Drei Bürgerversammlungen

Die Last mit den Lastern

Arnbach - Der Schwerlastverkehr ist seit Jahren ein großes Problem für die Arnbacher. Oftmals müssten Fußgänger regelrecht wegspringen, weil die Räder manches Mehrachsers schon mal gefährlich auf dem Gehweg entlangrollen. Auch in der Bürgerversammlung im Sportheim Arnbach wurde daher einmal mehr eine Umgehung angesprochen.

Bürgermeister Josef Baumgartner betonte, dass die vielen Laster zum Gewerbegebiet Indersdorf natürlich auch der Kirchenmauer auf Dauer schaden würden. Er verwies jedoch darauf, dass es sich hier um eine Staatsstraße handle und die Gemeinde so gut wie keinen Einfluss habe. Es seien noch nicht einmal genaue Planungen im Gange. Lediglich über eine mögliche Trassierung sei bisher nachgedacht worden.

Eine mögliche Umfahrung würde parallel zur Bahnlinie in Arnbach situiert werden, was einem Arnbacher Zuhörer mehr als missfiel. Der junge Mann zeigte sich der Ansicht, dass eine Umfahrung erst recht Schwerlastverkehr von der Autobahn herziehe. „Die Laster, die sich die Maut sparen wollen, haben wir ja jetzt schon“, bestätigte Josef Baumgartner.

Die Veranstaltung war nicht sehr gut besucht, doch die zwei nächsten Bürgerversammlungen toppten das sogar noch: In Oberroth hielt der Gemeindechef seinen Vortrag zu Zahlen und Fakten in der Gemeinde – um dann den offiziellen Teil des Abends auch schon wieder beenden zu können. Denn es gab tatsächlich nicht eine einzige Wortmeldung eines Zuhörers.

15 Zuhörer – und dazu fünf Gemeinderäte – waren dann auch nur in den kleinen Saal des Gasthauses Göttler in Rumeltshausen zur Bürgerversammlung gekommen. Da war in der Gaststube mehr Betrieb – und auch im großen Saal, wo die Modellbahnfreunde gerade ihren monatlichen Stammtisch abhielten.

Immerhin legten die anwesenden Stettener und Rumeltshauser Zuhörer den Finger in zwei Wunden, die ihnen derzeit weh tun. Die eine ist das ewige Thema Altstettener Straße, die immer mehr Fahrer von Pkws, Lieferwagen und sogar Lkws als nicht zulässigen Schleichweg nutzen, um gerade im Berufsverkehr den Stau an der Ampel an der großen Kreuzung in Stetten zu umgehen, und auf diesem von vielen Radlern genutzten Weg oft zu schnell unterwegs seien.

Der Bürgermeister versprach, zumindest das so genannte Temposys, den Geschwindigkeitsanzeiger, dort in nächster Zeit häufiger einsetzen zu lassen.

Kein Versprechen konnte Baumgartner machen, was die fehlenden Fahrradstellplätze am Bahnhof angeht. Heidi Patzelt hatte das Thema angesprochen. „Seit drei Jahren müssen die Kinder jetzt ihre Radl an irgendwelche Stangerl binden. Wir haben eine S-Bahn mit Park & Ride und allem, aber nasse Fahrradsättel.“ Das Problem ist laut Baumgartner, dass die Finanzierung nicht geklärt ist. Denn eine Baufirma hatte die alten Radlständer im Zuge des Bahnhofsumbaus entsorgt. Und von der Bahn werde er seit einem Jahr permanment vertröstet und hingehalten. Die neueste Idee der Bahn sei, das Ganze zu einem Versicherungsschaden zu machen.

sas/tor

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