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Ein Großaufgebot an Rettungskräften war bei dem Brand in Arnbach stundenlang im Einsatz.

Brand in Schreinerei in Arnbach: 100.000 Euro Schaden

2017 könnte zum Jahr mit den meisten Großeinsätzen in der Geschichte der Landkreisfeuerwehren werden. In der Nacht zum Freitag brannte eine Schreinerei in Arnbach lichterloh. Es war heuer bereits der sechste Großbrand. Die Einsatzkräfte hatten das Feuer schnell im Griff. Doch dann standen sie vor einer weiteren kniffligen Aufgabe.

Am Freitag um 0.15 Uhr gingen die Piepser von Feuerwehrenleuten, THW und medizinischem Personal. Großbrand in Arnbach! Kurz zuvor hatte ein Nachbar bei der Integrierten Leitstelle in Fürstenfeldbruck angerufen: Die Schreinerei nebenan stehe im Flammen. Über 100 Einsatzkräfte eilten in die Indersdorfer Straße und stellten fest: Der Brand hatte sich bereits so weit ausgebreitet, dass Flammen aus dem Dach schlugen. Um Löschwasser zu bekommen, mussten über mehrere hundert Meter Leitungen bis zur Glonn gelegt werden; über die Bahnstrecke der S 2 hinweg, die vorübergehend gesperrt wurde. „Den Rettern gelang es trotzdem, den Brand einzudämmen und ein Übergreifen auf naheliegende Gebäude zu verhindern“, so das Polizeipräsidium Oberbayern-Nord in seiner Pressemitteilung. 

Dennoch gab es noch ein Problem. „Die offenen Flammen am Dachstuhl haben wir recht schnell ausgemacht“, so Kreisbrandinspektor Maximilian Reimoser, „doch wir hatten noch das Problem im Spänebunker.“ Genauer: Über die Förderschnecke hätte Glut in das Holz hineingezogen werden können. Und diese Glutnester hätten nicht mit Wasser gelöscht werden können, weil der Strahl Staub aufgewirbelt hätte. Zudem war es für die Kräfte schwierig, in den massiven Bunker reinzukommen. „Das hat die Sache sehr zeitaufwändig gemacht“, so Reimoser. Schließlich konnten seine Kollegen in den Raum gelangen und feststellen: Keine Glut, keine Gefahr. 

Zur Absicherung blieb die FFW Puchschlagen vor Ort. Erst am Freitagvormittag gegen 9 Uhr zog der letzte Mann ab. „Im Innenbereich des Gebäudes dürfte hoher Sachschaden entstanden sein, der derzeit noch nicht beziffert werden kann. Personen wurden nicht verletzt“, teilt die Polizei mit. Noch in der Nacht hat der Dauerdienst der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck mit ersten Ermittlungen zur Brandursache begonnen. „Die Untersuchungen zur noch unklaren Brandursache werden am Freitag im Lauf des Tages, sobald das Gebäude betretbar ist, von den Brandfahndern der Kripo fortgesetzt“, hieß es. Sechs Brände, bei denen zum Teil weit über 200 Rettungskräfte gebraucht wurden, gab es heuer bereits. 2017 schickt sich an, das einsatzreichste Jahr seit vielen, vielen Jahren zu werden. So brannten neben der Schreinerei in Arnbach Wohnungen in Karlsfeld und Sulzemoos, eine Lackiererei in Dachau-Ost, eine Lagerhalle in Indersdorf sowie zwei Lagerhallen in Haimhausen. Beim Einsatz am Freitagnacht kam noch hinzu, dass einige Kräfte bereits zuvor bei einem Verkehrsunfall auf der A 8 bei Odelzhausen alle Hände voll zu tun gehabt hatten. Dort waren wie berichtet 29 Fahrzeuge beteiligt, es gab 27 Verletzte. „Jetzt dürfte es mal wieder ruhiger werden“, so Kreisbrandinspektor Reimoser lakonisch. Er weiß, es hilft ja nichts. Wenn es wieder brennen oder krachen sollte, heißt es rein in die Arbeitsklamotten und Fahrzeuge und raus zum Einsatzort.

Im Einsatz waren neben Rettungsdienst, THW und Polizei die Feuerwehren aus Arnbach, Dachau, Eisenhofen, Großberghofen, Hirtlbach, Indersdorf, Niederroth, Puchschlagen, Rumeltshausen, Schwabhausen und Weichs sowie die Unterstützungsgruppe Öl.

Thomas Zimmerly

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