Die Markuspassion brachten Solisten (ganz links Anna Maria Bogner), Chorgemeinschaft und Orchestermusiker in St. Jakob zur Aufführung. Foto: INK

Berührende Rarität zur Passionszeit

Dachau - Mit ihrer ureigenen Klangsprache hat die Chorgemeinschaft Dachau die Markuspassion von Reinhard Keiser zur Aufführung gebracht.

In der prachtvollen Atmosphäre der St.-Jakob-Kirche erlebte das Publikum unter der Leitung von Rudi Forche ein qualitätvolles und außergewöhnliches Passionskonzert.

Ob die in der Fachwelt diskutierte „Markuspassion“ tatsächlich von Reinhard Keiser (1674-1739), Komponist einer Anzahl kirchenmusikalischer Werke und bedeutender Opernproduzent des Barock, geschrieben wurde, berührte die Zuhörer am Palmsonntag in der Dachauer Pfarrkirche Sankt Jakob eher nicht. Ihnen wurde mit der großartigen Aufführung der oratorischen Passion, die sich an Bachs Bearbeitung für eine Aufführung am Hofe von Weimar um 1713 orientiert, eine eher seltene Variante der sonst üblichen Passionsvertonungen zu Gehör gebracht.

Als Garant für die Qualität gilt Johann Sebastian Bach, der sich mit Werk seines Zeitgenossen Keiser intensiv beschäftigt und es mehrfach aufgeführt hat. Das barocke Juwel wurde für die Besucher zu einem außergewöhnlichen Klangerlebnis.

In Dachau ist diese Aufführung der „Markuspassion“ der 1950 gegründeten Chorgemeinschaft Dachau zu verdanken, deren musikalische Leitung Rudi Forche im Jahre 1978 übernommen hat. Er hat den etablierten Dachauer Chor zu einem Klangkörper mit ureigener Sprache geformt. Zum Repertoire des Ensembles gehören geistliche Musik, große Konzertwerke der Chorliteratur und eben diese „Markuspassion“.

Die Sänger und Sängerinnen, die für das Konzert gewonnenen Solisten und die Musiker als zweiter Klangkörper setzten das Passionsgeschehen vom Leiden und Sterben Jesu Christi musikalisch ergreifend um.

In den aufeinander folgenden dramatischen Rezitativen, Arien, Chören, Chorälen und Instrumentalsätzen spitzt sich die Dramatik zu, etwa wenn der Chor, die Stimme des Volkes, unerbittlich und hoch emotional fordert: „Kreuzige ihn!“ Als die Tat vollbracht ist, stimmt die Sopranistin die ergreifende Arie an: „O Golgatha! Platz herber Schmerzen, hier ist es, wo der Heiland starb“.

Es musizierten Instrumentalisten aus Münchner Orchestern und Klaus Schädelbach an der Orgel. Die Parts der Solisten waren hervorragend besetzt mit: Anna-Maria Bogner (Sopran), Veronika Castiglione (Alt), den Tenören Christoph Hierdeis und Alfons Leinhäupl sowie dem jungen Bassisten Benedikt Eder.

Das Publikum war ergriffen und bedankte sich abschließend mit langanhaltendem Applaus für die bewegende Darbietung in der prachtvollen und gut besuchten Pfarrkirche Sankt Jakob. (ink)

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