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Unbekannte Zündler in der Kirche in Bergkirchen: Brandfläche am Kreuzaltar.

Zündler in der Kirche St. Johann Baptist Bergkirchen

Pfarrgemeinde ist entsetzt

In der Bergkirchner Pfarrkirche St. Johann Baptist wurde gezündelt, und der Schock darüber sitzt tief: Den Brandschaden am Kreuzaltar, dem Herzstück mit dem gekreuzigten Jesus gegenüber dem Eingang, entdeckte Mesnerin Marile Reiser, als sie am frühen Samstagabend in der vergangenen Woche nach einem einwöchigen Urlaub wieder das Gotteshaus betrat.

Bergkirchen – Aufgefallen war der Mesnerin auf dem Friedhof an der Kirche schon das Durcheinander bei den Gießkannen. Es wird angenommen, dass die Schadensverursacher, in Panik geraten, versucht haben, selbst Löschversuche am Altar zu unternehmen, denn auf dem Boden befanden sich Wasserlachen. Es war Sand verstreut, und angebrannte Kerzen lagen herum. Ösen an den Kirchenbänken waren abgebrochen.

Pfarrer Albert Hack sagt: „Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Man darf sich gar nicht vorstellen, wenn der Altar, der aus der Entstehungszeit der Kirche stammt und aus trockenem Holz besteht, Feuer gefangen hätte. Dann wäre die ganze Kirche nicht zu retten gewesen.“ Der materielle Schaden, den ein Kunsthistoriker noch ermittelt, werde vermutlich einige tausend Euro betragen. Die schwer entflammbare Altardecke verhinderte einen noch größeren Schaden.

Als schlimmer betrachtet Hack „den ideellen Schaden und den verlorenen Respekt vor der heiligen Stätte, wo Menschen zusammenkommen, um zu feiern und zu beten“. „Die mangelnde Ehrfurcht“ stimme ihn sehr nachdenklich. Die Polizei habe den Schaden aufgenommen. Von einem dummen Jungenstreich könne man nicht mehr sprechen.

Die Kirche soll für die Besucher auch weiter tagsüber als Rückzugsort geöffnet bleiben. Überwachungskameras sind zwar angedacht, würden aber im Falle der Installation nur für einen Teilbereich angebracht, damit Besucher sich nicht beobachtet fühlen „und in Ruhe beten können“, so Hack.

Die prächtige heutige Kirche wurde in den 1730er Jahren nach Plänen des Architekten Johann Michael Fischer im Stil des Spätbarock errichtet und ist Johannes dem Täufer geweiht. Sie lockt viele auswärtige Besucher an und ist ein Magnet für Hochzeitspaare, die hier getraut werden möchten. 

INGRID KOCH

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