Bürgerbegehren auf den Weg gebracht

Odelzhausen - Allen Grund (Hadersried), Susanne Mannhard (Roßbach), Hubert Gronegger (Sittenbach) und Markus Kammermeier (Sixtnitgern) haben es geschafft. Sie haben in den nördlichen Ortsteilen der Gemeinde genügend Unterschriften gesammelt, um einen Bürgerentscheid zum Thema Windkraft auf den Weg zu bringen.

Am heutigen Donnerstagnachmittag werden sie mehr als 500 Unterschriften an Bürgermeister Konrad Brandmair übergeben. Auf den Unterschriftslisten der Initiatoren haben sich mehr als die notwendigen zehn Prozent der wahlberechtigten Odelzhausener dafür ausgesprochen, dass ein Beschluss des Gemeinderates vom 11. Oktober vorigen Jahres per Bürgerentscheid aufgehoben und in der Folge nicht mehr als zwei Prozent der Gemeindefläche für Windkraft ausgewiesen wird.

Der Gemeinderat hatte damals beschlossen, rund vier Prozent der Gemeindefläche im Adelzhausener Forst im Flächennutzungsplan als Konzentrationszone zur Errichtung von Windkraftanlagen vorzusehen (wir haben berichtet). Nach Übergabe der Unterschriften prüft die Gemeindeverwaltung deren Korrektheit und leitet dann den Antrag auf Durchführung des Bürgerentscheides an den Gemeinderat weiter. Der Bürgerentscheid muss innerhalb von drei Monaten nach Zulassung des Bürgerbegehrens durchgeführt werden (siehe dazu Kasten Stichwort). Den Abstimmungstermin legt der Gemeinderat fest.

Laut den vier Initiatoren des Bürgerbegehrens war die Resonanz in den Ortsteilen sehr groß. Das Bürgerbegehren sieht eine geringere Ausweisung von Flächen für Windkraftanlagen vor als vom Gemeinderat beschlossen. Die Initiatoren wollen damit eine nachhaltige Nutzung des Adelzhauser Forstes als Erholungs- und Rückzugsgebiet gewährleisten, so Allen Grund, Sprecher und Mitinitiator des Bürgerbegehrens. Mit der Entscheidung des Gemeinderates sei die maximal mögliche Fläche des Waldes für Windkraftanlagen verplant und böte Platz für acht bis zehn Windkraftanlagen (WKA), so Grund.

Er fasst die Beweggründe zum Start des Bürgerbegehrens zusammen: „Damit unterscheidet sich die derzeitige Flächennutzungsplanung des Gemeinderates nicht von dem einer privilegierten Fläche. Das entspricht von der Größenordnung her den Planungen im Adelzhauser Forst, die bereits die Projektierungsfirma Uhl ursprünglich in diesem Wald angedacht hatte. Wir möchten eine Vernunftlösung, die sowohl Windkraftanlagen als auch der nachhaltigen Nutzung unseres Erholungsgebietes Adelzhauser Forst Raum lässt. Mit einer Ausweisung von nicht mehr als zwei Prozent der Gemeindefläche würde nur die Hälfte des Adelzhauser Forstes mit Windkraftanlagen bebaut. Mensch und Tier hätten auf diese Weise Erholungs- und Rückzugsmöglichkeiten. Belastungen durch Windrademissionen halten sich bei unserem Lösungsvorschlag ebenfalls in Grenzen. Sollte sich der Windpark in seiner kleinen Form entgegen allen Erwartungen als erfolgreich darstellen, kann ja immer noch die große Variante im Nachzug realisiert werden.“

Zudem seien bisher keine Windmessungen durchgeführt worden, die eine eindeutige Rentabilität der Anlage in Aussicht stellen. Die Initiatoren bemängeln, dass laut bayerischem Windatlas die durchschnittliche Windgeschwindigkeit im Adelzhauser Forst in 140 Metern Höhe nur rund 4,5 bis 4,9 Meter pro Sekunde beträgt. „Wirklich rentabel sind Windkraftanlagen erst ab einer Windgeschwindigkeit von rund sechs Metern pro Sekunde. Wir möchten nicht Opfer einer übereilten Fehlplanung werden“, so Grund.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens begründen ihren Antrag damit, dass die geplanten vier Prozent für die Nutzung von Windkraft weit über die Forderung der aktuellen Rechtsprechung hinausgingen. Der Landkreis Dachau plane maximal ein Prozent Fläche für Windkraftanlagen. Weiter sei eine nachhaltige Nutzung des Erholungsgebietes und Rückzuggebietes für Tiere bei der derzeitigen Konzentrationsflächenplanung im Adelzhauser Forst nicht mehr möglich, und der beschlossene Umfang der Windkraftnutzung zerstöre das vorhandene Landschaftsbild. Grund: „Bei einer Verkleinerung der Windkraftnutzung auf zwei Prozent der Gemeindefläche wird immer noch ausreichend Raum geboten. Gleichzeitig können Teile des Forstes weiterhin unbelastet der naturbezogenen Erholung dienen, und die angrenzenden Ortsteile werden bei weniger Windkraftanlagen durch geringere Windrademissionen weniger belastet.“

Wenn der Termin für den Bürgerentscheid feststeht, wollen die Initiatoren gezielt die Bürger informieren.

Manfred Sailer

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