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In Champagnerlaune (v.l.):  Lucia Feneberg, Stephanie Eineder, Janet Bens, Frits Kamp und Ansgar Wilk. 

Premiere

Der Walzerkönig hätte seinen Spaß

Operettenpremiere beim Hoftheater Bergkirchen: Das Ensemble aus dem Landkreis spielt „Die Fledermaus“ - und liegt damit wieder einmal goldrichtig.

VON INGRID KOCH

Bergkirchen – Die Königin der Operetten, „Die Fledermaus“ von Carl Haffner und Richard Genée mit der Musik des Walzerkönigs Johann Strauß, hat das Hoftheater Bergkirchen auf die Bühne gebracht und das Premierenpublikum in Champagnerlaune versetzt.   

Die musikalische Leitung in dieser eigens von Herbert Müller für das Hoftheater geschriebenen Bearbeitung hat Petra Morper, die als Pianistin virtuos begleitet. In dem raffinierten, aufwändigen Bühnenbild von Ulrike Beckers ist das Kunststück gelungen, große Operette auf engem Raum mit zwölf Mitwirkenden spritzig und witzig zu inszenieren.

„Die Fledermaus“ ist neben dem „Zigeunerbaron“ und „Eine Nacht in Venedig“ eine der drei berühmtesten Strauß-Operetten, die regelmäßig auch an großen internationalen Opernhäusern gespielt werden. Denn die komische Operette aus dem Jahr 1874 hat außer der zündenden Musik und den Ohrwürmern und der Komik viel zu bieten: „All die lieblichen Fraun“, die der niederländische Bass Frits Kamp (Gefängnisdirektor Frank) als Gast besingt. Das sind die entzückenden Tänzerinnen und die brillanten Sängerinnen.

Ein leidenschaftlicher Tenor betört die Herzen der Damen, und die eleganten Herren, „die charmanten Nichtstuer“, genießen das Leben. Die Hauptrollen der Operette sind aus dem eigenen Ensemble hervorragend besetzt: Rosalinde wird von der Sopranistin Janet Bens gesungen, ihren ungetreuen Ehegatten Eisenstein, eigentlich eine Sängerrolle, spielt der erste Schauspieler des Hauses, Ansgar Wilk. Mit von der Partie sind Tenor Tobias Zeitz als Liebhaber Alfred, der Schauspieler Stephan Roth als Dr. Falke und Annette Thomas als Dienerin Felicitá. Die Choreographie der Tänze stammt von Annalena Lipp, die als Ida zusammen mit Faustine (Janina Prudenz) und Melanie (Lucia Feneberg) auch auf der Bühne mitwirkt. Regieassistentin ist Verena Konietsche.

Die Verwechslungskomödie kommt richtig in Schwung auf dem Ball im Cabaret Fledermaus beim Prinzen Orlofsky. Den freizügigen Prinzen spielt und singt als Gast im Hoftheater die Mezzosopranistin Stephanie Eineder, eine strahlende Erscheinung im sexy Outfit mit toller Stimme. „Ich lade gern mir Gäste ein“, singt sie und preist den „Kommunismus der Liebe“. Die bezaubernde Adele, das Stubenmädchen bei Eisenstein, taucht als „Künstlerin Olga“ auf. In dieser Rolle feiert Maria Sintow-Behrends ihr Debüt in Bergkirchen und beeindruckt mit ihrer glockenhellen Stimme.

Als temperamentvoller ungarischer Baron Zsupan ist Tobias Zeitz nicht mehr zu stoppen. Mitgebracht hat er eine geheimnisvolle ungarische Gräfin (Janet Bens), die bei ihrem Auftritt mit „Klänge der Heimat“ vor Feuer nur so sprüht. Hinter der Maske verbirgt sich Rosalinde, um ihren treulosen Gatten auf die Spur zu kommen. Mit dem gemeinsam gesungenen „Uhrenduett“ löst sich die Spannung. Der Champagner fließt in Strömen. Doch nach der durchzechten Nacht folgt erst einmal die Ernüchterung. Im dritten Akt gehört die Bühne zunächst Herbert Müller, der in der berühmten Komiker-Rolle des angeheiterten Gerichtsdieners Frosch torkelt und tobt, aber „nicht von Sinnen ist“, sondern „aus Palsweis“.

Schließlich liegen sich alle wieder in den Armen, denn: „Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist“. Die Zuschauer bedankten sich mit Riesenapplaus für das vergnügliche Eintauchen in Wiener Operettenseligkeit mit hohem künstlerischen Anspruch.

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