Lächeln fällt ihm noch schwer – Noch ist sein Gesicht nach dem schweren Sturz geschwollen, der rechte Arm eingegipst– trotzdem ist Basti froh: Der Zwölfjährige will allen, die nach dem Unfall für ihn da waren, von Herzen Danke sagen. Foto: Privat Wir können den Ersthelfern gar nicht genug danken! Thomas Neumann

Nach Radlunfall: Alle wollten helfen

Bastis „wunderbare“ Rettung

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Ein Fahrradunfall ging für den zwölfjährigen Basti böse aus: offener Armbruch, Helitransport ins Krankenhaus, OP. Seine Eltern werden den Unfall nicht vergessen. Aber nicht wegen der schlimmen Bilder – sondern aus einem schönen Grund: Sie sind völlig überwältigt, mit welchem Engagement ihnen die Ersthelfer beistanden.

Unterbachern – Basti, zwölf Jahre alt, hat ein großes Herz. In der Schule engagiert er sich seit Jahren als Streitschlichter, später will er mal Polizist werden – weil er anderen helfen will. Am Mittwoch hatte Basti einen schlimmen Fahrradunfall, musste mit offenem Armbruch per Heli ins Krankenhaus geflogen werden. Aber nach dem Unfall passierte etwas Tolles, und dafür will er heute Danke sagen (siehe Kasten rechts).

Bastis Vater, Thomas Neumann, war am Tag nach dem Unfall immer noch ziemlich durch mit den Nerven. Sein Sohn hat einiges mitgemacht: der Bruch, der Helikoptertransport und eine Operation um kurz vor Mitternacht. Aber Neumann will nicht über die schlimme Seite des Unfalls reden, sondern über das Gute, das danach passiert ist: Er und seine Frau sind völlig überwältigt, wie viele Ersthelfer ihnen gleich nach dem Unfall beistanden.

Basti macht mit seiner Mama eine kleine Radltour, kurz vor Bergkirchen ist der Radweg hügelig, Basti steigt voll in die Pedale, will den Berg wie immer im Stehen hochfahren. Da passiert es irgendwie: Er stürzt kopfüber über den Lenker. Bastis Mutter erkennt sofort am Geräusch des Aufpralls: Da ist was Schlimmes passiert. Als sie sich umdreht, sieht sie nur, wie der Arm ihres Sohns völlig verdreht ist. „Lag da wie eine zwei“, erzählt sie später. Da sie kein Handy dabei hat, läuft sie zur Straße, winkt, um Hilfe zu holen. „Es war einfach Wahnsinn, was dann passiert ist“, sagt Thomas Neumann.

Sofort hält ein Münchner an, gibt der Frau sein Handy und alarmiert die Rettungskräfte. Dann stoppt ein Feuerwehrmann in zivil aus Bergkirchen an der Unfallstelle. Er ist ab sofort wie ein Fels für die Familie.

Schnell sind Paps, THW, Rettungswagen und Polizei vor Ort. Der Feuerwehrmann beruhigt in der Zeit die Neumanns, erklärt ganz ruhig, was jetzt passiert, erklärt, dass es ganz normal ist, dass in solchen Fällen ein Helikopter kommt. „Ich wäre sonst krank geworden vor Sorge“, erklärt Thomas Neumann. „Da wäre es mir sonst sicher nicht gelungen, vor Basti so gelassen zu tun.“

Aber der Feuerwehrler tut viel mehr, als zu beruhigen. Als er merkt, wie aufgelöst der Vater ist, fährt er ihn nach Hause nach Unterbachern. „Er wollte nicht, dass ich in dem Zustand Auto fahre“, sagt Neumann. Zweimal fährt er nach Unterbachern. Einmal, damit der Papa die Krankenkarte holen kann, das zweite Mal „hat er uns sogar mit seinem VW-Bus das Fahrrad nach Hause gefahren“.

In der Klinik, als Basti kurz vor Mitternacht operiert wurde, konnten die Eltern immer noch nicht fassen, wie hilfsbereit die Menschen nach dem Unfall ihres Sohnes waren. „Meine Frau sagt, sowas hat sie noch nie erlebt!“ Selbst nachdem schon Autos mit Warnblinkanlage am Unfallort standen, „haben immer wieder Leute angehalten und gefragt, ob sie helfen können“. Acht Autos stoppten insgesamt an der Unfallstelle, alles Menschen, die helfen wollten.

Die Neumanns sind immernoch ganz gerührt. „Wir können den Ersthelfern gar nicht genug danken!“, sagt der Vater. Auch von den Rettungskräften vor Ort war er begeistert. „Ich konnte an ihren Gesichtern sehen, wie schlimm es ist, aber keiner hat unnötig viel darüber geredet, um und nicht zu beunruhigen, keiner wollte zusätzlich Panik machen.“ Alles in allem, so Neumann, sei es daher, trotz der Verletzung des Sohnes, „eine wunderbare Geschichte, die uns da widerfahren ist“.

Basti geht es mittlerweile – den Umständen entsprechend – viel besser. Noch am Unfallort musste der Papa für ihn die Polizisten fotografieren, damit er eine Erinnerung an die Helfer hat, von denen er später selbst mal einer sein will. Jetzt plant Basti schon für die Zeit nach seiner Genesung: Den Gips, den er aktuell noch am Arm trägt, will er sich nämlich von allen Rettern signieren lassen. Und dann, so weiß Papa Thomas, „hängt er ihn in seinem Zimmer auf“.

Basti sagt Danke: 

ich möchte dem freundlichen Autofahrer, der sofort gehalten hat, dem Feuerwehrmann aus Bergkirchen, der nicht im Dienst war, dem kompetenten THW- und RTW-Team, den beiden äußerst freundlichen Polizisten und dem sehr hilfsbereiten Team des Christopher-1-Helikopters danken. Meiner wundervollen Tante, die alles stehen und liegen gelassen hat und meinen Papa begleitet und gefahren hat und bis nach meiner OP um Mitternacht nicht von der Seite meiner Eltern wich und meinen Papa dann wieder nach Hause gebracht hat. Den freundlichen und liebevollen Menschen im Schwabinger Krankenhaus – ob Pflegerinnen oder Pfleger, ob Ärztinnen oder Arzt, den Narkose-Ärzten und diesem Mega-Menschen, der als Hotelfachkraft gehandelt wird, dort aber mit seiner Art einem alles einfacher macht. Aber ein riesengroßes Dankeschön geht an meine Mama, die nie von mir wegging und alles tat, damit mir geholfen wird. Ich wünsche allen Menschen dieser Welt so eine Löwenmama. Und einigen, die sich auch in meiner Schule lustig machen über das Tragen eines Fahrradhelms, da das ja uncool sei, möchte ich sagen: Ohne Helm wäre mir noch viel mehr passiert als ein gebrochener Arm, etliche Schürfwunden und ein schrottreifes Rad. Vielen Dank an die Redaktion, dass ich mich auf diesem Weg bedanken darf bei meinen super Helfern und meiner liebevollen Familie!“

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