Zinngefäße, später Porzellan und steife Servietten zierten einst den Bürgertisch. Foto: Sch

Bürgerliche Tischsitten

Dachau - Die Sonderausstellung "Esskultur", die noch bis 8. Januar im Bezirksmuseum Dachau gezeigt wird, befasst sich unter anderem mit den Tischmanieren des Bürgerturms im Verlauf von zwei Jahrhunderten.

Die reichen Bürger eiferten auch in der Gestaltung ihrer Tafel den hohen Herrschaften nach: Der Adel galt als Vorbild. Da Porzellan und Silber jedoch fürs Bürgertum tabu waren, wurde von Zinntellern gegessen und aus Zinngefäßen getrunken; denn damals war die gesundheitsgefährdende Wirkung des bleihaltigen Zinns noch kein Thema. Mit der Herstellung von Porzellan in Dresden ab 1708 (vorher kamen die Services aus französischen Manufakturen) fand das "weiße Gold" auch in Bürgerhaushalten Verwendung. Eine rasanten Entwicklung erfuhr die Serviette.

Um 1900 erschienen erste Bücher über Tischsitten und Tischkultur, in denen unter anderem auch die besonderen Besteck- und Verzehrregeln für Fisch ausführlich behandelt wurden. Ein weiteres Thema war den Modegetränken Punsch und Bowle gewidmet. So war es absolut unfein, die Früchte herauszuangeln und zu verzehren.

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Die Ausstellung ist bis 8. Januar im Bezirksmuseum, Augsburger Straße 3, zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, von 11 bis 17 Uhr, Samstag, Sonntag und feiertags von 13 bis 17 Uhr. (sch)

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