Das drängende Spiel der Blechbläser brachte die Zuhörer sogar zum Klatschen. foto: hab

Beschwingt ins neue Jahr

Karlsfeld - In Karlsfeld wurde das neue Jahr ungemein dynamisch, heiter und mit liebevollem Unterton begrüßt - bei der traditionellen Neujahrsgala des Salonorchesters Camerata München.

Das Salonorchester Camerata München unter der Leitung von Bernhard Koch hat mit seiner traditionellen Neujahrsgala im Bürgerhaus Karlsfeld das neue Jahr eingeleitet - dies ist mittlerweile zum Ritual geworden.

Das Orchester spielte mit den beiden international bekannten Sängern Elaine Ortiz-Arandes und Anton Klotzner, allesamt in prächtigen Abendroben, und begeisterte rund 500 Zuhörer durch eine einzigartige Atmosphäre. Vor allem die Auswahl der Werke vermittelte ein beschwingtes und fröhliches Gefühl, mit einem sensationellen bunten Programm: Mozart, Verdi und Rossini, dazwischen Brahms, Puccini und Strauss. Mit der Darbietung wunderbarer Auszüge aus bekannten Operetten wie beispielsweise das „Uhren-Duett“ aus der Fledermaus oder das Duett „Schenkt man sich Rosen“ aus dem Vogelhändler erfüllten Orchester und Solisten auch die Wünsche der Liebhaber dieses Genres.

Schon zu Beginn stellten die Damen und Herren mit der Ouvertüre „Der Schauspieldirektor“ ihr Können unter Beweis und zeigten ein Klangspiel nahe an der Vollkommenheit, mit wohligen Streicherseufzern und samtenen Klängen von Oboe und Klarinette. Das Querflötensolo erinnerte an die Klarheit und Reinheit eines Gebirgsbach an einem sonnigen Wintermorgen. Rhythmisch prägnant und gekonnt begleitete das Orchester auch die meisterlich inszenierten Einlagen der Sopranistin Ortiz-Arandes und des Tenors Klotzner. Sie versprühten schon bei ihrem ersten Duett pure Energie. Spätesten beim Duett „Parigi, o cara“ flogen ihnen die Herzen der Zuhörer zu.

Fast ehrfürchtig lauschten die Besucher dem Gesangs- und Mienenspiel der Solisten und dem Zusammenspiel mit dem Orchester. Auch eine Zarzuela durfte in diesem Jahr nicht fehlen. Dabei war die zierliche Puerto-Ricanerin Ortiz-Arandes ganz in ihrem Element. Ihre klar klingende Sopranstimme, manchmal expressiv, aber stets wohlklingend, begeisterte das Publikum im voll besetzten Bürgerhaussaal. Im weiteren Verlauf sorgte der Ungarische Tanz Nr. 1 für Bravorufe unter den Zuhörern.

Nach der Pause ging es im Dreiviertel-Takt weiter. Der Klangduktus war so mitreißend, das rhythmische Spiel im Dreivierteltakt so souverän und der musikalische Reiz so verlockend, dass die Zuschauer am liebsten aufgestanden wären und sich leichtfüßig im Takt zur Musik bewegen hätten wollen. Die beiden Sänger vereinten hervorragend Gesang und Orchester. Ortiz-Arandes mit ihrer reinen, klaren Frauenstimme und Klotzner mit seiner wohlklingenden, kräftigen Männerstimme trafen genau den Ton. Der Tenor zeigte solistische Sorgfalt gepaart mit Lockerheit und Charme. Bewundernswert war auch das souveräne Dirigieren Bernhard Kochs. Erneut hatte er mit bekannten Ouvertüren, Walzern und Operettenauszügen eine tolle Programmauswahl getroffen. Koch leitete wie gewohnt mit schwingenden Armbewegungen und ausladender Gestik. In seinen lebhaften Gesten und seinen musikalischen Instinkt ist Koch als Dirigent praktisch unübertroffen.

Auch das Finale war eindrucksvoll. In den Zugaben zeigten sich Solisten und Orchester noch einmal von ihrer gefühlvollen und zugleich mitreißenden Seite. Mit dem Radetzky-Marsch gelang es Koch abschließend, das Publikum zum Mitklatschen zu motivieren, vor allem wegen des drängenden Blechs. Voller Inbrunst und Energie, anschwellend und abschwellend, stellenweise fröhlich mitsummend unterstützen die Konzertbesucher das Orchester. Unter ganzem Körpereinsatz des Dirigenten, der zum Schlussakkord hin leitete, gipfelte die Darbietung zu einem musikalischen Finale und einem wunderbaren Jahresauftakt.

(spi)

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