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Zu Gast in Dachau: der Künstler Georg Baselitz.

Ausstellung im Schloss Dachau

Baselitz zeigt 230 Werke

Dachau - Georg Baselitz gehört zu den bedeutendsten lebenden Gegenwartskünstlern. Mit rund 230 Radierungen, Linol- und Holzschnitten aus rund 30 verschiedenen Serien beginnt am Donnerstag im Schloss die Ausstellung mit dem Titel „Mit Richard unterwegs“.

Sie bietet einen Einblick in Georg Baselitz’ grafisches Schaffen aus zwei Jahrzehnten. Die zum Teil mehr als zwei Meter hohen Holz- und Linolschnitte wurden in Deutschland bisher selten präsentiert.

Gestern war Baselitz bereits für ein kurzes Fernsehinterview zu Gast im Dachauer Schloss. Obwohl er zwar an den Modellen mitgewirkt hat, sah der Künstler die gehängte Ausstellung zum ersten Mal – und war überrascht. „So viele meiner Arbeiten in einem Raum habe ich noch nie gesehen“, sagte er. „Ich habe viel kontinuierlicher gearbeitet, als ich gedacht habe.“

Hans-Georg Kern, der seit 1961 den Namen Baselitz trägt, wurde 1938 im sächsischen Deutschbaselitz geboren. 1969 malte Georg Baselitz das erste Bild mit dem Motiv auf dem Kopf. Seitdem dreht er das fertige Bild nicht einfach um, sondern malt verkehrt herum. Die veränderte Position zwingt den Betrachter zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Inhalt. Und dennoch: „Nichts richtet sich an den Zuschauer. Ich weiß zwar, dass es ein Publikum gibt, aber meine Werke, meine Zitate und Anspielungen sind immer der Kunst, der Kultur gewidmet“, erklärt der Künstler.

Trotz seiner großen Berühmtheit wirkt Baselitz alles andere als abgehoben. Ein sympathischer, älterer Herr. Auf die Frage der Moderatorin des Bayerischen Rundfunks, warum der Weltkünstler sich für eine Ausstellung in der „kleinen, bescheidenen Stadt Dachau mit Holocaust-Vergangenheit“ entschieden habe, rügte Baselitz die Fragestellerin: „Das ist eigentlich ziemlich peinlich, was Sie hier machen.“ Er erklärte: „Der Kontakt entstand durch Zufall“ – mit einem Mitarbeiter der Volksbank Raiffeisenbank. Und er sei von der Größe der Ausstellung beeindruckt. „Ich hätte nie gedacht, dass eine so große Sache überhaupt möglich ist.“ Er freue sich, seine Bilder im Festsaal zu präsentieren. Unter der Renaissancedecke mit dem umlaufenden Götterfries entwickeln die großformatigen Linolschnitte eine überirdische Kraft.

regina peter

Die Vernissage

am morgigen Mittwoch ist nicht öffentlich. Interessierte können sich die Ausstellung, die von der Volksbank Raiffeisenbank in Kooperation mit Stadt und Landkreis veranstaltet wird, aber im Schloss von Dienstag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 22 Uhr ansehen sowie am Montag, 15. August.

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