Bewegende Trauerfeier für toten Staatsanwalt

  • schließen

München - Mit einer bewegenden Trauerfeier haben Justiz, Familie, Freunde und Kollegen am Montag von dem im Dachauer Amtsgericht erschossenen Staatsanwalt Abschied genommen.

Lesen Sie dazu auch:

Große Trauer um Tilman T.

Bluttat im Dachauer Amtsgericht: Staatsanwalt (31) stirbt

Die Fahnen vor dem bayerischen Justizministerium hingen gestern auf Halbmast. Für alle öffentlichen Gebäude hatte Ministerpräsident Horst Seehofer Trauerbeflaggung angeordnet.
Der Grund: Gestern fand in der Jesuitenkirche St. Michael in der Münchner Fußgängerzone die offizielle Trauerfeier für den im Amtsgericht Dachau erschossenen Staatsanwalt Tilman Turck statt. Rund 1000 Menschen kamen, um von Turck Abschied zu nehmen. Darunter dutzende Vertreter aus Politik und Polizei wie der Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs, Karl Huber, Generalstaatsanwalt Christoph Strötz, der Leitende Oberstaatsanwalt Eduard Mayer und viele Kollegen Turcks aus München und Dachau.

Bewegender Abschied: Trauerfeier für Tilman T.

Bewegender Abschied: Trauerfeier für Tilman T.

Der Mord an dem Staatsanwalt besitzt nicht nur Tragik, weil ein junger Mann plötzlich aus dem Leben gerissen wurde. Er wird von vielen auch als ein Angriff auf die Grundfeste des Staates begriffen. „Die drei Schüsse galten nicht nur der Person Tilman Turck, sondern dem ganzen Rechtsstaat, und damit auch uns“, sagte der Münchner Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer am Rande der Trauerfeier.

Staatsanwalt Tilman T. in München beerdigt

Staatsanwalt Tilman T. in München beerdigt

Schmidbauer umschrieb damit den Grundton, der den Trauergottesdienst bestimmte. Der Anschlag wurde nach den Worten von Justizministerin Merk auf die gesamte Justiz verübt. „Die Justiz leistet einen besonderen Dienst für unseren Rechtsstaat,“, sagte sie. Man habe Turck verloren durch den Hass eines Mannes, „der nicht ihm persönlich galt, sondern eben jenem Rechtsstaat.“ Der Mann habe nicht zwischen der Robe und dem, der sie trägt, unterschieden. Turcks Doktorvater Horst Eidenmüller fand zu dessen Würdigung persönliche Worte: „Er hatte das Auftreten eines liebevollen, humorvollen und manchmal zersausten Bären. Er wird uns arg fehlen.“

Der erst 31 Jahre alte Münchner Staatsanwalt war am 11. Januar bei einer Gerichtsverhandlung in Dachau erschossen worden. Gegen den Schützen wird wegen Mordes und versuchten Mordes ermittelt. Er hatte bei der Urteilsbegründung eine Pistole gezogen und zunächst auf den Richter geschossen. Dieser konnte sich wegducken, danach zielte der Schütze auf den Staatsanwalt. Der 54-Jährige war wegen nicht bezahlter Sozialversicherungsbeiträge zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Patrick Wehner

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gemeinde feiert mit dem „junga Hupfa“
Die Nachprimiz von Markus Nappert hat zahlreiche Gläubige nach Schönbrunn gezogen. Neben der Freude über den neuen Lebensabschnitt des frisch gebackenen Priesters, …
Gemeinde feiert mit dem „junga Hupfa“
Die beliebte Lok ist erstmal dicht
Die Lok am Dachauer Stadtbahnhof hat sich nach ihrer Neueröffnung zu einem beliebten Treffpunkt in der Stadt entwickelt. Da sich Anwohner über den Lärmpegel beschwerten, …
Die beliebte Lok ist erstmal dicht
Große Sprünge und Musik
Am Samstag fand im Skatepark an der Kufsteiner Straße ein Skate- und Bike-Contest für Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren statt.
Große Sprünge und Musik
In Hebertshausen wird vier Tage lang gefeiert
Seit nun 115 Jahren gibt es den Katholischen Burschen- und Mädchenverein Hebertshausen. Anlässlich des Jubiläums veranstaltet der Verein von Donnerstag, 19., bis …
In Hebertshausen wird vier Tage lang gefeiert

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion