Ohne Solschwellen trocknen die mühsam geschaffenen Gewässer im Palsweiser Moos aus. Unbekannten Vandalen scheint dies aber egal zu sein.
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Ohne Solschwellen trocknen die mühsam geschaffenen Gewässer im Palsweiser Moos aus. Unbekannten Vandalen scheint dies aber egal zu sein.

Vandalismus

Serie mutwilliger Zerstörungen im Palsweiser Moos

  • Thomas Zimmerly
    vonThomas Zimmerly
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Im Palsweiser Moos haben Vandalen einiges an Schaden angerichtet. Sie haben die Solschwellen an den geschaffenen Gewässern mutwillig zerstört. 

  • Vandalen haben im Palsweiser Moos einiges an Schaden angerichtet. 
  • Die Solschwellen an den Gewässern wurden von ihnen zerstört.
  • Doch ohne diese Solschwellen trocknen die Gewässer aus. 

Palsweis – Das Palsweiser Moos ist ein „einzigartiges Juwel“, sagt Dr. Roderich Zauscher, Vorsitzender des Bund Naturschutz im Landkreis Dachau. Seit sieben Jahren baut der BN mithilfe der Gemeinde Bergkirchen sowie Geldern der Regierung von Oberbayern dieses letzte aller sogenannten Niedermoore, die man im Bereich der Münchner Schotterebene noch renaturieren könnte, mit viel Herzblut aus (wir berichteten). Doch seit geraumer Zeit gibt es Unbekannte, die die Arbeit der Naturschützer sabotieren. Am 12. April etwa wurden Solschwellen mutwillig zerstört – nicht der erste Fall.

Die „verrückten, bösartigen Vandalen“, wie Zauscher sie nennt, rissen die Solschwellen, das sind Aufschüttungen aus Steinen, heraus und sorgten dafür, dass das Wasser aus den bei der Renaturierung geschaffenen Gewässern abfließen konnte. Dadurch wiederum trocknet der Torfboden, der stets 10 bis 20 Zentimeter unter Wasser stehen muss, aus. Das Ende vom Lied wäre: Zahlreiche Tierarten wie beispielsweise der Raubwürger, ein possierliches Vögelchen, oder seltene Schmetterlingsarten wie der Dunkle oder Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, die sich im Palsweiser Moos mittlerweile angesiedelt haben, würden wieder verschwinden. Und: Wasserpflanzen, die in den zurückliegenden Jahren im Moos plötzlich wieder wuchsen, würden zugrunde gehen.

Vandalismus im Palsweiser Moos: Unbekannte haben schon öfter Schaden angerichtet

Die alte Moorlandschaft im Grenzbereich der Landkreise Dachau und Fürstenfeldbruck zu erhalten, heißt „Klimaschutz, Artenschutz und Hochwasserschutz“ zu betreiben, mahnt Zauscher eindringlich. „Doch das wollen irgendwelche Leute nicht akzeptieren.“

Die „Naturschutzfeinde“, so BN-Chef Zauscher, haben bereits mehrfach Solschwellen oder auch Biberdämme auf der rund 700 Hektar großen Renaturierungsfläche im Palsweiser Moos kaputt gemacht. Zauschers BN-Kollege Heinz Gibowsky hat zumindest einen Biberdamm notdürftig wieder hergerichtet, auch die Tiere selbst haben „schnell nachgebaut“, so Zauscher.

Bund-Naturschutz-Vorsitzender Zauscher will, dass der Vandalismus aufhört

Dennoch: Der BN will natürlich, dass der Vandalismus aufhört. Deshalb sind Zauscher, Gribowski und Co. beim Landratsamt Dachau vorstellig geworden. Sie fordern, dass die Behörden Strafanzeige gegen Unbekannt stellen, schließlich, so Zauscher, „handelt es sich um einen öffentlichen Schaden“.   

Das Landratsamt hat bereits reagiert. „Ein Naturschutzwächter war draußen und hat eine Solschwelle repariert“, so Sprecher Wolfgang Reichelt. Weitere Maßnahmen „werden mit den Fachkräften besprochen“. Dabei werde in dieser Woche auch geprüft, ob eine Anzeige erfolgt. Sollte das Landratsamt davon absehen, „werden wir uns überlegen, ob wir das tun“, so Dr. Roderich Zauscher. 

zim

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