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Das Werk eines Bibers zeigt Johann Fritz, der für Bergkirchen, Karlsfeld und Dachau zuständige Biberbeauftragte.

Bibbern mit dem Biber

Fleißiger Nager hat schweren Stand

Dachau - Wie ist es derzeit wirklich um die Biber im Landkreis bestellt? Und welche Gefahren gehen von den fleißigen Nagern tatsächlich aus? 

Sie leben zu fünft oder sechst in kleinen Familien oder Revierverbänden, bauen an Flüssen aus Ästen ihr Zuhause oder gefährliche Dämme, pflanzen sich fort, knabbern an Feldfrüchten, zernagen Bäume im Wald – und sind auch deswegen der große Feind vieler Landwirte: Die Biber im Landkreis haben bereits in den vergangenen Jahrzehnten zu viel Unmut geführt. Nun forderte Anton Kreitmair bei der Ortsobmännertagung des Bayerischen Bauernverbands erneut: „Der Biber gehört weg.“

Dass sich der oberbayerische Bauernpräsident und CSU-Landtagsabgeordnete seit Jahren gegen die braunen Nagetiere stellt, weiß auch Stefan Allmann als Biberbeauftragter der Gemeinde Schwabhausen und des südlichen Teils von Markt Indersdorf: „Aber jeder Mensch, der halbwegs vernünftig denkt, weiß, dass das nicht geht. Heutzutage kann man einfach nicht mehr fordern, dass eine Tierart verboten wird“, sagt Allmann. Schon seit Jahren versucht er zwischen Bibern und Landwirten zu vermitteln – mit Erfolg: „Der Bestand ist mit etwa 60 Bibern in meinem Revier eigentlich unverändert geblieben, und wir haben relativ wenige Schäden“, berichtet der Biberbeauftragte. „In den meisten Fällen sind die Schäden marginal, meistens zwischen 20 und 300 Euro.“ Außerdem versucht Allmann gemeinsam mit den Landwirten und Anwohnern eine Lösung für die Biberprobleme zu finden, zum Beispiel mit Schutzstreifen an den Feldern oder – wenn nötig – Elektrozäunen.

Dr. Jürgen Sedlaczek kümmert sich in Weichs darum, dass die Anrainer keine großen Schäden wegen der fleißigen Nager haben: „Die Zahl der Biber und die damit verbundenen Probleme stagnieren. Letztes Jahr gab es aber in Erlhausen Probleme, weil ein Biber einen Damm gebaut hat. Wir haben ihn mithilfe des anliegenden Landwirts mehrmals entfernt, und mittlerweile hat sich der Biber auch zurückgezogen.“

Oftmals führten die Dammbauten der Biber zur Vernässung von Feldern und gefährlichen Hochwassersituationen. Deswegen versucht Jürgen Sedlaczek die Dämme wegzunehmen und den Nachwuchs der Biberfamilien in geeigneten Revieren unterzubringen. Denn nach dem zweiten Jahr müssen die Biberkinder ihre Eltern verlassen, werden aus der Familie gejagt und müssen ein neues Zuhause finden: „Wir versuchen sie in dem Naturschutzgebiet im Weichser Moor zu halten und haben auch eine Ausgleichsfläche am Weichser Wehr geschaffen.“ So genannte Biberbrennpunkte seien aber vor allem das Palsweiser Moos und Bergkirchen, so Sedlaczek.

„Es schaut bei uns in der Gemeinde schon ganz schön massiv aus mit den Bibern, vor allem im Palsweiser Moos und am Eisolzrieder See“, erzählt Johann Fritz, Biberbeauftragter für die Gemeinden Bergkirchen und Karlsfeld sowie die Stadt Dachau. „Er breitet sich einfach flächendeckender aus und gefährdet in manchen Gebieten die intensive Landwirtschaft.“

Insgesamt 39 Biber seien deshalb im Landkreis vergangenes Jahr abgeschossen worden, zwei im Revier von Johann Fritz. Auch er versucht einen Lebensraum für die Nagetiere zu schaffen: „Die Biber können zum Beispiel im Palsweiser Moos, an der Amper und Maisach sowie am Eisolzrieder See bleiben, da hat die Gemeinde schon zugestimmt.“ Mit angenagten Bäumen, die umfallen können, und Einfallöchern können die Biberburgen aber auch gefährlich sein: „Ich werde am Eisolzrieder See auch bald wieder Schilder mit ,Betreten auf eigene Gefahr’ anbringen. Außerdem wäre es gut, wenn die Landwirte an ihren Feldern einen Schutzstreifen von etwa fünf bis zehn Metern Abstand zu den Gewässern einrichten könnten, so dass sie nicht mit ihren großen Maschinen in die Biberburgen hineinfahren."

ans

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