Einige Hühner und Enten hat der Nachbarshund auf dem Gewissen. Hans Feldhusen beklagte erst vergangene Woche den Verlust dieses Federviehs. Foto: habschied
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Einige Hühner und Enten hat der Nachbarshund auf dem Gewissen. Hans Feldhusen beklagte erst vergangene Woche den Verlust dieses Federviehs. Foto: habschied

Hans Feldhusen bangt seit Jahren um seine Hühner und Enten

Nachbarshund tötet Federvieh

Hans Feldhusen bangt seit Jahren um seine Hühner und Enten, weil der Nachbarshund in seinen Garten kommt.

Eisolzried – Hans Feldhusen ist verzweifelt, denn vergangene Woche sei er wieder in seinen Garten eingedrungen und habe zugebissen: der Hund des Nachbarn. Der 90-jährige Diplom-Ingenieur und Architekt aus Eisolzried setzte sich daraufhin an den Schreibtisch und verfasste einen Brief an seinen Nachbarn, einem Jäger. Darin schreibt Feldhusen: „Er ist zum wiederholten Male über die Zäune gesprungen und hat auf unserem Teich zwei Laufenten getötet. Anschließend ist Ihr Hund in unsere Voliere eingebrochen und hat dort die zwei besten Legehennen getötet.“

Feldhusen und sein Nachbar wohnen in idyllischer Lage im Bergkircher Ortsteil Eisolzried. Feldhusens Grundstück etwa umfasst 2500 Quadratmeter. Dort hält er gut 20 Hühner, Enten und Gänse. Er und seine Frau Yücel erfreuen sich am munteren Federvieh. Alles könnte so schön sein, wäre da nicht der Deutsch-Drahthaar seines Nachbarn. Laut der Internetplattform „mein-haustier.de“ handele es sich dabei um eine der beliebtesten Hunderassen der Deutschen. „Er zählt zu den besten Jagdhunden, ist aber auch ein gutmütiger Familienhund“, so die Plattform weiter. Laut Feldhusen wildere der Deutsch-Drahthaar des Mannes von nebenan allerdings seit Jahren in seinem Garten und habe einige Tiere auf dem Gewissen.

Feldhusen möchte nun, dass der Nachbar seine Tiere „mit gleicher Art“ ersetzt. Aber im Grunde geht es dem 90-Jährigen um etwas anderes. „Ich möchte keine Polizei oder einen Rechtsanwalt einschalten. Mir geht es nur um gute Nachbarschaft und vor allem: dass das endlich aufhört“, sagt er. „Die emotionale Belastung ist für uns unerträglich!“ Und: Mittlerweile fühlten sich seine Frau und er vom Hund bedroht.

Der Hundebesitzer möchte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Sehr wohl aber die Gemeinde Bergkirchen. Sie ist laut des Gesetzes über das Landesstrafrecht und das Verordnungsrecht auf dem Gebiet der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (LStVG) zuständig. Insofern müsse die Kommune tätig werden, wenn ein Hund ein anderes Tier töte, so Verwaltungsleiter Siegfried Ketterl.

Das weitere Vorgehen in diesem Fall sei klar: „Wir informieren den Hundehalter, und dieser hat dann drei Wochen Zeit, sich zu äußern.“ Danach gehe die Gemeinde nach „pflichtgemäßem Ermessen“ vor. Ketterl: „99 Prozent der Hundebesitzer sind einsichtig.“ Wenn nicht, dann gebe es über die bereits gemeindeintern geltende Anleinpflicht für Hunde außerhalb des Hauses die Möglichkeit, den Hundehalter zu verpflichten, seinen Vierbeiner auch im Garten anzuleinen oder im Garten nur unter Aufsicht frei laufen zu lassen.

Im Fall Feldhusen gegen den Nachbarn ist Ketterl „zuversichtlich, dass sich eine Lösung finden wird“. Hans Feldhusen wiederum erwartet eine Antwort von seinem Nachbarn, ansonsten werde er tun, was er vermeiden wollte: rechtliche Schritte einlegen.

Thomas Zimmerly

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