Großer Auftritt vor kleinem Publikum: Die Bigband der Knabenkapelle begeistert im Kapplerbräu. Foto: sch

Bigband der Knabenkapelle geht fremd

Altomünster - Der erste Auftritt außerhalb Dachaus hätte auch ein Neujahrskonzert sein können, so frisch wie die Bigband der Knabenkapelle Dachau in Altomünster aufgespielt hat.

Im historischen Theatersaal des Kapplerbräu hat die Swing-Abteilung der KKD ein munteres Konzert mit Jazz- und Swing-Standards, zeitgenössischen Kompositionen und Balladen gegeben. Es war das erste Konzert der 2010 gegründeten Band außerhalb der Stadtgrenzen Dachaus.

Dass im großen Saal nur ein kleines Publikum anwesend war, schmälerte weder Motivation noch Spielfreude. Bandleader Jörg Hartl hat seine Musiker gut im Griff, führt sie locker, aber bestimmt. Scheinbar gelingt es ihm, ein Wir-Gefühl zu erzeugen, denn alle Stücke, ob alt oder neu, werden im einem harmonischen Gesamtklang gespielt. Jeder hört auf jeden.

Der aus Augsburg stammende Profi, der sich gerne zwischen die Musiker stellt und von dort aus den Ton angibt, hat ein klares Konzept. Seine Bigband spielt weder gemäßigten Altherren-Jazz noch ungezügelten Free Jazz. Der Schwerpunkt liegt auf dynamischer, groovender Musik, die straff und kompakt getimt ist, aber auch Raum für lyrische Momente und vor allem für ausgedehnte Soli lässt. Nur so kann man auf den guten alten Werten des Jazz wandelnd erfolgreich sein.

Das Repertoire besteht aus einer Mischung aus Swing, Jazz, Hard Bop und Funk. Stücke von den Vätern des Swing, wie Benny Goodman und Duke Ellington, wechselten mit komplizierteren Kompositionen von Chick Corea und anderen zeitgenössischen Komponisten. Count Basies „Splanky“ swingte im gelösten Rhythmus dahin, während in Sammy Nesticos „Switch in time“ Trompeten-, Saxophon- und Posaunensoli dynamisch aus den Tutti herausstachen.

Der musikalische Enthusiasmus der Band zündete sogar im halbleeren Saal. Auch kleines Publikum kann große Freude spüren. (sch)

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