Bordellbetreiber verklagt Stadt

FKK-Club will expandieren

Dachau – Die Stadt hatte es im Sommer 2014 gleich gewusst: Das Bordell in der Ohmstraße wird bald expandieren. Und tatsächlich: Der Betreiber, die GW Invest AG, möchte die so genannte Wellness-Relax-Fläche vergrößern.

Vor gut eineinhalb Jahren hatte die Stadt im Genehmigungsverfahren harte Auflagen angeordnet, damit dem Bauherrn von vorneherein die Lust am Lusttempel vergeht. Nur: Den folgenden Prozess verlor die Stadt mit Pauken und Trompeten (wir haben berichtet). Der FKK-Club Musses wurde gebaut.

Nun stellt sich die Stadt erneut quer und lehnt die Erweiterung ab. Und wurde prompt erneut verklagt. Morgen tagt das Verwaltungsgericht vor dem Bordell. Ein Augenschein soll Klarheit bringen.

Der FKK-Club Musses im Gewerbegebiet Dachau-Ost scheint zu florieren. Und so muss es sein, dass die Wellness-Relax-Fläche des rund 500 Quadratmeter großen Freudenhauses größer wird, meint jedenfalls der Betreiber – und beantragte die erforderliche Nutzungsänderung. Was mit Wellness-Relax-Fläche gemeint ist, wollte das Verwaltungsgericht nicht verraten, und so muss es jedermanns Fantasie überlassen werden, wie das Areal genutzt wird.

Der Stadt ist das egal. Ihr war das Etablissement von je her unsympathisch. Allgemein, weil sie glaubt, sieben Bordelle im Gewerbegebiet seien zu viele. Im Besonderen ärgern sich die Beamten vom Bauamt, weil sie 2014 bereits ahnten, dass es zur Vergrößerung kommen wird. Denn sie fanden heraus, dass in den Lagerräumen des Musses Abflüsse für Bad oder Dusche vorinstalliert waren. Aus Lagerräumen seien so flugs „Arbeitszimmer“ (O-Ton Amtsdeutsch) für die Damen gemacht. Daher machten sie dem Betreiber zur Auflage, nicht mehr als fünf Arbeitszimmer einzurichten. Weiter verlangten sie eine strikte Trennung der Bereiche, in denen die Kunden relaxen und in denen sie zur Sache gehen. Das Verwaltungsgericht erachtete die Auflagen für rechtswidrig, sehr zur Freude des Freudenhausbetreibers.

Am Donnerstag jedoch geht es nur um die Ausmaße der Wellness-Relax-Fläche, nicht um Zimmer. Das Verwaltungsgericht sieht sich alles vor Ort an und verhandelt im Anschluss. Und dann muss es entscheiden, ob es dem Betreiber recht gibt oder dafür sorgt, dass die Beamten vom Bauamt ein wenig relaxen können.

zim

Rubriklistenbild: © gms

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