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Außergewöhnlicher Sound: Die Bigband Dachau hatte sich mit einem Demo-Video beworben, wurde erhört und darf nun in Montreux spielen. 

Auftritt beim Montreux Jazz Festival

Bigband Dachau auf der ganz großen Bühne

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Es ist das Woodstock für Jazzfans: das Festival von Montreux. Und mit dabei ist die Bigband Dachau. Ihr Erfolgskonzept: Die Konzertzuhörer mit Jazz und Clubmusik wieder in Ekstase bringen – wie es in den 1920er Jahren war.

Dachau – Sie tragen Turnschuhe mit Leuchtdioden an der Unterseite, Glitzerjackets, Sonnenbrillen und Neonleggins: Von einem klassischen Orchester mit Anzug und Fliege ist die Bigband der Knabenkapelle Dachau rein optisch weit entfernt. 

Sie spielen dort, wo Jazz- und Rocklegenden auftraten

Aber nicht nur ihr Glitzerlook macht sie besonders, sondern auch ihr Sound. Im Juni steht ihnen ein ganz besonderes Konzert bevor: Sie werden dort auftreten, wo bereits Musiklegenden der Jazz- und Rockszene wie Miles Davis, Santana oder Deep Purple spielten.

Für Schlagzeuger Jan van Meerendonk (32) geht damit mehr als ein Traum in Erfüllung: „Ich möchte es gar keinen Traum nennen, denn für mich war es einfach unerreichbar.“ Das Orchester mit derzeit 32 Mitgliedern wird auf dem größten Jazz-Festival in Europa, in Montreux am Genfer See, spielen – der bisher größte Auftritt der Bigband, die seit rund sieben Jahren besteht. 

Der Großteil der jungen Musiker ist Anfang 20, aber die Altersspanne reicht bis zu 50-Jährigen. Sie mischen klassischen Jazz mit Hip-Hop-, Elektro- oder Techno-Musikschnipseln, wie sie heute in Discos gespielt werden. „Es zeigt, dass ihr spezieller Sound mittlerweile auch bei Festivalmachern wahrgenommen wird.

Van Meerendonk: „Wir wollen unsere Zuhörer in Ekstase bringen“

Für die Kulturstadt Dachau ist die Einladung eine große Ehre“, sagt Kulturamtsleiter Tobias Schneider. Ins Blaue hinein, ohne große Hoffnung, hat sich die Bigband mit einem Video für das Jazzevent beworben.

Ihr außergewöhnlicher Sound hat die Organisatoren überzeugt: „Wir wollen unsere Zuhörer in Ekstase bringen“, sagt van Meerendonk. Völlig neu, wild und laut sein, wie es die Big Bands in den 1920er und 30er Jahren waren. Denn die Konzerte der heutigen Jazz-Orchester werden immer mehr zu Zuhörerkonzerten, kritisiert er. 

Das Publikum lässt sich in den Stuhl sacken, wippt mit dem Fuß mit, das war’s. Auf den Konzerten der Dachauer Bigband ist das anders.

Die Saxofonisten und Trompeter stehen nicht starr, sondern wippen mit dem Rhythmus von links nach rechts, Dirigent Tom (Tornado) Jahn hat keinen Dirigentenstab, sondern wirbelt seine Hände mit voller Kraft durch die Luft – und das Publikum tanzt. 

Außerdem gibt es neben dem standardmäßigen Bläsersatz außergewöhnliche Instrumente im Ensemble wie Keyboards und Synthesizer, E-Bass und E-Gitarren, „um die elektronische Tanzmusik mitreinzubringen“, sagt Jan van Meerendonk.

Der Jazz-Mix kommt an, die Big Band trat schon bei der Weltausstellung in Mailand auf, gab Konzerte in Österreich – und jetzt Montreux: Im vergangenen Jahr kamen während der 18 Festivaltage rund 250 000 Besucher. Vor der Open-Air-Bühne, wo die Dachauer spielen, ist für rund 3000 Zuschauer Platz. Ein bisschen stressig wird es trotzdem.

Am 14. Juli spielt das Ensemble in Montreux, am nächsten Tag in Puchheim. Der Auftritt war schon vor der Bewerbung ausgemacht, mit Montreux hat das Ensemble eben nicht gerechnet. „Aber das werden wir schon hinkriegen“, sagt van Meerendonk. Schließlich sind es nur rund sechs Stunden vom Genfer See nach Dachau.

Benefizkonzert für den Kirchturm von St. Jakob

Wer Glitzerlook und Jazzsound mit Hip-Hop und Elektroelementen live erleben will, kommt zum Benefizkonzert der Bigband Dachau zugunsten der Turm- und Außensanierung von St. Jakob am Mittwoch, 26. April, um 19 Uhr (Einlass 18.30 Uhr) im Ludwig-Thoma-Haus Dachau. Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt acht Euro. Karten gibt es an der Abendkasse.

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