Ein Bild des Grauens: Viele Tiere starben im Feuer, andere mussten später von ihrem Leiden erlöst werden. Foto: gh

Ein Bild der Verwüstung und des Grauens

Altomünster - Zu einem Ort der Verwüstung und des Grauens wurde am Donnerstagmorgen der Kuhstall vom „Raßn-Hof“ in Altomünster. Beim Brand des Gebäudes sind rund 100 Rinder qualvoll umgekommen.

Der Schaden beträgt nach ersten Schätzungen der Polizei rund 800 000 Euro.

Landwirt Robert Mayr wurde gegen 2 Uhr morgens von einem Geräusch geweckt. Zunächst hielt er es für einsetzenden Regen. Doch dann kam der Brandgeruch dazu und helles Licht. Als er vor sein Haus in der Halmsrieder Straße trat, stand sein etwa 20 mal 30 Meter großer Kuhstall bereits in hellen Flammen. Wenige Minuten später traf die Feuerwehr ein. Neben den Gemeindefeuerwehren Altomünster, Pipinsried, Oberzeitlbach und Wollomoos, waren Kräfte aus Eisenhofen, Kleinberghofen, Indersdorf und Dachau sowie die Kreisbrandinspektion, die Polizei und der Rettungsdienst mit insgesamt 26 Fahrzeugen und 150 Kräften vor Ort.

Das Hauptaugenmerk der Wehren bestand darin, das benachbarte Wohnhaus und die angrenzenden Hallen zu schützen. Der Kuhstall war schon nicht mehr zu retten. Kurze Zeit später stürzte bereits das Dach ein, auf der eine Photovoltaikanlage montiert war. Diese stellte laut Altomünsters Kommandant Peter Heinrich aber kein Problem dar, da sie nachts nicht unter Strom steht.

Dramatische Szenen spielten sich ab, als die Bauersleute zusammen mit den herbeigeeilten Nachbarn und der Feuerwehr versuchten, die Tiere zu retten. Nur aus dem vorderen und hinteren Bereich konnten etwa die Hälfte der Kühe und Kälber geborgen werden. Für die in der Mitte bestand keine Chance, da wegen des Rauchs und des eingebrochenen Dachs kein Zutritt mehr möglich war. Schwierig war es außerdem, die Tiere vom Feuer fern zu halten. Einige liefen immer wieder verschreckt zurück, andere den Graben entlang, bis sie verletzt oder völlig erschöpft geborgen wurden. Einige Rinder mussten mit dem Gnadenschuss erlöst werden.

Insgesamt sind bis jetzt 100 Tiere verendet oder vom Tierarzt eingeschläfert worden. Ob die geretteten Kühe alle durchkommen, ist dabei noch ungewiss. Sie wurden von benachbarten Betrieben in Sengenried, Aichach und Altomünster aufgenommen.

Gut drei Stunden wurde intensiv gelöscht. Der starke Regen kam den Wehren bei ihrer Arbeit zugute.

Für den 39-jährigen Landwirt, seine Frau und die drei Kinder ist es bereits der dritte Schicksalsschlag dieser Art innerhalb von fünf Jahren. 2006 wurde ein Teil der Scheune ein Raub der Flammen, 2008 ein Stroh- und Heulager und nun der komplette Kuhstall.

Die Brandursache ist noch nicht bekannt. Die Kripo ermittelt in alle Richtungen. (gh/sas)

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