Attacke auf Passanten in Hamburg: Ein Toter, mehrere Verletzte

Attacke auf Passanten in Hamburg: Ein Toter, mehrere Verletzte
+
Die entzückenden Damen des Balletts: Mona Weiblen (stehend) und Annalena Lipp.

Premiere am Bergkirchner Theatersommer

Begeisterungsstürme für die Tingeltangelbühne

Einschmeichelnde Musik, witzige Dialoge und leidenschaftliche Darsteller: Mit dem „Tanz auf dem Vulkan“ wurde der Musikalische Theatersommer Bergkirchen im Hoftheater auf dem Weller-Hof eröffnet.

Bergkirchen – Die tempogeladene spritzige Revue „Pension Schöller“ nach dem 1890 uraufgeführten Schwank von Wilhelm Jacoby und Carl Laufs in der neu bearbeiteten Fassung von Herbert Müller unter der musikalischen Leitung von Robert Scheingraber hat die Premierenbesucher zu Beifallsstürmen hingerissen. In der prallen Posse über Träume, Wünsche, Anerkennung und Liebe dominiert das positive Lebensgefühl. Auf der „Tingeltangelbühne“ erklingen wie Anfang des 20. Jahrhunderts im alten Berlin unvergessliche Songs und Schlager bekannter Komponisten, so der Ohrwurm, der zum Gassenhauer wurde „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da“ von Theo Mackeben. Der Titel sorgte für politischen Sprengstoff. Und wie einst in den Etablissements der Hauptstadt treten attraktive junge Tänzerinnen auf, die die Blicke der Männer auf sich ziehen. Auf der Bergkirchner Bühne sind die „Schöller-Sisters“ zu erleben, bei der Premiere bezauberten die Musicaldarstellerinnen Mona Weiblen und Annalena Lipp. „Haben Sie schon mal im Dunkeln geküsst?“ hauchen die Damen verrucht ins Publikum. Ihre glitzernden, verführerischen Kostüme hat Ulrike Beckes kreiert.

In dieses Milieu stürzt sich der vergnügungssüchtige Rentier Philipp Klapproth aus der Kyritz an der Knatter. Herbert Müller ist in dieser Paraderolle in seinem Element. Er trifft auf den ebenfalls etwas verrückten Pensionsdirektor Schöller (Jürgen Füser) und dessen merkwürdige Gäste. „Familienpension oder Klapsmühle?“ Lisa Wittemer, Kellnerin Louise und Napoleon-Verehrerin, sorgt auf ihre spezielle Art für Verwirrung. Dabei erfüllt sich ihr Wunsch „Ich wollt’, ich wär’ ein Huhn“ nicht, aber der Traum vom leibhaftigen Napoleon, und zwar in der Gestalt von Annette Thomas. Tobias Zeitz schlüpft mit charmantem Lächeln in die Rolle des Fritz Bernhardy, der als Abenteurer mit dem lässig über die Schulter geworfenen Löwenfell unbedingt seine Liebste loswerden will. In den Ohrwurm „Ich fahr’ mit meiner Klara in die Sahara“ stimmen die Zuschauer gerne ein.

Der gehandicapte Schauspieler „ohne L“, Eugen Rümpel, sucht Anerkennung. Nicht einmal der von ihm deklamierte „Knassiker“, Shakespeares „Hamnet“, stößt auf Gegenliebe, aber Ansgar Wilk zeigt sich als Meister seines Fachs und nicht nur im Stepptanz. Zur Runde gesellt sich die romantisch angehauchte Gartenlaubenschriftstellerin Josephine Krüger (Christina Schäfer) auf der Suche nach Stoff für ihre Romane. Dabei offenbart die skurrile Dame noch eine ganz andere Seite, sie verführt mit ihrem unwiderstehlichen Augenaufschlag als „La Bella Tangolita“.

Klapproths prüde Schwester Ulrike Sprosser (Ingrid Scheingraber) reist zur Freude ihres Bruders aus der Hauptstadt ab, nicht ohne vorher ihr Urteil zu fällen: „Die Männer sind alle Verbrecher.“ Sie ahnt nicht, dass es in der Provinz zu einem Wiedersehen mit den durchgeknallten Typen kommt und das Spektakel erneut beginnt. Der glücklichste Mensch ist am Ende Eugen Rümpel, der publikumswirksam sein „L“ wiedergefunden hat. Auch die Schattenseiten des politischen Umbruchs in den so genannten „Goldenen Zwanzigern“ werden eingeblendet. Das Fazit der facettenreichen Komödie im Schlussgesang bleibt: „So oder so ist das Leben. Ich sage: Heute ist heut?! Was ich auch je begann, das hab ich gern getan, ich hab es nie bereut.“

Die Schöller Band mit Robert Scheingraber (Klavier), Ludwig Mittelhammer (Klarinette) und Max I. Milian (Schlagzeug) ist hochrangig besetzt und bringt die stimmungsvollen Melodien virtuos zum Klingen. Ulrike Beckers hat mit schwarz-weißen Berliner Impressionen an den Wänden einen ansprechenden Rahmen geschaffen. Stefan Thomas ist für die Technik verantwortlich.

Der  3. Bergkirchner Theatersommer unter der Schirmherrschaft von Landrat Stefan Löwl läuft bis zum 6. August, jeweils von Donnerstag bis Sonntag um 20 Uhr auf dem Wellerhof in der Mühlstraße 8 a in Bergkirchen. Karten unter: 0 81 31/32 64 00 oder mail@hoftheater-bergkirchen.,#

Ingrid Koch

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Auto wird auf Gleise geschoben
Ein Mercedes ist am Donnerstagabend bei einem Unfall am Bahnübergang Niederroth auf die Gleise geschoben worden. Die nahende S-Bahn konnte noch rechtzeitig stoppen.
Auto wird auf Gleise geschoben
Spektakuläre Einbrecherjagd bis München: Sogar Traktor war im Einsatz
Spektakuläre Einbrecherjagd im Landkreis Dachau und in München: Ein Hausbewohner, ein Landwirt mit Traktor und die Polizei halfen zusammen, dass die Täter gefasst werden …
Spektakuläre Einbrecherjagd bis München: Sogar Traktor war im Einsatz
Erst wird gemessen und gerechnet, dann erst wird entschieden
Sie war heiß ersehnt und lange angekündigt: die Informationsveranstaltung der Stadtwerke Dachau über das geplante Windrad im Sigmertshauser Holz. Knapp 100 Interessierte …
Erst wird gemessen und gerechnet, dann erst wird entschieden
Dieter Schneider (✝70): Große Trauergemeinde nimmt Abschied
Unzählige Trauergäste haben Dieter Schneider am Donnerstag auf seinem letzten Weg in Röhrmoos begleitet. Das zeigt, welch große Wertschätzung dem 70-Jährigen …
Dieter Schneider (✝70): Große Trauergemeinde nimmt Abschied

Kommentare