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Am Taxistand am Dachauer Bahnhof stieg der unbekannte Täter in das Taxi.

Polizei meldet Ermittlungserfolg

Brutaler Überfall auf Taxlerin: Täter gefasst

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Indersdorf - Knapp drei Monate nach dem brutalen Überfall auf eine Taxifahrerin ist der Täter gefasst worden. Der 33-jährige Rumäne hatte die Frau mit einem Messer verletzt und flüchtete mit ihrem Taxi. Die Polizei fand das Auto, sicherte einen Fingerabdruck und verhaftete nun den Täter. 

Der Überfall auf eine Taxifahrerin aus Lauterbach in Markt Indersdorf ist geklärt. Das teilte das Polizeipräsidium Oberbayern gestern mit. Der 33-jährige mutmaßliche Täter sitzt in Untersuchungshaft. Er gibt den Überfall laut Polizei umfassend zu.

 „Wir sind alle froh, dass der Täter gefasst wurde“, sagt Ìlker Pastirmaci, ein Kollege der überfallenen Taxifahrerin. Alle Dachauer Taxifahrer leiden mit Gabriele S. mit, die bereits zweimal brutal überfallen wurde und deswegen ihren Job aufgegeben hat (wir berichteten). Umso erleichterter sind die Taxifahrer jetzt, nachdem sie erfahren haben, dass der Räuber im Gefängnis sitzt. „Sowas muss bestraft werden“, sagt Pastirmaci. Er hat seine Kollegin damals gefunden, an jenem Sonntagabend. 

Es war der 14. Februar. Der Täter stieg am Dachauer Bahnhof in das Taxi von Gabriele S. und ließ sich von Dachau nach Indersdorf fahren. Auf einem Feldweg nahe dem Golfpark Gut Häusern forderte er die Fahrerin auf anzuhalten und bedrohte sie mit einem Messer. Die 52-Jährige stieg aus und zog den Schlüssel ab. Der Täter verlangte die Herausgabe des Fahrzeugschlüssels, attackierte sie mit dem Messer und verletzte sie an den Händen und Unterarmen. Zudem versetzte der Mann ihr Schläge und Tritte. Dann nahm er die Schlüssel an sich, startete das Taxi und fuhr davon. Die Taxifahrerin wurde zufällig an der Straße von ihrem Kollegen entdeckt, der sofort Rettungsdienst und Polizei rief. Die Ersthelfer brachten sie ins Klinikum. 

Der Täter flüchtete in Richtung Luxemburg. Nahe Trier an der Autobahn A 1 fand die Polizei am Tag danach das geraubte Taxi mit Motorschaden, weil der Täter wohl Benzin statt Diesel getankt hatte. „Im Taxi konnten Fingerabdruckspuren gesichert werden“, teilte gestern ein Sprecher der Polizei mit. Diese „Individualspur“ konnte einem 33-jährigen Mann ohne festen Wohnsitz im Inland zugeordnet werden, so die Polizei. Die Staatsanwaltschaft München II beantragte einen EU-Haftbefehl. Ermittlungen der Kripo Fürstenfeldbruck ergaben, dass sich der Täter in sein Heimatland Rumänien abgesetzt hatte. Am 8. April wurde er dann von der rumänischen Polizei an seinem Wohnsitz festgenommen. Am vergangenen Mittwoch holten Beamte der Kripo den Mann in Rumänien ab und führten ihn dem Ermittlungsrichter vor. Der 33-Jährige räumte die Tat umfassend ein. Der Haftbefehl wurde bestätigt. Der mutmaßliche Täter sitzt nun in einer Justizvollzugsanstalt und wartet auf seinen Prozess. 

Die Schnittwunden, Platzwunden und Prellungen von Gabriele S. sind verheilt, die seelischen Wunden brauchen viel länger. „Mir geht es noch gar nicht gut. Ich habe starke Kopfschmerzen, und die Nächte sind eine Katastrophe“, sagte die 52-Jährige mehrere Wochen nach der Tat. Der Opferschutzverein Weißer Ring stellte der Überfallenen eine Traumatologin zur Verfügung. 

Ob es der zweifachen Mutter hilft, dass der Täter nun gefasst ist, kann Wolfgang Bössenroth, Leiter des Weißen Rings im Landkreis, nicht sagen. „Es gibt Personen, denen ist es völlig egal, was mit dem Täter passiert.“ Andere seien froh, dass er festgenommen sei, wieder andere „verspüren Genugtuung, wenn der Täter besonders lang hinter Gitter kommt“, so Bössenroth. 

Zu denen gehört Gabriele S. wohl nicht: Denn schon kurz nach der Tat haben sich ihre Gedanken nicht um den Täter gedreht. Sie beschäftigte, wie es mit ihr und ihren Kindern weitergeht. Denn vor sechs Jahren war sie schon einmal überfallen und stranguliert worden. Ans Steuer eines Taxis wird sie sich nicht mehr setzen. Aber sie besucht ihre Kollegen ab und zu, erzählt Ìlker Pastirmaci. Immerhin er und seine Kollegen empfinden Genugtuung über die Aufklärung des Verbrechens.

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