Bewegende Trauerfeier für toten Staatsanwalt

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München - Mit einer bewegenden Trauerfeier haben Justiz, Familie, Freunde und Kollegen am Montag von dem im Dachauer Amtsgericht erschossenen Staatsanwalt Abschied genommen.

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Die Fahnen vor dem bayerischen Justizministerium hingen gestern auf Halbmast. Für alle öffentlichen Gebäude hatte Ministerpräsident Horst Seehofer Trauerbeflaggung angeordnet.
Der Grund: Gestern fand in der Jesuitenkirche St. Michael in der Münchner Fußgängerzone die offizielle Trauerfeier für den im Amtsgericht Dachau erschossenen Staatsanwalt Tilman Turck statt. Rund 1000 Menschen kamen, um von Turck Abschied zu nehmen. Darunter dutzende Vertreter aus Politik und Polizei wie der Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs, Karl Huber, Generalstaatsanwalt Christoph Strötz, der Leitende Oberstaatsanwalt Eduard Mayer und viele Kollegen Turcks aus München und Dachau.

Bewegender Abschied: Trauerfeier für Tilman T.

Bewegender Abschied: Trauerfeier für Tilman T.

Der Mord an dem Staatsanwalt besitzt nicht nur Tragik, weil ein junger Mann plötzlich aus dem Leben gerissen wurde. Er wird von vielen auch als ein Angriff auf die Grundfeste des Staates begriffen. „Die drei Schüsse galten nicht nur der Person Tilman Turck, sondern dem ganzen Rechtsstaat, und damit auch uns“, sagte der Münchner Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer am Rande der Trauerfeier.

Staatsanwalt Tilman T. in München beerdigt

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Schmidbauer umschrieb damit den Grundton, der den Trauergottesdienst bestimmte. Der Anschlag wurde nach den Worten von Justizministerin Merk auf die gesamte Justiz verübt. „Die Justiz leistet einen besonderen Dienst für unseren Rechtsstaat,“, sagte sie. Man habe Turck verloren durch den Hass eines Mannes, „der nicht ihm persönlich galt, sondern eben jenem Rechtsstaat.“ Der Mann habe nicht zwischen der Robe und dem, der sie trägt, unterschieden. Turcks Doktorvater Horst Eidenmüller fand zu dessen Würdigung persönliche Worte: „Er hatte das Auftreten eines liebevollen, humorvollen und manchmal zersausten Bären. Er wird uns arg fehlen.“

Der erst 31 Jahre alte Münchner Staatsanwalt war am 11. Januar bei einer Gerichtsverhandlung in Dachau erschossen worden. Gegen den Schützen wird wegen Mordes und versuchten Mordes ermittelt. Er hatte bei der Urteilsbegründung eine Pistole gezogen und zunächst auf den Richter geschossen. Dieser konnte sich wegducken, danach zielte der Schütze auf den Staatsanwalt. Der 54-Jährige war wegen nicht bezahlter Sozialversicherungsbeiträge zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Patrick Wehner

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