Bürgel empört sich über Bundesbahn

Dachau - Die Stadt Dachau hat in Sachen Investitionen große Pläne für die kommenden Jahre - unter anderem für die Entwicklung des Bahnhofsumfelds. Doch die gestaltet sich schwierig.

500 Radlständer sollen auf der Ostseite des Dachauer Bahnhofs gebaut werden, von der Stadt, für die Kunden der Bahn. Das macht 500 000 Euro Investition. Geld, das nicht einfach ohne Sicherheiten verpulvert werden soll. „Wir können nicht irgendwo irgendwas bauen, wir brauchen schon langfristige rechtliche Sicherheit“, erklärt Thomas Ernst, Kämmerer der Stadt. Heißt: die Stadt will die Fläche entweder kaufen oder einen langfristigen Pachtvertrag dafür bekommen. Nur: Die Bahn macht dabei nicht einfach so mit.

Erst vor wenigen Tagen gab es wieder Gespräche zwischen den beiden Parteien. Doch auch die führten zu keinem Ergebnis. Wieder einmal. „Wir sind schon mal weiter gewesen, als wir heute sind“, sagt Ernst. „Zusammen gekommen sind wir aber noch nie.“ Über diesen Zustand ließ sich Oberbürgermeister Peter Bürgel auch in seiner Haushaltsrede aus. „Die Bahn zwingt uns, unsere Planungshoheit aufzugeben“, erklärte der OB. „Wir sollen Fläche ausweisen, damit wir Flächen pachten können.“ Ein Gefeilsche, das dem Oberbürgermeister zutiefst widerstrebt: „Es ist ein Skandal. Das sollten wir uns nicht gefallen lassen. Diese Art der Bundesbahn ist wirklich unterste Schublade.“

Trotzdem - die Hoffnung lassen sich die Stadträte nicht nehmen. Sie haben eine halbe Million Euro für die Radlständer in den Haushalt 2012 eingestellt, vorsichtshalber. Man weiß ja nie.

Nina Praun

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