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Der Teufel, steckt im Detail: Ansgar Wilk, Helena Schneider und Herbert Müller (v.l.).

„Fast Faust“ im Hoftheater Bergkirchen

Monumentales im Kleinformat

Bergkikrchen - Im Bergkirchner Hoftheater kann man derzeit den „Faust“ einmal anders erleben. Es ist ein großer Spaß auf kleiner Bühne, der auch dem Dichterfürsten Goethe gefallen hätte.

Der Titel „Fast Faust“ deutet schon an, dass es sich in dem Stück des Dramatikers Albert Frank um eine eher leicht verständliche Version des monumentalen Goethe-Klassikers handelt. Mit dem turbulenten Theaterstück, das Ulrike Beckers heiter und leicht inszeniert hat, feierte das Hoftheater Bergkirchen am Freitag die letzte Premiere des Jahres.

Im Vordergrund steht der spielerische Charakter der Tragödie um das Gretchen. Herbert Müller als Johann Wolfgang und Ansgar Wilk als Heinrich Johann führen im Schnelldurchlauf in 90 Minuten durch das Geschehen zwischen Klassik und Komik und vollbringen einen wahren Kraftakt, in dem sie blitzschnell ständig ihre Rollen wechseln.

Denn anders ist Goethes berühmtes Stück unter diesen Umständen nicht zu bewältigen. Der Herr Theaterdirektor (Herbert Müller) und sein erster Held (Ansgar Wilk) müssen improvisieren. 57 Rollen müssen die beiden mithilfe von Souffleuse Lieschen (Helena Schneider), die für die in der S-Bahn stecken gebliebene Schauspielerin Johanna einspringt, ausfüllen. Und der erste Held ist auch noch zugleich Spielleiter, Requisiteur, Chor und Ballett des Ensembles.

Frau Sybille vom Ton- und Lichtpult (Gudrun Wilk) bietet ebenfalls unüberhörbar ihre Dienste an. Und ohne die Regieanweisungen von Frau Marthe (Ulrike Beckers) läuft gar nichts in diesem „seriösen Theater“, das Einblick in das schauspielerische Handwerk gewährt.

„Für den Faust ist man nie zu alt“, sagt Johann Wolfgang. Er verleiht ihm viele Gesichter, ist Verführer und mit dem Teufel im Bunde. Ansgar Wilk ist Pudel und Mephisto, aber vor allem in der Paraderolle des liebreizenden Gretchens mit der blonden Perücke und den langen Zöpfen kann er zeigen, wie viel Vergnügen er selber an seinem Auftritt hat.

In der Kerkerszene allerdings muss er sich in die Rolle des dem Wahnsinn verfallenen Gretchens hineinversetzen, das ihr Kind ertränkt hat. Und dann rückt Helena Schneider zum Schluss noch einmal in den Vordergrund, wenn sie das vertonte Goethe-Gedicht „Meine Ruh ist hin, mein Herz ist schwer“ anstimmt – in einer Schlagerversion nach den Vorgaben von Max I. Milian, der zuständig für Bühnenmusik und Sound ist.

Die Premierengäste, die in den Spielverlauf mit einbezogen waren, hatten vom ersten Moment Heidenspaß an der tempo- und fantasiereichen Inszenierung dieser außergewöhnlichen, konzentrierten Fassung eines Klassikers der Weltliteratur.

Die Vorstellungen an Silvester sind ausverkauft. Zu sehen ist das Stück wieder Freitag, 6., und Samstag, 28. Januar, jeweils um 20 Uhr.

Karten unter 08131/326400 oder mail@hoftheater-

bergkirchen.de

Ingrid Koch

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