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Bald „Diakon im Zivilberuf“: Michael Koch.

Michael Koch aus Bergkirchen wird zu Diakon geweiht – Ingenieur will Kluft verkleinern

Naturwissenschaftler und Theologe

Michael Koch aus Bergkirchgen wird am 2. Oktober in München im Liebfrauendom von Kardinal Reinhard Marx zum Diakon geweiht und am 3. Oktober in der Pfarrkirche St. Johann Baptist im Festgottesdienst um 10.15 Uhr die Predigt halten. Um 18 Uhr findet dann in St. Michael in Schwabhausen die feierliche Dankandacht statt.

VON INGRID KOCH

Bergkirchen - Damit wird Michael Koch „einer von uns“, wie es vom Pastoralteam des Pfarrverbands Bergkirchen-Schwabhausen heißt, in dem er als „Diakon im Zivilberuf“ tätig sein wird. Nach Jahren der Vorbereitung mit Theologiestudium, praktischen Einsätzen sowie einem Pastoralkurs im Pfarrverband St. Jakob in Dachau beginnt für den 55-jährigen Ingenieur ein neuer Lebensabschnitt.

Die Dachauer Nachrichten haben ihm dazu einige Fragen gestellt.

Herr Koch, was hat Sie bewogen, Diakon zu werden?

Michael Koch: Dieser Weg war ein langer Prozess, der mit dem Bibellesen begann. Im Laufe der Jahre hat sich mein Interesse an der Theologie und an den Fragen des Glaubens weiterentwickelt. Mit der Papstwahl im Jahr 2005 war ich natürlich neugierig auf den deutschen Papst aus Bayern.
   Ich ließ mich auch von dem damaligen Hype „Wir sind Papst“ anstecken und habe mich in die Schriften und in die Bücher des Theologieprofessors Joseph Ratzinger eingelesen. Die Gelehrsamkeit und die tiefe Spiritualität des Papstes (Emeritus) haben mich beeindruckt und bis zum heutigen Tag geprägt.

Wie haben Sie es geschafft, neben Ihrer hauptberuflichen Tätigkeit als Ingenieur das Studium und die praktische Ausbildung zum Diakon in Einklang zu bringen?

Ich habe ja nicht von Null an begonnen und interessiere mich seit längerer Zeit für die biblischen Texte und für die Fragen des Glaubens. Es verlangt jedoch schon eine große Disziplin und vor allem eine strukturierte Planung, um die Ausbildung im Alltag unterzubringen. Das Interesse an der Theologie und vor allem die Vertiefung des Glaubens stellen einen reichen Schatz fürs Leben dar, da der Glaube gerade in schwierigen Lebenssituationen Halt und Sicherheit gibt.

Wer hat Sie auf Ihrem Weg unterstützt?

Meine Familie hat mir den Rücken freigehalten, um die erforderlichen Freiräume zu schaffen. Darüber hinaus wurde ich von Pfarrer Albert Hack und Diakon Hans Steiner aus meinem Heimat-Pfarrverband gefördert und durch die Ausbildung begleitet. Ich konnte mich immer wieder zu den Fragen des Glaubens mit beiden hervorragend austauschen und somit tiefer einsteigen.

Welche Aufgaben kommen auf Sie als Diakon im Zivilberuf zu?

Ich werde vermutlich nicht alle Bereiche abdecken können. Mein Dienst wird vor allem am Wochenende in den Eucharistiefeiern, Wortgottesfeiern, Taufen und Trauungen stattfinden. Jedoch werde ich auch versuchen, Besuchsdienste bei kranken oder älteren Menschen wahrzunehmen und mich in der Behindertenbegleitung einsetzen, für die der Diakon ja in besonderer Weise Sorge trägt und die mir auch viel Freude bereitet. Darüber hinaus ist es mir ein großes Anliegen, einen kleinen Beitrag leisten zu können, um die Kluft zwischen den Naturwissenschaften und der Theologie wieder ein wenig kleiner gestalten zu können, was leider in den letzten zwei Jahrhunderten durch viel Polemik und viele Missverständnisse nicht der Fall war.

Ich hoffe, mit meiner naturwissenschaftlichen Ausbildung als Ingenieur und mit meinen theologischen Kenntnissen eine gute Basis dafür zu haben, denn im Alltag werde ich bereits heute zu diesem Thema sehr häufig angesprochen. Man sollte sich in Erinnerung rufen, dass viele Entdeckungen und Erfindungen von Menschen mit naturwissenschaftlichen und theologischen Kenntnissen gemacht wurden. Ein berühmtes Beispiel hierfür ist die Urknalltheorie, die von dem katholischen Priester und Astrophysiker Georges Lemaitre entwickelt wurde. Interessanterweise wurde diese Theorie von dem berühmten Physiker Albert Einstein zunächst abgelehnt, da er noch von einem statischen und nicht wie Lemaitre von einem expandierenden Universum ausging.

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