Zwei Männer
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Bergkirchens Kämmerer Alto Weigl (l.) und Bürgermeister Robert Axtner geben einen Finanzüberblick.

Solide Lage trotz Krise

Bergkirchens Kämmerer und Bürgermeister sprechen über die Gemeindefinanzen

Die Gemeinde Bergkirchen ist finanziell besser aufgestellt, als gedacht. Kämmerer Alto Weigl und Bürgermeister Robert Axtner stehen im Interview Antwort.

Bergkirchen – Es läuft besser als gedacht: Zum derzeitigen Steueraufkommen in der Corona-Krise geben Bergkirchens Kämmerer Alto Weigl und Bürgermeister Robert Axtner im Interview Antwort.

Herr Weigl, wie fließen die Steuern, und können Sie an den geplanten Investitionen festhalten?
Alto Weigl: Die aktuelle finanzielle Situation der Gemeinde Bergkirchen ist trotz der Corona-Krise als solide einzuordnen; obwohl im Frühjahr und im Sommer erhebliche Einbrüche bei den Steuereinnahmen zu verzeichnen waren, konnte dieser Einbruch im weiteren Jahresverlauf weitgehend kompensiert werden. Die Gemeinde geht nun davon aus, dass die ursprünglich angedachten Haushaltsansätze im Jahr 2020 zwar nicht im vollen Umfang, aber zumindest annähernd erreicht werden können. So kann die Gemeinde alle geplanten (Bau-) Maßnahmen umsetzen bzw. die im Vorjahr begonnenen Maßnahmen fortführen.
Wie sehen Sie die Lage für 2021?
Alto Weigl: Indes sieht die Zukunft weitaus weniger rosig aus: Vielmehr ist auch im kommenden Jahr aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen wirtschaftlichen Flaute mit teils erheblichen Einnahmerückgängen zu rechnen. Die etwas besseren Ergebnisse in diesem Jahr dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass uns die Pandemie unverändert im Griff hat. Dies gilt im besonderen Maße für die bevorstehenden Wintermonate, sodass die weitere finanzielle Entwicklung vor allem mit dem aktuellen und künftigen Infektionsgeschehen zusammen hängt. Die Gemeinde Bergkirchen rechnet vor diesem Hintergrund mit weitaus weniger Einnahmen in 2021 als im laufenden Jahr. Dies hängt zum einem mit den bestehenden Unsicherheiten durch staatliche verordnete Beschränkungen als auch mit der Erstellung von Steuererklärungen für 2020, die dann die tatsächliche Steuerlast für den jeweiligen Steuerzahler zutage bringen, zusammen. Auch aktuell werden seit Kurzem wieder Steuervorauszahlungsleistungen durch Steuerpflichtige gekürzt oder sogar komplett eingestellt. Letztlich geht die Gemeindeverwaltung von Auswirkungen auf den gemeindlichen Haushalt bis einschließlich zum Jahr 2022 aus. Deshalb ist es wichtig, unverändert auf Sicht zu fahren und jedwede Ausgaben abzuwägen, um letztlich flexibel auf unerfreuliche Entwicklungen reagieren zu können.
Robert Axtner: Auch wenn künftige Finanzierungsspielräume nicht mehr im bisherigen Umfang bestehen und die zu erwartenden Einnahmen geringer ausfallen werden, wird sich die Gemeinde Bergkirchen den Herausforderungen stellen und dennoch verhalten optimistisch in die Zukunft blicken. Die Gemeinde hatte bislang eine sehr solide Haushaltspolitik verfolgt und verfügt nunmehr über eine ausreichende Finanzkraft. Die Fortsetzung der bisherigen Stabilität und Kontinuität bei der kommunalen Aufgabenerfüllung ist somit gewährleistet.

Das Gespräch führte: Ingrid Koch

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