Stolz auf ihre Burg: Niklas Geier, Andreas Goller, Andreas Steiner, Ludwig Kellerer, Valentin Winkler, Phillip Winkler, Marcel Kowalczuk (o. v. l.), Jonas Kuenzl, Michael Böswirth, Ramona Reithmeier, Andreas Schott (u. v. l.).

Viel Arbeit vor der grossen Gaudi

 „Wahnsinn! So groß waren wir noch nie!“ - Besuche bei Faschingswagen-Bauern im Landkreis Dachau 

Ein besonderer Spaß im Fasching ist, auf einem der vielen Wagen mitzufahren. Die Heimatzeitung hat einige Wagen-Bauer besucht.

 

Landkreis – „Fruits and Veges“, also Früchte und Gemüse, lautet heuer das Faschingswagenmotto des katholischen Burschenvereins Bergkirchen. Acht Wochen lang haben einige Mitglieder des Burschenvereins, darunter Thomas Barth, Stefan Umkehrer, Maxe Eberl, Thomas Gasteiger, an ihrem Wagen gearbeitet. Nun ist der Wagen 2,60 Meter breit, 3,90 Meter hoch und drei Meter lang. Der Kostenfaktor liegt bei zirka 400 bis 500 Euro. „Das Motto entscheiden wir jedes Jahr zusammen, bevor wir anfangen, den Wagen zu bauen und zu gestalten“, erzählt Thomas Barth. Der Wagen steht das ganze Jahr über und während der Bauzeit auf dem Bauernhof der Familie Barth in Bibereck. Seit fast 25 Jahren baut der Verein jährlich einen Faschingswagen, denn: „Wenn wir uns zum Bauen treffen, haben wir jedes Mal eine Riesen-Gaudi und unsere Burschengemeinschaft wird gepflegt!“

Alle helfen mit! Michael Glas, Thomas Barth, Stefan Umkehrer, Julian Märkl, Maxe Eberl, Corina Barth, Thomas Gasteiger, Simon Weigl, Ines Barth und Agnes Weller (v. l.) aus Bergkirchen vor ihrem Faschingswagen.

Für den Bau und die Technik des Wagens sind dabei die Burschen des Vereins zuständig. Aber auch die Madln des Vereins helfen mit, sie kümmern sich um die Gestaltung und die Bemalung des Wagens. Dieses Jahr gestalteten vor allem Agnes Weller, Corina Barth, Ines Barth und Kathi Umkehrer verschiedene Obst- und Gemüsemotive auf Holzplatten. Diese schnitten sie anschließend mit den Burschen zusammen aus und schraubten diese an den Wagen. Unter den Motiven wurden dann Strohmatten befestigt. Mit dem Ergebnis: Der Wagen sieht aus wie ein fahrendes Obst- und Gemüsekörbchen.

Weniger ums Essen, als vielmehr um das Mittelalter geht es heuer beim katholischen Burschen und Madlverein Hebertshausen. „Hebertshauser Rittersleid“ lautet dort das Faschingsmotto, bestätigt der zweite Vorsitzende Andreas Schott. Und da Ritter eine Burg benötigen, stellt der diesjährige Faschingswagen ein Ritterburg dar. Und die war teuer: Vorsitzender „Schotti“ schätzt, dass sich die Materialkosten für Verkleidung und Ausstattung des Gefährts auf zirka 2000 Euro belaufen. Die Hebertshauser Ritterburg wird neun Meter lang und ganze 4,20 Meter hoch sein. „Wahnsinn! So groß waren wir noch nie“, erklärt er stolz.

Seit fünf Jahren treten er und seine Kollegen nun mit einem eigenen Wagen bei Faschingsumzügen im Landkreis auf, wobei der 24-jährige Schott als Hauptorganisator des Faschingswagens fungiert. „Ich kümmer mich um die Bierfässer und um die grundlegenden Fragen des Aufbaus, das ganze ist jedoch selbstverständlich ein Gemeinschaftsprojekt!“ Nur fünf Wochen hätten seine Jungs diesmal für den Bau des Wagens benötigt – auch dies ein Rekord. Aber, so Schott lächelnd: „Übung macht halt doch den Meister.“

Für die Hebertshauser Burschen ist Fasching „einfach eine schöne Zeit, die es zu genießen gilt, solange es noch möglich ist.“ Bei den ganzen Auflagen wisse man nämlich nie, „wie es im nächsten Jahr ausschauen wird“. Was sich Schott vom diesjährigen Fasching erwarte? Nichts Besonderes, gibt er mit einem breiten Lächeln zu. Richtig spannend werde es allerdings im nächsten Jahr, denn: „Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass unser diesjähriger Wagen noch zu toppen ist.“

Zu bewundern sind die Bergkirchner Früchtchen und die Hebertshauser Ritter übrigens Vierkirchen, Indersdorf und Kammerberg.

VON SOPHIA HEITMEIER
UND TIZIAN RABL

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