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Im Bienenlehrpfad gibt es Bienenstöcke zu sehen, wie Andreas Heidinger gerade zeigt, aber auch eine Bienenkugel.

Bienenlehrpfad am Dachauer Schloss

Es summt und brummt im Hofgarten

Dachau – Der Hofgarten Dachau hat neue Bewohner – und nützliche noch dazu. Fünf Bienenvölker fanden hier ein neues Zuhause.

Gleich hinter dem Eingang zum englischen Teil des Schlossgartens sind sie zu finden: Unzählige Bienen leben in insgesamt vier Bienenkästen und einer Bienenkugel. Der mit Infotafeln gespickte neue Bienenlehrpfad soll den Gartenbesuchern die nützlichen Tierchen näherbringen. 

Zur Eröffnung des Bienenlehrpfades im Hofgarten, die die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen veranstaltete, kam auch eine Gruppe begeisterter Kindergartenkinder samt Betreuerinnen. Darüber freut sich Andreas Heidinger, denn es ist ihm wichtig, den Menschen zu zeigen, dass man keine Angst vor ihnen haben muss, wenn man ruhig und geduldig bleibt. „Ich will öffentlich zeigen, wie Honigbienen leben. Obwohl viele eingeschüchtert sind, sehe ich nach einer Führung viele faszinierte Kinder und begeisterte Lehrer – das ist einfach schön.“ Initiatorin der Aktion ist die Dachauer Imkerin Sabine Huber. Zusammen mit dem gelernten Techniker und Konstruktionsberater Andreas Heidinger betreut sie das Projekt. 

Heidinger entwickelte die neben den Bienenstöcken aufgebaute Bienenkugel, mit der sich das „Innenleben“ eines Bienenstocks beaobachten lässt. Die natürlichen Voraussetzungen für Bienen haben sich laut Heidinger über die Jahrhunderte deutlich gewandelt. Voller Leidenschaft erklärt er: „Sehen Sie sich doch heute einmal das Dachauer Hinterland an: Mais, Getreide, nur einheitliches Grün ohne Blüten, soweit das Auge reicht.“ Da gebe es für die Bienen nicht mehr viel zu holen. Deshalb seien gut gepflegte, blühende Schlossgärten und Parkanlagen heutzutage Bienenparadiese. Zahlreiche Imker aus München und dem Umland seien bereits mitten in die Stadt in den Nymphenburger Schlossgarten gezogen, um den Bienen eine Vielfalt an Blüten ermöglichen zu können. „Das ist ja fast schon pervers“, empört sich der Hobbyimker. 

Das zentrale Element für eine bienengerechte Umgebung sei das sogenannte Totholz. „Bienen sind schon seit Millionen von Jahren Waldtiere. Mit dem zunehmenden Waldsterben geht auch das Bienensterben einher, weswegen das Thema hochaktuell ist“, erklärt Andreas Heidinger. 

Die Bienenkugel ist ähnlich konzipiert wie die Baumhöhlen, in denen die kleinen Honigproduzenten früher hausten. Darin könnten die Bienen ihr eigenes Mikroklima leicht erschaffen. Eine konstante Temperatur von 35 Grad Celsius braucht es in so einem Bienenstock, auch in den Wintermonaten, damit die ein- bis zweitausend Eier der Königin ausgebrütet werden können. „Deshalb ist das Totholz so wichtig. Es wirkt extrem feuchtigkeitsregulierend und hilft, die Wärme im Inneren konstant zu halten“, so Heidinger. „Das garantiert später einen geschmacksintensiven Honig.“ 

Zu kaufen gibt es den original Dachauer Honig sowie einen Honigschnaps bei Sabine Huber. Führungen auf dem Bienenlehrpfad können mit Sabine Huber und Andreas Heidinger vereinbart werden (www.bienenkugel.de). Der Bienengarten ist täglich analog zum Schlossgarten geöffnet und frei zugänglich.

Susanne Just

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