Bunte Papierschiffchen
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Nette Aktion beim Spaziergang: Die Kindergartenkinder ließen ihre Wunschschiffchen schwimmen.

Kinderbetreuung in Bergkirchen – Gesamtleiterin Hille-Lüke über Umgang mit Corona

„Wir bewegen uns auf sehr dünnem Eis!“

Corona verlangt von den Kinderbetreuungskräften viel ab. Iris Hille-Lüke schildert die Probleme, die sich in der Pandemie auftun.

Bergkirchen – Die Gemeinde Bergkirchen hat für die Grund- und Mittelschule und für die Kitas CO2-Ampel bestellt. Das begrüßt Iris Hille-Lüke, die die Gesamtleitung für die gemeindlichen Betreuungseinrichtungen Regenbogen, Kinderhaus an der Maisach und den Eulenhort hat, zwar. Sie äußert aber zugleich ihre anderen Sorgen: „Natürlich ist ein CO2-Messgerät eine gute Möglichkeit, um in den Gruppen das Lüften sinnvoll zu steuern. Aber dies scheint in der aktuellen Lage eher das kleinste Problem zu sein. Denn wir müssen trotz der umfangreichen und sich ständig verändernden Maßnahmen den Betrieb unter allen Umständen offen halten. Dagegen war die Organisation der Notbetreuung im Frühjahr einfach.“

Als Beispiel führt sie an: „Wir mussten eine Gruppe ab Montag, 23. November, schließen, da eine Person auf Covid 19 positiv getestet wurde. Das bringt schon einigen organisatorischen Aufwand mit sich. Die Nachricht vom Gesundheitsamt kam erst am Sonntagnachmittag, 22. November. Das bedeutet natürlich auch für die Eltern eine unglaubliche Herausforderung! Nun ist gerade eine weitere Mitarbeiterin in Quarantäne geschickt worden. Wir bewegen uns auf sehr dünnen Eis!“

Außerdem beklagt Iris Hille-Lüke: „In der Öffentlichkeit hingegen werden wir kaum wahrgenommen. Obwohl noch nicht sicher ist, wie sich das Infektionsgeschehen bei Kindern im Vorschulalter genau verhält, arbeiten unsere Mitarbeiterinnen, nur mit einer Maske versehen, bis zu neun Stunden im direkten und ungeschützten Kontakt mit den Kindern. Weder können die Kinder Masken tragen, den Abstand halten, noch selber die Hygiene einhalten. Wenn Kinder keine Krankheitszeichen zeigen, heißt das im Umkehrschluss auch nicht, dass sie die Krankheit nicht trotzdem in sich tragen und übertragen.“

In der öffentlichen Diskussion gehe es aktuell nur um den Schulbereich. Die pädagogischen Mitarbeiterinnen fühlten sich tatsächlich im Stich gelassen und zeitweise wie Pädagogen zweiter Klasse. „Hier fehlen die politischen Vertreter, die unsere Interessen genauso vertreten, wie dies über das Kultusministerium ganz selbstverständlich passiert.“

Zu den Erkältungskrankheiten der Kinder sagt Hille-Lüke, „dass wir in allen Häusern so wenige Krankheiten haben wie noch nie. Offensichtlich wirken die verstärkten Hygienemaßnahmen, und unsere Eltern unterstützen dies durch einen umsichtigen und verantwortungsvollen Umgang mit den Krankheiten und Krankheitszeichen der Kinder.“

Inhaltlich sei man in den Häusern auf die Vorweihnachtszeit eingestimmt, und es werde versucht, alles so „normal“ wie möglich stattfinden zu lassen. Die Kinder sollten von all diesen schwierigen Rahmenbedingungen so wenig wie möglich mitbekommen und ihre Adventszeit im Kinderhaus genießen und sich richtig auf Weihnachten freuen können.

Und natürlich werden Spaziergänge unternommen. Die Kinder vom Regenbogen-Kinderhaus zum Beispiel marschierten zum See in Bergkirchen. Die Kinder hatten bunte Boote aus Papier gefaltet, und jedes Boot war mit einem Wunsch versehen. Anschließend wurden diese auf den See ausgeschickt. Der Wunsch eines Kindes lautete beispielsweise, „dass alle Menschen, die Corona haben, wieder gesund werden“

Ingrid Koch

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