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Sie kannten sie noch: Die Jahrgänge 1949/1950 mit ihrer Lehrerin Maria Hoc in Bergkirchen.

30. Todestag der Bergkirchner Lehrerin Maria Hoc

Sie unterrichtete auch den heutigen Altbürgermeister

Viele Jahre war Maria Hoc Lehrerin in Bergkirchen. Vor 30 Jahren starb sie. Heimatforscherin Inge Bortenschlager erinnert sich 

Bergkirchen – Vor 30 Jahren starb in Dachau die langjährige Bergkirchner Lehrerin Maria Hoc im Alter von 78 Jahren. Von 1956 bis 1977 unterrichtete sie als Oberlehrerin die ersten und zweiten Klassen. Zu ihren Schülern zählten Altbürgermeister Simon Landmann und Hubert Eberl.

Heimatforscherin Inge Bortenschlager verbindet eine langjährige Freundschaft mit der in Pakistan lebenden Tochter Christine, die den Lebensweg ihrer Mutter aufgezeichnet hat und Bezüge zur Orts- und Zeitgeschichte herstellt:

Maria Hoc, geborene Himmer, wurde am 22. Januar 1912 in Budweis in Tschechien geboren. Als Junglehrerin ging sie nach Karpatenrussland, ein Teil der Tschechoslowakei, wo sie an einer deutschen Schule unterrichtete und nebenbei Russisch lernte. In Friedberg/Sudetenland heiratete sie mit 26 Jahren ihren Mann Anton Hoc. Dort lebten sie bis zur Vertreibung.

In Altenstadt bei Schongau fand das Ehepaar mit dem inzwischen geborenen Sohn eine neue Bleibe. In der dortigen Lagerschule, wo die Mutter die Flüchtlingskinder unterrichtete, wurden die beiden Töchter geboren.

Im Jahre 1956 fand der Umzug nach Bergkirchen in eine geräumige Lehrerwohnung im Schulhaus statt. Bis zu ihrer Pensionierung 1977 unterrichtete Maria Hoc dort.

Mit dem Ruhestand musste die inzwischen verwitwete Oberlehrerin die Wohnung verlassen, zog nach Dachau um und starb dort im Juni 1990.

Hubert Eberl als ehemaliger Schüler erinnert sich: „Ich bin 1965 eingeschult worden. Frau Hoc war die Klassenlehrerin für die heute unvorstellbare, aber damals übliche Anzahl von 60 Schülern. Das hat funktioniert, indem immer eine Klasse mit irgendwelchen Aufgaben (Schreiben, Rechnen....) beschäftigt war. In meiner Erinnerung war Frau Hoc für alle Fächer zuständig, die es so gab wie Lesen, Schreiben Rechnen und Musik. Religion unterrichtete der Pfarrer. Ich selber hatte anfangs einige Probleme bei ihr, weil ich zu schüchtern war und vor allem zu leise geredet habe. Nach einem „Elterngespräch“ habe ich mich dann angepasst und kam recht gut mit Frau Hoc zurecht. Samstags war dann in der letzten Stunde immer ’Märchenstunde’ angesagt, aber nur, wenn wir brav waren. Darauf habe ich mich zumindest immer gefreut. Frau Hoc konnte Märchen recht schön erzählen.“

Inge Bortenschlager ging mit der jüngeren Schwester Elisabeth in eine Klasse, verstand sich aber gut mit Christl, die als junge Frau mit ihrem Mann eine Zeit lang in Bergkirchen wohnte, bevor sie mit ihm nach Pakistan ging. Der Kontakt riss nicht ab. Maria Hoc und ihre Tochter Elisabeth fanden ihre letzte Ruhestätte auf dem Bergkirchner Friedhof.

Es gibt noch einen Bezug zur Heimatforscherin: Inge Bortenschlagers Ehemann, Josef Bortenschlager, kam mit 25 Jahren als Junglehrer nach Bergkirchen, und Frau Hoc mochte ihn auf Anhieb“, freut sich die Heimatforscherin. INGRID KOCH

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