg aus mit ihrem BMW X5 Richtung Nordkap. 7500 Kilometer, zehn Länder, einmal um die Ostsee, durch die Balkanstaaten, Polen, Norwegen, Finnland, Schweden, Dänemark bis zum Polarkreis und zum Nordkap und dann wieder zurück nach Hamburg – in 16 Tagen muss die Tour bewältigt werden und das Team der „autoneo charity racer“, benannt der Autowerkstatt von Hartmann, wieder zurück in Hamburg sein.

Das Besondere an der ganzen Tour ist nicht nur, dass die Fahrzeuge der Teilnehmer mindestens 15 Jahre alt sein müssen und nicht mit GPS ausgestattet sein dürfen, sondern dass die Rallye für einen guten Zweck gefahren wird.

„Von fünf bis 1000 Euro“ sei alles möglich, betont der Kfz-Meister, der von einigen Kunden schon Spendengelder zugesagt bekommen hat. Dafür druckt er deren Logo auf Wunsch gerne auch auf seinen BMW. Der Erlös der Tour kommt zu gleichen Teilen dem Lions Club (speziell den Löwenkindern) und der Bürgerstiftung Bergkirchen zugute, die wiederum das gesamte Geld an das „Café vergiss mein nicht“ weiterleitet. Josef Hartmann hofft am Ende, rund 5000 Euro an Spendengeldern generiert zu haben.

Auf der „nördlichsten Rallye des Erdballs“, zumindest im Winter, wie auf der Homepage des Veranstalters zu lesen ist, muss das Team mit allem rechnen, was das Wetter so zu bieten hat. Trockene, teils mit Schlaglöchern übersäte, aber auch vereiste oder schneebedeckte Straßen stellen die beiden Autoprofis, die sich seit ihrer gemeinsamen Zeit bei BMW kennen, vor große Herausforderungen. Um für alles gewappnet zu sein, ist der X5 unter anderem mit drei Batterien, einer Standheizung und einer zusätzlichen Elektroheizung ausgestattet. Bei Temperaturen bis zu Minus 30 Grad darf „a guade Kleidung“ natürlich nicht fehlen; ebenso wenig gute Schlafsäcke, Decken und ausreichend Lebensmittel. Übernachten dürfen die Teilnehmer, wo sie wollen – vom einfachen Biwak bis zum Luxushotel ist alles erlaubt! Hartmann und Kerschreiter haben nur zwei Hotels vorgebucht, der Rest wird spontan entschieden, und zur Not kann auch im Auto übernachtet werden. Ein Serviceauto steht in Notfällen bereit, bei größeren Problemen fühlt sich Hartmann als ADAC-Mitglied ebenfalls bestens aufgehoben. Unter den Teilnehmern gibt es eine Whatsapp-Gruppe, so dass man immer weiß, was auf der Strecke gerade los ist.

So enthusiastisch Josef Hartmann selbst ist, sein Umfeld war zunächst nicht nur begeistert von der Idee, sondern eher relativ skeptisch. „Muass ma so was machen“, bekam der selbständige Kfz-Meister zu hören, als er 2019 den Entschluss fasste, bei der Charity-Fahrt mitzumachen. „Meine Eltern haben’s so aufgenommen“, erinnert sich Hartmann mit einem Schmunzeln. Auch Hartmanns Frau Sonja, die in der Firma für die Buchhaltung zuständig ist, konnte sich anfangs nicht gerade dafür erwärmen, ihren Mann 16 Tage ziehen zu lassen. „Jetzt hat sie sich damit abgefunden“, erzählt Josef Hartmann und schwärmt, dass seine Frau ihn mittlerweile sogar unterstützt. Genauso wie die elfjährige Tochter Emma, die sich schon auf den gemeinsam Wohnmobil-Urlaub mit ihrem Papa freut, den die beiden jedes Jahr gemeinsam machen.

Einen Tag vor dem offiziellen Rallye-Start treffen sich alle Teilnehmer zu einer Willkommens-Party in Hamburg und bekommen da auch ihr „Road-Book“. Darin enthalten sind diverse Aufgabenstellungen, die man auf der Tour erfüllen kann, aber nicht muss. Am Ziel muss das Buch dann wieder vorgezeigt werden. Auf Instagram und Facebook kann man die Tour von Josef Hartmann und Markus Kerschreiter täglich verfolgen.

Und wer nicht nur schauen, sondern aktiv helfen will: Alle Spenden nimmt der Lions Club Dachau entgegen. IBAN 89 7005 1540 0090 4761 44 bei der Sparkasse Dachau. Verwendungszweck: „Spendenrallye zum Nordkap“. Der Lions Club leitet das Geld dann an die jeweiligen Empfänger weiter. Simone Wester

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