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Bürgermeister Brandmair unter Druck

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Von den Problemen der Kläranlage Odelzhausen erfuhr der Gemeinderat erst aus den Dachauer Nachrichten.  Foto: Sailer
Von den Problemen der Kläranlage Odelzhausen erfuhr der Gemeinderat erst aus den Dachauer Nachrichten. Foto: Sailer

Odelzhausen - Bürgermeister Konrad Brandmair (CSU) hat in der jüngsten Gemeinderatssitzung am Dienstag auf Antrag von Dr. Roderich Zauscher (BGO) einen ausführlichen Bericht über die unterdimensionierte Kläranlage abgegeben.

Am Freitag, 26. Juli, hatte der Kläranlagenwärter demnach festgestellt, dass die Reinigungswerte bedenkliche Werte angenommen hätten, und daraufhin Alarm geschlagen. Der Wärter hatte laut dem Bürgermeister auch sofort das Wasserwirtschaftsamt informiert. Dieses habe zur Beweissicherung und für die weiteren Ermittlungen die Polizei hinzugezogen, weil Gewässerverunreinigungen eine Straftat darstellen. Deshalb ermittele jetzt auch die Staatsanwaltschaft. Brandmair: „Der Klärwärter ist in Verbindung mit den Ermittlungsbeamten. An mich persönlich ist bisher noch niemand herangetreten.“

Nach der Alarmierung am Freitag seien Brandmair zufolge „geeignete Sofortmaßnahmen über das Wochenende nicht mehr möglich“ gewesen. Durch eine zusätzliche Sauerstoffgabe habe die Situation jedoch „etwas entschärft“ werden können.

Am folgenden Dienstag dann habe ein Krisentreffen in der Kläranlage stattgefunden, an dem neben Brandmair und Sulzemoos’ Bürgermeister Gerhard Hainzinger auch das Wasserwirtschaftsamt und die Polizei teilgenommen hätten. Alle seien zu dem Ergebnis gekommen, dass eine große, stark belastete Einleitung zu dem Störfall in der Anlage geführt habe.

Der Verdacht sei auf einen Betrieb im Odelzhausener Gewerbegebiet gefallen. Brandmair dazu: „Dieser wurde in der Folge von der Abwasserentsorgung abgehängt, seitdem hat sich die Anlage deutlich erholt. Mittlerweile sind die Abwasserwerte besser als vor dem Störfall.“

Zusätzlich seien seit dem Störfall neue Belüfter eingebaut worden, die bereits seit Monaten bestellt, aber bisher noch nicht geliefert worden seien, so Brandmair. Allerdings, und darauf legt der Bürgermeister großen Wert, sei die Kläranlage nie ganz ausgefallen: „Statt 100 Prozent lief die Anlage nur noch auf 75 Prozent Leistung.“ Am kommenden Montag finde eine Besprechung über das weitere Vorgehen mit dem Feinkosthersteller Dahlhoff statt, der seit dem Störfall sein Abwasser in Tankwagen entsorgen muss.

August Gradl (CSU) und Wolfgang Steininger (FW) fürchten nun finanzielle, aber auch strafrechtliche Folgen. Gradl: „Diese Entsorgung kostet Unsummen. Da wird es vermutlich Schadenersatzforderungen gegen die Gemeinde geben.“ Steininger ergänzte: „Wenn die Polizei ermittelt, könnte auch die Gemeinde zur Rechenschaft gezogen werden.“ Das befürchtete auch Brandmair: „Wir sind in der Beweispflicht, das wird schwer werden.“

Bruni Kiemer (FW) beklagte, dass der Gemeinderat erst aus den Dachauer Nachrichten von den Problemen der Anlage erfahren habe und schimpfte auf die Untätigkeit der Gemeindeverwaltung: „Der Gemeinderat wurde vor mehr als einem halben Jahr über die hohen Abwassermengen informiert. Warum ist nichts passiert?“ Auch Dr. Roderich Zauscher (BGO) schimpfte über die zögerliche Umsetzung eines Gemeinderatsbeschlusses: „Vor einem halben Jahr wurde die Grenzbelastung bereits festgestellt und wir haben eine Ertüchtigung beschlossen. Passiert ist nichts. Die Vergiftung der Glonn und der Amper wird lange nachwirken.“

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