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Was das THW anpackt, das hat Hand und Fuß: Der Schiffscontainer wurde von Günding nach Dachau gebracht.

Josef-Kiening-Stiftung: THW holt Spende aus Günding

Ein Schiffscontainer für das Tierheim

Es gibt viele bekannte Stiftungen, aber noch mehr, die im Verborgenen Gutes tun. So eine ist die Josef-Kiener-Stiftung. In den vergangenen Jahren hat sie nach eigenen Angaben knapp 300 000 Euro ausgeschüttet. Jetzt war einer der seltenen Fälle, wo ihr Wirken sichtbar wurde – nicht zuletzt dank eines THW-Einsatzes.

Gündig/Dachau – Eng ging es her, und Maßarbeit war gefragt, aber die THW-Helfer finden immer eine Lösung. Die Aufgabe bestand darin, einen Seecontainer, der seit den 1990er Jahren nicht mehr bewegt worden war, auf Wunsch der Josef-Kiener-Stiftung aus dem hinteren Teil eines Areals gegenüber der Gündinger Unterkunft in der Neufeldstraße auf den Parkplatz zu schaffen.

Dort wurde er von Mitarbeitern der Maschinentransportfirma Wimmer übernommen, um ihn zum Tierheim nach Dachau zu transportieren. Hier galt es, den Container (12,30 Meter lang, 2,50 Meter breit und drei Meter hoch) mit dem THW-Kran über den Zaun zu hieven.

Den exakten Ablauf der Aktion hatte Helmut Rez, Stiftungsvorstad der Josef-Kiener-Stiftung, die ihren Sitz in Dachau hat, ausgearbeitet, um drei gemeinnützige Einrichtungen einzubeziehen und dabei den kostenlosen Transport durch die Firma Wimmer zu nutzen.

THW-Zugführer Marco Illmann sagte abschließend: „Die Aktion verlief im Großen und Ganzen wie geplant, sicherlich kommt das eine oder andere immer unerwartet. So mussten wir zum Beispiel an der Unterseite des Containers vor dem Verladen auf den Tieflader noch überstehende Metallteile mit dem Trennschleifer entfernen. Aber es war nichts, was uns großes Kopfzerbrechen bereitet hat. Die besondere Herausforderung bei dieser Aktion war die Größe, Gewicht des Containers und die beengten Platzverhältnisse. Es musste während der Arbeiten auf Gebäude, Dächer, Bäume und Stromleitungen geachtet werden. Größer hätte der Container nicht sein dürfen“.

Erleichtert und tief beindruckt zeigte sich auch Helmut Rez: Es sei ein Zeugnis dafür gewesen, „was ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement auf die Beine stellen kann.“

Einmalig sei die Aktion wohl für alle Beteiligten, die Ehrenamtlichen vom THW Dachau, die Firma Wimmer Maschinentransporte in Sulzemoos, die Mann und Maschine unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat, als auch für das Tierheim Dachau und für die Josef-Kiener-Stiftung.

Bei Dankesworten sollte es nicht bleiben und so lud Rez alle Beteiligten der Aktion zum abschließenden gemeinsamen Essen in die THW-Unterkunft ein. Auch wenn die Arbeitsleistung der rund zehn THW-Helfer ehrenamtlich erbracht worden sei, will sich die Stiftung als Erstattung für die Sachkosten durch eine Sachspende in Form von Gerätschaften für den First-Responder-Dienst erkenntlich zeigen.

Anfang der 1990er Jahre errichtete der Dachauer Speditionsunternehmer Josef Kiener einen freistehenden Gebäudekomplex mit Großraum- und Einzelbüros, Lagerhallen, Garagen und einzelnen Wohnungen auf dem Anwesen im Gewerbepark Günding. Die Fertigstellung war 1996.

Damit hatte Josef Kiener endlich Raum, um einer seiner Leidenschaften nachzugehen: alte Traktoren und Zugmaschinen, zum Teil aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, zu sammeln, sie zu reparieren und zu pflegen – und sie selbst zu fahren. In einer großen Halle des Gebäudes konnte er sie nun unterstellen. Und in einem Schiffscontainer, den er am Parkplatz des Anwesens platzieren lässt, hatte er genügend Raum, um Ersatzteile und Reifen zu lagern, Werkzeuge, Schmieröle, Lacke usw.

Im August 2007 starb Josef Kiener an einem langwierigen Herzleiden. Angesichts seines nahenden Todes hat er die später nach ihm benannte gemeinnützige Stiftung auf den Weg gebracht. Vor dem Hintergrund eigener biographischer Erfahrungen war es ihm ein Anliegen, jene zu bedenken, die unverschuldet in Bedrängnis geraten sind: krebskranke Kinder, pflegebedürftige Menschen, Tiere in Heimen. In diesem Sinne verfügte er in seinem Testament die Errichtung einer Stiftung als Alleinerbin seines Vermögens. Weitere Infos unter: www.josef-kiener-stiftung.de.

ink

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