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In pakistanischer Festtracht vor dem Dachauer Rathaus: Bianca Berger (rotes Kleid) und Abdul Rehman (mit Kopfbedeckung) samt Eltern Gerlinde und Johann Berger sowie den Schwestern Stefanie (links) und Sandra mit Freund Daniel nach der Trauung.

Abdul und Bianca endlich glücklich

Nach endlosem Behördenkrieg: Bayerisch-Pakistanische Liebe mit Traumhochzeit gekrönt 

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Die Behörden haben Bianca und Abdul aus Pakistan auf ihrem Weg zum Ehepaar nicht aufhalten können. Was mit einem nervenaufreibenden Papierkrieg begann, endete nun in einer Traumhochzeit.

Abdul Rehman ist 2015, im Jahr der größen Flüchtlingswelle, nach Deutschland gekommen. In Karlsfeld fand er zunächst eine Bleibe. Ein Jahr später kam er via Facebook mit Bianca Berger aus Felgeding in Kontakt. „Er hat mir von seiner Kultur, seiner Familie und wie er nach Deutschland gekommen ist, berichtet“, so die 21-jährige Erzieherin. „Nach vielen Wochen haben wir uns immer wieder getroffen, bis wir schließlich zusammengekommen sind und er meine ganze Familie kennengelernt hat.“

Traumhochzeit: Bayern und Pakistan vereint

Dies ist der Beginn einer Liebesgeschichte, die im Mai 2019 in einer traumhaft schönen Hochzeit ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden hat. Doch bis die beiden Liebenden sich das Ja-Wort geben konnten, lag ein einhalb Jahre lang dauernder Papierkrieg „mit langen Kämpfen“ hinter ihnen, so Bianca Berger – mit den Behörden in Pakistan, aber vor allem in Deutschland.

Große Liebe zwischen Abdul und Bianca: Traumhochzeit in Bergkirchen

Bianca und Abdul beschlossen im Januar 2018, den Bund der Ehe vor dem Standesamt in Karlsfeld zu schließen – und die „langen Kämpfe“, wie Bianca Berger sagt, begannen. Sicherlich gibt es aus Sicht der zuständigen Staatsstellen bei einer Hochzeit einer Deutschen mit einem Asylsuchenden aus Pakistan vieles zu beachten. Dokumente müssen übersetzt und überprüft werden, Telefonate müssen geführt, E-Mails gesendet und Entscheidungen getroffen werden.

Aber: „Es hat alles sehr lange gedauert. Es ist uns nur wenig mitgeteilt worden. Wir mussten alles selbst in die Hand nehmen und immer wieder nachfragen“, so Bianca Berger. Vor allem die Zusammenarbeit der Behörden innerhalb Deutschlands sei miserabel gewesen. Erst im April 2019 erfolgte die Erlösung: Die beiden hatten alle erforderlichen Dokumente erhalten.

Behördenkrieg mit Happy End: Traumhochzeit zwischen Abdul und Bianca

Die Hochzeit am 28. Mai war ein „unglaublicher und unvergesslicher Tag“, wie die junge Braut sagt. Die Trauung fand in Dachau statt, da der Bräutigam inzwischen in die Kreisstadt gezogen war. Und dann klappte es auch noch mit den Amtsdienern, denn „wir trafen in Dachau auf die netteste Frau, die wir auf allen Ämtern kennengelernt haben“, so Bianca Berger – nämlich auf die Standesbeamtin Karin Förg, die das Paar traute. Was die Frischvermählten freute: OB Florian Hartmann schaute vorbei und wünschte alles Gute.

Bayerisch-Pakistanische Liebe: Ein fröhliches, buntes Fest

Die Zeremonie geriet zu einem fröhlichen, bunten Fest. Auf Wunsch der Braut trugen die Hochzeitsgäste traditionelle pakistanische Kleidung. Ein Ständchen samt Hochzeitswalzer spielten die Amper-Musikanten Bergkirchen, denn Bianca Berger ist wie ihre Schwester Sandra langjähriges Orchestermitglied. „Nach der Trauung gratulierten uns außer der Familie Freunde und ein Teil von meiner Kindergruppe aus dem Regenbogen-Kinderhaus Bergkirchen mit Eltern, Erzieherinnen und der Leiterin Iris Hille-Lüke.“

Nach Traumhochzeit: Reisen nach Pakistan - aber Leben in Deutschland

Bianca Berger wird ab 1. September fest als Erzieherin im Regenbogen-Kinderhaus arbeiten. Abdul Rehman arbeitet im Lager einer Firma im Gada-Gewerbegebiet. „Wir werden bestimmt irgendwann einmal nach Pakistan reisen, da seine ganze Familie dort lebt und er sie sehr gerne wiedersehen würde. Außerdem würde mich interessieren, wo seine Wurzeln liegen. Jedoch nur für ein paar Wochen, denn unser Leben findet in Deutschland statt“, erklärt Bianca Berger.

Endgültig in Deutschland angekommen ist Ehemann Abdul, der die Sprache mittlerweile passabel spricht. Während all der Schwierigkeiten mit den Behörden hatte er einmal gesagt: „Wenn Gott will, dass wir heiraten, dann wird das so sein!“ Offensichtlich hat Gott seinen Einfluss bei den Behörden geltend gemacht. Ingrid Koch/Thomas Zimmerly

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