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Premiere kurz vorm Lockdown

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Bühnenszene, Frau sitzt, dahinter Mann
Präsentierten „Gaslicht“: Janet Bens und Ansgar Wilk als Bella und Jack Manningham. © Ingrid Koch

Nur kurz vor dem zweiten Lockdown hat das Hoftheater am Freitag noch eine ausverkaufte Premiere gefeiert: den Krimiklassiker „Gaslicht“.

Bergkirchen – Mit dem Krimiklassiker „Gaslicht“ des englischen Dramatikers Patrick Hamilton hat das Hoftheater Bergkirchen die zweite Premiere in dieser Saison unter dem Motto „Duo-Duett-Duell“ gefeiert und das Publikum in höchste Spannung versetzt.

Herbert Müller hat das Stück, das zu den bekanntesten Werken der Kriminalliteratur gehört, packend inszeniert. Er selbst spielt versiert die Rolle des plötzlich auftauchenden Ex-Polizisten William Rough, der dem Psychoterror im Hause Manningham schließlich ein Ende bereitet.

Ulrike Beckers, wie immer zuständig für die Ausstattung, reichen ein Sessel in der Bühnenmitte und das Gaslicht an der Decke, um die Handlung des „Gaslighting“ als eine Form der psychologischen Manipulation in Szene zu setzen und zu zeigen, wie Psychoterror Leben zerstört. Der Begriff geht auf das Jahr 1938 zurück als Titel des Theaterstücks „Gaslight“ von Patrick Hamilton.

Es geschehen unheimliche Dinge im Londoner Haus des seit vier Jahren verheirateten Ehepaares Manningham. Im unbewohnten Obergeschoss spukt es. Das Gaslicht flackert, es verschwinden Gegenstände, wie das Bild an der Wand oder die Rechnung des Kolonialwarenhändlers. Jack Manningham (Ansgar Wilk) gibt sich besorgt, verfolgt jedoch eiskalt seine Ziele, wenn er seine verzweifelte Ehefrau Bella (Janet Bens) beschuldigt. Sie liebt ihren Mann und tut alles, um ihm zu gefallen. Doch er vergnügt sich mit dem „Biest“, der attraktiven Hausangestellten Nancy (Sarah Giebel). Die treue Seele Elizabeth (Annette Thomas) schlägt sich auf die Seite von Bella.

Birgt das Haus wirklich ein düsteres Geheimnis oder leidet Bella Manningham an Wahnvorstellungen? Ein Fremder (Herbert Müller) taucht auf, behauptet, Polizist zu sein und will ihr helfen. Sie vertraut ihm, und so gelingt es, den lange zurückliegenden Mord an der alten Mrs. Barlow in ihrem Haus in London aufzuklären und den kostbaren Besitz von zwölf Rubinen aufzuspüren. Das ist die Kehrtwende für Bella, das blasse, ängstliche Geschöpf, das Albträume des Schreckens durchlebte. Sie tritt ihrem Ehemann, dem Bigamisten und Mörder, bei der Verhaftung entschlossen gegenüber, der sie „mit kalter Berechnung fast um den Verstand gebracht hat“.

Janet Bens und Ansgar Wilk sind ein seit vielen Jahren perfekt aufeinander eingespieltes Team und überzeugen auch in diesem „Duell“ als herausragende Darsteller.

Die Zuschauer bei der ausverkauften Premiere bedankten sich mit überschwänglichem Applaus für den spannungsgeladenen Abend. Sie hoffen, nach dem voraussichtlich bis Ende November dauernden Lockdown wieder in ihr Theater kommen zu können, in dem sie sich wohl und sicher fühlen, weil alle Vorkehrungen getroffen worden sind.

Ingrid Koch

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