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Hier soll das Windrad der Stadtwerke Dachau errichtet werden.

Geplantes Windrad im Sigmertshauser Holz

Bürgermeister fühlen sich vom OB schlecht informiert

Sie haben zu spät von den Plänen der Stadtwerke erfahren, ein Windrad im Sigmerthauser Holz bauen zu wollen. Das werfen zwei Bürgermeister Florian Hartmann vor. Der Dachauer Oberbürgermeister wehrt sich gegen die Vorwürfe, gab allerdings zu: Eines hätte er anders gemacht.

DachauNicht nur die Pellheimer Bürger werfen Oberbürgermeister Florian Hartmann vor, zu spät von den Plänen erfahren zu haben, dass die Stadtwerke ein Windrad bauen wollen (wir berichteten). Auch die Bürgermeister der Nachbargemeinden Hebertshausen und Röhrmoos, Richard Reischl und Dieter Kugler, fühlen sich schlecht informiert. Diesen Vorwurf weist der OB jedoch von sich. „Bevor ich jemanden informieren kann, brauche ich einen Beschluss von den Stadträten“, so Hartmann. Allerdings würde er im Nachhinein eines anders machen: „Den Beschluss der Stadtwerke hätte ich nichtöffentlich gemacht.“

Der Dachauer Werkausschuss hatte in seiner Sitzung am 23. Februar den Beschluss gefällt, ein Windrad im Sigmertshauser Holz bauen zu wollen. In dieser öffentlichen Sitzung erfuhren die Stadträte zum ersten Mal von dem Projekt, und in dieser Sitzung befürworteten sie mit 12:3 Stimmen die weitere Planung für die 230 Meter hohe Anlage. Die Bürger erfuhren davon aus der Zeitung, genauso wie die Bürgermeister Richard Reischl und Dieter Kugler der benachtbarten Gemeinden Hebertshausen und Röhrmoos. Das geplante Windrad soll am äußersten nördlichen Stadtrand Dachaus entstehen, einen Kilometer von Pellheim entfernt, 800 Meter sind es nach Viehhausen und 1,1 Kilometer nach Sigmertshausen.

„Ich glaube, es hätte sich gehört, vorab informiert zu werden – bei einem Vorhaben, das die Nachbarn so stark betrifft“, sagte Dieter Kugler. „Ich bin maßlos enttäuscht.“ Der Röhrmooser Bürgermeister sagt, dass die Stadtwerke Dachau das Grundstück seit eineinhalb Jahren gepachtet haben – mit diesem Ziel. Und OB Hartmann schaffe es nicht, „drei Kollegen anzurufen und denen vorab zu sagen, dass man da ein Windrad plant“. Das sei eine „Frage des Anstands“. In der Gemeinderatssitzung in Röhrmoos am morgigen Mittwoch um 19.30 Uhr im Rathaus will Kugler nun vorschlagen, dass die Gemeinde für das Bauleitverfahren einen rechtlichen Beistand hinzuzieht. „Diese Notwendigkeit sehe ich nun“, so Dieter Kugler.

Sein Hebertshauser Kollege Richard Reischl denkt ähnlich: „Ich hätte gewollt, dass der OB mich bei einem der vielen Treffen zwischen Tür und Angel darüber informiert.“ Er möchte kein Einspruchsrecht, sondern nur den Dialog. Ein Windrad mit 230 Metern Höhe habe eine starke Außenwirkung, „das macht den Bürgern erst mal Angst“, so Reischl. „Und wir können unsere Leute nur mit Transparenz überzeugen.“ Er verstehe die Pellheimer, die sich nun mit dem Bürgerantrag gegen das Windrad zu wehren versuchen.

Auch der OB wehrt sich – gegen die Vorwürfe seiner Bürgermeisterkollegen. „Erst muss ich klären, ob ich überhaupt so ein Projekt machen will“, so Hartmann. „Und bevor die Stadtwerke mich beauftragen, kann ich ja nicht mit den Betroffenen sprechen, ob sie das wollen oder nicht.“ Er finde die Bürgerbeteiligung wichtig und richtig, aber doch keine Bürgerbeteiligung vor der Bürgerbeteiligung. Derzeit werde abgestimmt, in welchem Gremium der Antrag von der Pellheimer Bürgerversammlung behandelt werde, denn es seien Werk- und Bauausschuss sowie der Stadtrat betroffen. Und je nachdem, wie darüber entschieden wird, gebe es eine Informationsveranstaltung über das geplante Windrad, „oder eben nicht, wenn der Stadtrat es ablehnt“, so Hartmann weiter.

Wenn der Dachauer OB den Wirbel geahnt hätte, den der Beschluss des Werkausschusses auslöste, hätte er im Nachhinein die Stadträte in nichtöffentlicher Sitzung über die Pläne informiert und abstimmen lassen. Trotzdem lässt er den Vorwurf der zu späten Information nicht gelten. Hartmann: „Wenn eine Landkreis-Gemeinde ein Baugebiet ausweist, sagt mir das auch keiner vorher – und der Verkehr geht durch Dachau.“

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