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Freut sich auf New York und die Vereinten Nationen: der Gündinger Ricardo Escoda. 

Student darf bei UN-Plansiel mitmachen

Ein Gündinger in New York

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Der Gündinger Ricardo Escoda ist beim Planspiel „National Model United Nations“ dabei. 5000 Studenten hatten sich dafür beworben, nur zwölf dürfen am Ende mitmachen.

In Afrika war Ricardo Escoda (25) aus Günding zwar noch nie, und von dem Land Botswana hat er höchstens mal in den Nachrichten gehört: Trotzdem wird er bald die Interessen des 2,2-Millionen-Einwohner-Staates im Süden von Afrika als Diplomat bei den Vereinten Nationen vertreten. Der 25-Jährige ist bei dem Planspiel „National Model United Nations“ dabei: Über 5000 Studenten aus aller Welt reisen im April nach New York, um die Arbeit bei den Vereinten Nationen zu simulieren.

Ricardo Escoda gehört zu einer Delegation der International School of Management (ISM) aus München, wo er ein doppeltes Masterstudium macht. Die ISM hat eine Kooperation mit der Boston University in den USA. Noch bis Mitte März studiert der 25-Jährige dort, danach hat er seinen ersten Masterabschluss. Der zweite soll Ende des Jahres in München folgen.

Rund 500 Bewerber aus ganz Deutschland haben sich bei der ISM für das UN-Planspiel geworben, zwölf davon wurden ausgewählt. „Ich hätte nicht gedacht, dass es klappt“, sagt Ricardo Escoda. Bereits bei seiner Bewerbung musste er in die Diplomatenrolle schlüpfen. „Ich musste die Regierung von den Fidschi-Inseln vertreten und für sie Positionen zum Klimawandel ausarbeiten“, erklärt er. Der Text kam gut an, und als er danach auch noch bei einem Telefongespräch überzeugte, war er bei der Delegation dabei.

Seine Vorfreude ist groß: „Ich finde es sehr interessant, einmal bei so einer großen Organisation hinter die Kulissen schauen zu dürfen“, sagt er. „So eine Chance bekommt nicht jeder.“ Besonders gespannt ist er darauf, die anderen Teilnehmer kennen zu lernen: „Da kann ein riesiges internationales Netzwerk entstehen.“

Bevor es aber so weit ist, steht noch viel Arbeit an. Im November wurde der ISM-Gruppe das Land Botswana zugelost. „Wir sind gerade dabei, möglichst viele Informationen über den Staat und die Situation dort einzuholen“, erzählt Escoda. Ziel dabei sei, sich auch interne Einblicke zu beschaffen. „Wir wollen die Botschaft von Botswana anschreiben“, sagt er. „Super wäre, wenn man einmal mit jemanden aus dem Land skypen könnte.“

Die Studenten sind in verschiedene Komitees eingeteilt, Ricardo Escoda ist gemeinsam mit einem Partner unter anderem für die Bereiche Inklusion von Menschen mit Behinderung, Kampf gegen Menschenhandel und Katastrophenhilfe zuständig. Welche Positionen sie genau vertreten möchten, wissen sie noch nicht: „Da müssen wir uns erst detaillierter in die Themen einarbeiten.“

Bei dem Planspiel geht es dann darum, in Konferenzen und Gesprächen möglichst viele der eigenen Ziele durchzusetzen und sich Verbündete aus anderen Ländern zu suchen. Die meisten Gespräche finden in Hotels statt, natürlich gibt es aber auch eine Besichtigung des UN-Hauptgebäudes. Höhepunkt ist eine große Sitzung in dem Saal, wo normalerweise die UN-Generalversammlung tagt. Ob Ricardo Escoda dort auch sprechen wird, steht noch nicht fest. Lust hätte er auf jeden Fall: „Das würde mir sicher gefallen“, meint er. „Die Zuhörer sind ja alle Gleichgesinnte, und ich bin sowieso keiner, der sich versteckt, wenn es ums Reden geht.“

Also perfekte Voraussetzungen für eine Politiker- und Diplomatenkarriere auch in der Realität? Ricardo Escoda lacht: „Das ist nicht der Plan“, sagt er. „Aber man weiß ja nie, wo das Leben einen hinführt.“ Zunächst wolle er bis zum Jahresende sein Studium abschließen und dann ins Berufsleben starten. „Am liebsten im Bereich innovative Finanzkonzepte“, erklärt er.

Jetzt aber genießt er erst einmal die restliche Zeit in den USA und freut sich dann wieder auf das Leben daheim in Günding. Dort ist er aufgewachsen, dort spielt er Fußball und ist bei den Burschen und bei der Feuerwehr. „Ich bin sehr heimatverbunden. Mich treibt es immer wieder zurück“, sagt er. „Aber ich lerne auch gerne andere Länder kennen.“ Vielleicht steht irgendwann also doch noch eine Reise nach Afrika an.

Das Planspiel

„National Model United Nations“ findet von 14. bis 18. April statt. Ricardo Escoda und sein Team berichten in den sozialen Netzwerken Facebook, Instagram, Twitter und LinkedIn unter „NMUN - ISM“ über ihre Erlebnisse.

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