Marseille: Auto rast in Bushaltestelle - eine Tote

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„Keiner will was mit der Störung zu tun haben.“ Johann Mayr kann seit 23. März nicht mehr via Festnetz telefonieren, weil Telekom-Subunternehmer schlampig arbeiteten.

Telekom bekommt Leitungsstörung nicht in den Griff

Wann klingelt es endlich wieder?

Eine Störung im Kabelnetz der Telekom in Feldgeding hat dazu geführt, dass einige Bewohner seit dem 23. März nicht mehr übers Festnetz telefonieren oder im Internet surfen können. Eine Geschichte darüber, wie kompliziert es im Landkreis Dachau sein kann, eine Leitung zu reparieren.

Feldgeding – Johann Mayr (65) aus der Graßlfinger Straße in Feldgeding hat in jüngster Zeit einige neue Bekanntschaften gemacht. Er lernte Telekomtechniker aus Weilheim, Telekomtelefonisten aus Fulda und Hamburg sowie einen Telekomservicemann aus Wien kennen. Allerdings unfreiwillig. Er musste Kontakt mit all diesen Leuten aufnehmen, weil sein Festnetztelefon sowie sein Internetzugang seit dem 23. März tot sind. Bis heute ist die Störung nicht behoben. Der Grund: das komplizierte Geflecht zwischen der Telekom und der von ihr beauftragten Subunternehmer – oder wie Johann Mayr sagt: „Keiner will was mit der Störung zu tun haben.“

Nachdem Mayr mit allen seinen neuen Bekannten telefoniert hatte – mit dem Handy natürlich – stellt sich die Angelegenheit folgendermaßen dar: Die für Feldgeding zuständige Abteilung Technik der Telekom hat ihren Sitz in Weilheim. Der Netzbetreiber sollte in der Graßlfinger Straße einen Neuanschluss einrichten. Dazu beauftragen die Weilheimer Subunternehmer, einen für die Erdarbeiten und einen für die Kabelarbeiten.   

Die Erdarbeiter baggerten die Kabel frei. Die Kabelarbeiter verursachten beim folgenden Anschließen irgendeinen nicht näher bekannten Kabelsalat, der zu Störungen bei insgesamt zehn Kunden in der Graßlfinger Straße führte. Als sich der mitbetroffene Johann Mayr am 24. März bei der Telekom beschwerte und dazu in Servicecentern in Fulda, Hamburg und zu guter letzt bei den Technikern in Weilheim landete, schickte das Unternehmen am 25. März einen Servicemann. Der freundliche Mitarbeiter stammt zwar aus der Weltstadt Wien, konnte die Störung aber nicht beseitigen. Infolgedessen versuchte Weilheim den Kabel-Subunternehmer zu erreichen, was aus unerfindlichen Gründen tagelang misslang. Am 29. März jedoch schüttete der Erdarbeiten-Subunternehmer die Baugrube wieder zu – deutsche Handwerker handeln schließlich auftragsgemäß und pünktlich. Die Kabel einfach wieder freilegen, gehe nicht mehr, erfuhr Kunde Mayr, denn das sei ein neues Gewerk, für das die Telekom erst einen neuen Auftrag erteilen müsse.

„Der peinliche Sachverhalt“, so Mayr wird sogar noch peinlicher. Denn: Ab dem kommenden Montag ist die Graßlfinger Straße bis 7. April wegen Aspaltierungsarbeiten der Gemeinde Bergkirchen komplett gesperrt. Dennoch verspricht die Telekom: „Am Montag werden wir das Bauloch wieder öffnen und die Störung beseitigen. Die Baufirma ist beauftragt. Die Genehmigungen liegen vor. Die Kunden müssen wir um Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten bitten“, so Unternehmenssprecher Markus Jodl. Sollte sich dann immer noch nichts tun, bleibt dem Kunden Johann Mayr nur eines: zum Handy zu greifen und seine alten Bekannten anzurufen – in Fulda, Hamburg, Weilheim oder gar in der Weltstadt Wien.

zim

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