Ein unvergessliches Konzerterlebnis bescherte die Berliner Band Sistanagila auf der Bühne in Lauterbach.
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Ein unvergessliches Konzerterlebnis bescherte die Berliner Band Sistanagila auf der Bühne in Lauterbach.

Was eigentlich nicht zueinander passt

Konzert als Brücke zwischen den Kulturen: Israelisch-Iranische Gruppe Sistanagila begeistert bei „Servus Bergkirchen“

Beim Sommerfestival für den Landkreis „Servus Bergkirchen“ in Lauterbach ist heuer in Kooperation mit dem Hoftheater Bergkirchen die Vhs Bergkirchen mit vier Veranstaltungen im Rahmen ihrer Reihe „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ vertreten. Gleich die Auftaktveranstaltung, das Konzert als „Brücke zwischen den Kulturen“ mit der Berliner Band Sistanagila, war ausverkauft.

Bergkirchen ‒ Darüber freute sich natürlich die Vhs-Vorsitzende Simone Kastl-Frisch, aber auch darüber, Musiker aus verschiedenen Kulturkreisen zu präsentieren, „die eigentlich nicht zueinander passen“. Sie dankte dem Hoftheater für die Möglichkeit, zum ersten Mal gemeinsam Kultur auf die Bühne zu bringen, und dem TC Lauterbach für das Überlassen der Halle. Als Vertreter der Gemeinde Bergkirchen, die maßgeblich am Zustandekommen des Festivals beteiligt ist, begrüßte sie die Gemeinderäte Ruth Göttler und Stefan Haas.

Nach Aussage der charmanten iranischen Moderatorin und Sängerin der Band, Yuval Halpern, war es der erste Auftritt der Band nach der pandemiebedingten Zwangspause. „Wir sind ein bisschen aufgeregt“, sagte sie und führte locker durchs zweistündige Programm mit einer Mischung aus folkloristischen und religiösen Melodien, Klezmer, sephardischer und traditionell persischer Musik.

Aber auch Eigenkompositionen waren zu hören mit Titeln, benannt nach den Jahreszeiten, und mit „Shalom“, der Bitte um Frieden. Die neuen Arrangements mit Einflüssen von Flamenco und Jazz bis hin zu progressivem Metal verschmelzen zu einer Musik, die etwas ganz Neues entstehen lässt und eine Brücke zwischen zwei Welten baut.

Die internationale Sprache der Band mit drei Israelis, einem Iraner und einer Iranerin ist die Musik. „Wir versuchen, voneinander zu lernen und sind befreundet“, so die Sängerin mit der betörenden Stimme. Als Solist stellte ihr Kollege Jawad Salkhmbordeh sein Instrument Tombak vor, eine mit den Händen geschlagene hölzerne Kelchtrommel, die in der persischen Volksmusik und in der klassischen persischen Musik Irans das am häufigsten gespielte Perkussionsinstrument darstellt. Der Musiker faszinierte mit den von flinken Fingern geschlagenen ungewohnten Klangspielen.

Herausragend war gleichfalls Omri Abramov am Saxophon. Hemad Darabi (Gitarre) und Avi Albers Ben Chamo (Kontrabass) trugen mit dazu bei, dass der Abend, der wetterbedingt nicht auf der Freilichtbühne stattfand, für die Besucher zu einem absolut unvergesslichen Konzerterlebnis mit mitreißenden Klängen und heißen Rhythmen wurde.

Aufgrund ihrer Begeisterung vom ersten Moment an und der laustarken Ovationen belohnten die Musiker sie mit mehreren Zugaben. Einige Iraner im Publikum freuten sich ganz besonders über heimatliche Klänge. Ingrid Koch

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