Die Dame Kobold und ihre Mitstreiter auf der Hoftheater-Bühne: Jonathan Kramer, Helena Schneider, Ansgar Wilk, Patrick Brenner, Janet Bens und Jürgen Füser (von links). Foto: ink

Premiere von „Dame Kobold“ im Hoftheater

Von weiblicher List und spukender Lust

Vergnügen pur an Ostern im Hoftheater Bergkirchen: Ein Kobold sorgte für Spuk und Wirrwarr!

Bergkirchen – Der Spaß begann in dem Moment, als der tölpelhafte Diener Cosme (Patrick Brenner) im Lustspiel „Dame Kobold“ von Calderon de la Barca die Bühne betrat. Das Meisterwerk aus dem 17. Jahrhundert, das zu den am häufigsten gespielten Bühnenwerken des spanischen Dichters gehört, hatte Herbert Müller bearbeitet und in der kunstvollen Verknüpfung der Handlungsstränge raffiniert inszeniert. Gesprochen wurde in Alltagssprache und Versmaß. Für das muntere Treiben schuf zudem Ulrike Beckers mit ihrem Bühnenbild eine elegante Lösung: Schauplatz sind zwei Zimmer mit einer Geheimtür, die ständig in Bewegung ist. Die Titelrolle der selbstbewussten Witwe auf der Suche nach Liebe spielte Janet Bens hinreißend und kess. „Das historische Kostüm am Ende ist das i-Tüpfelchen für die Rolle, da man sich ja in Korsage und langem Kleid ganz anders bewegt“, fand Jane Bens.

Mit weiblicher List gelingt es der lebenslustigen Donna Angela in dem Stück, sich von den Zwängen der Gesellschaft mit Hilfe ihrer einfallsreichen, hübschen Zofe Isabel (Helena Schneider) zu befreien. Die beiden Verbündeten strahlen um die Wette, wenn sie den Herren der Schöpfung Angst einjagen. Der sittenstrenge Onkel Don Luis, dem Jürgen Füser wunderbar verschroben Kontur verleiht, und Donna Angelas nicht minder wachsamer Bruder Don Juan (Stephan Roth) wollen bei der Wahl eines für die Witwe geeigneten Edelherrn ein Wort mitreden. Und als Caballero Don Manuel (Ansgar Wilk) auf die Bühne reitet, werden wegen eines Irrtums erst einmal die Klingen geschliffen. Dann muss sich der völlig verwirrte Don Manuel fragen, ob sie wirklich die Dame seines Herzens ist, die seinen „Sinn verstrickte“.

In einer Paraderolle als Don Manuels Diener Cosme war Patrick Brenner zu erleben. Mit vollem Körpereinsatz leidet und kämpft er, wohl wissend: „Wir Diener sind der letzte Dreck!“ Nicht anders ergeht es dem cleveren Diener Rodrigo (Jonathan Kramer), der ständig zurechtgewiesen wird: „Rodrigo, halt‘s Maul!“

Das Premierenpublikum zeigte sich fasziniert von der mit Leichtigkeit dargebotenen und bis zum Schluss spannenden Inszenierung, honorierte das Vergnügen mit lang anhaltendem Applaus und war überrascht von der unerwarteten Wahl, die Donna Angela trifft. Sie hat das Schlusswort: „Die Liebe ist das Beste von uns allen.“ Bis Ende Mai wird das Stück auf dem Spielplan des Hoftheaters Bergkirchen stehen.

Nächste Aufführung

ist am Samstag, 14. April, um 20 Uhr und Sonntag, 15. April, um 17 Uhr im Hoftheater an der Mühlstraße 8a. Karten gibt es unter Telefon 0 81 31/32 64 00 oder mail@hoftheater-bergkirchen.de.

Ingrid Koch

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