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Ein bronzenes Pferd zum 50-jährigen Bestehen der Reitanlage Kienaden schenkten die Einsteller Simon und Kathy Heitmeier (links). Das Bild zeigt alle Heitmeier-Geschwister (von links): Simon mit seiner Frau Kathy, Josef, August, Agnes März, Johann und Leonhard Heitmeier.

Heitmeier-Hof in Kienaden feiert Jubiläum

Vom starken Zusammenhalt einer Familie

  • Nikola Obermeier
    VonNikola Obermeier
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Der eine hat’s mit den Rindviechern, der andere mit den Pferden: Die Brüder Leonhard und Simon Heitmeier führen seit 50 Jahren ihre Betriebe, helfen sich gegenseitig, halten zusammen.

Kienaden – Die Geschichte des Heitmeier-Hofs in Kienaden ist eine Geschichte über den festen Zusammenhalt in einer Familie. Denn hier gibt es zwei Herren, zwei Brüder, die auf Augenhöhe Tür an Tür zwar zwei unterschiedliche landwirtschaftliche Betriebe führen, aber dennoch einen Hof. Während Leonhard Heitmeier, 80 Jahre alt, seine Rinderhaltung inzwischen auf ein paar Jungkühe beschränkt hat, steht die Reitanlage Kienaden von Simon Heitmeier, 75 Jahre alt, und seiner Frau Kathy in voller Blüte. Bei der 50-Jahr-Feier feierte die große Familie Heitmeier zusammen mit der Stallgemeinschaft.

50 Jahre: „Wenn man sie vor sich hat, ist es eine lange Zeit, wenn man sie hinter sich hat, ist es gar nicht so tragisch“, resümierte Simon Heitmeier launig in seiner Jubiläumsrede. Zu einer Zeit, als eigentlich niemand ans Reiten gedacht hat, gründete Simon Heitmeier im Alter von 25 Jahren die Reitanlage.

Aber angefangen hat alles noch viel früher: Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg kaufte der Vater von Simon Heitmeier, Josef, auf dem Pferdemarkt ein Pony für seine Kinderschar, die fünf Buben August, Leonhard, Johann, Josef, Simon und das Mädchen Agnes. Jedes der Kinder ist das Pony nach und nach geritten, „mal mit mehr und mal mit weniger Erfolg“, erzählte Simon. „Der Leonhard zum Beispiel ist schon am Eck im Misthaufen drin gelegen.“ Simon selbst mit mehr Erfolg: Er war Anfang der 50er Jahre schon Vorreiter beim Kinderfestzug, auch auf das Arbeitspferd seines Vaters auf dem Hof setzte sich der junge Simon drauf. Immer wieder kam er mit Pferden in Berührung – bis er im Jahr 1969 entschloss, die Reitanlage zu bauen.

Leonhard Heitmeier hatte zuvor schon vom Vater den landwirtschaftlichen Milchviehbetrieb übernommen: „Ich bin bei den Rindviechern geblieben.“ Dennoch sei es eine verantwortungsvolle, schwierige Entscheidung gewesen, so einen Hof zusammen zu führen: „Zwei Herren auf einem Hof, kann das gut gehen?“ Ja: „Es hat keinen Tag gegeben, an dem wir uns nicht sehen haben können“, sagte Leonhard Heitmeier voller Wertschätzung für seinen jüngeren Bruder. Bis heute helfen sie sich, halten sie zusammen – genauso wie mit ihren anderen Geschwistern, die sich gegen die Landwirtschaft entschieden hatten.

Der erste Einsteller von Simon Heitmeier war Josef Faber mit zwei Pferden, der Verein Pferdefreunde Dachau stellte seine vier Schulpferde in Kienaden ein, ein Jahr später standen schon 27 Pferde dort. Es folgten Jagden, Turniere. In den 90er Jahren heirateten Simon und Kathy Heitmeier, die von nun an als gelernte Dressurausbilderin „neuen Schwung“ in den Stall brachte. Sie selbst und viele ihre Schüler feierten und feiern bis heute überregionale Erfolge. Zu guter Letzt verkündete Simon Heitmeier, dass es so weitergehen wird: „Wir hören nicht auf“ – was kräftig bejubelt wurde von den heute 35 Einstellern.

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