Bürgerversammlung Erdweg

Ein Feuerwerk an Fragen und Anliegen

Kleinberghofen - Einmal im Jahr haben Bürger die Möglichkeit, Fragen, Anliegen oder Ärgernisse in großer Runde vorzutragen. Bei der einzigen Bürgerversammlung für die Gemeinde Erdweg prasselte ein wahres Feuerwerk auf Bürgermeister Georg Osterauer ein.

Rund 100 Bürger der gesamten Gemeinde Erdweg waren am Donnerstagabend ins Bürgerhaus Kleinberghofen gekommen, wo Gemeindechef Georg Osterauer nicht nur die wichtigsten Zahlen, Maßnahmen und Projekte vorstellte, sondern auch die Referenten der Gemeinde zu Wort kommen ließ (gesonderter Bericht folgt).

Der Walkertshofener Dieter Schneefeld eröffnete die Fragerunde mit dem Antrag, in der Hundehaltungsverordnung keine Interpretationsmöglichkeit mehr zu lassen. Hintergrund ist die massive Hundeattacke im Oktober am Petersberg.

Ernst Suppmair aus Unterweikertshofen wollte unter anderem wissen, ob bei den Bebauungsplänen in Kleinberghofen-Ost und Eisenhofen-Sandgrube die Stellplatzsatzung eingehalten wird, was Georg Osterauer bejahte. In Kleinberghofen-Ost wurde sogar eine Tiefgarage eingeplant. Hans-Jürgen Kollmer, Kleinberghofen, machte auf das Problem aufmerksam, dass Garagen oft zweckentfremdet werden und schlug vor, die Stellplatzablöse (5000 Euro) wie in Karlsfeld zu verdoppeln. Das, so Georg Osterauer, müsse von Fall zu Fall entschieden werden.

Kollmer sprach auch die fehlenden Gewerbegebiete an und wollte wissen, „wo es hängt“. Georg Osterauer betonte, es seien verschiedene Flächen geprüft worden. Er sprach sich aber nicht nur für Gewerbeareale im Hauptort aus, sondern auch in den Dörfern. Dazu gebe es demnächst eine Machbarkeitsstudie und den Versuch, leer stehende Gebäude umzufunktionieren. „In Walkertshofen ist das schon gut gelungen“, so Osterauer.

Für dringend erforderlich sahen Benno Schegg aus Walkertshofen und Josef Lochner, Kleinberghofen, ein neues Einheimischenmodell an. „Denn unsere Kinder würden gern in den Ortschaften bleiben. Wenn einmal Flächen angeboten werden, kommt es mir so vor, als würden oft Probleme regelrecht gesucht.“ Einen Fall aus Walkertshofen konnte Günther Dietzinger bestätigen. Bürgermeister Osterauer gab zu bedenken, dass eine Kommune nicht ausschließlich Bauland für Einheimische ausweisen könne, sondern auch für die weniger Begüterte bezahlbaren Wohnraum schaffen müsse. Josef Lochner beklagte in diesem Zusammenhang „unterschiedliche Baurechtsgenehmigungen“. Für sein Areal, ein so genannter Dornansatz, habe es immer geheißen, dies würde sowieso nie als Bauland genehmigt werden. Der jetzige Landrat Löwl stehe der Sache aufgeschlossener gegenüber, weil man eben Bauland braucht. Georg Osterauer machte deutlich, jeder Fall müsse einzeln geprüft werden. „Wir prüfen ernsthaft, was möglich ist.“

Für Anton Lochner, Kleinberghofen, hatte der Gemeindechef wenigstens den Hinweis, dass es wegen des schlechten Zustands der Münchner Straße wenigstens schon einen Termin mit dem Straßenbauamt gibt. Osterauer will sich zudem selbst ein Bild machen vom „schlechten Bahnübergang am Petersberg“, über den Josef Eisenmann aus Hof klagte.

Das Thema Geh- und Radwege schnitt Helmut Bayer aus Welshofen an. Vor allem der von Welshofen nach Unterweikertshofen lag ihm am Herzen. Bei diesem Ringschluss sei die Kommune wenigstens ein bisschen weitergekommen, so Georg Osterauer und hofft auf Baubeginn im nächsten Jahr.

Benno Schegg sprach auch den schlecht gestalteten und völlig veralteten Wertstoffhof Guggenberg an, der mittlerweile gemieden werde. Georg Osterauer verwies darauf, dass der Landkreissache ist und es dafür eben auch ein Gewerbegebiet braucht, um etwas Neues zu entwickeln.

Franz Keller meinte: „Wenn ich mit dem Zug aus dem Bahnhof Erdweg nach Kleinberghofen fahre, kommen mir jedes Mal die Tränen: viele Schilder, rot-weiße Geländer. Der Gemeindechef bat um Verständnis, dass manche unschön aussehende Sicherheitsvorkehrung leider nötig sei.

Die Einführung von Tempo 30 forderte Günther Dietzinger am Ortseingang von Walkertshofen (von Welshofen aus). Die Gemeinde hat dort ein digitales Tempomessgerät aufgebaut. Später sollen Geschwindigkeitskontrollen erfolgen. Georg Osterauer: „Tempo 30 hat die Polizei hier aber abgelehnt.

Sabine Schäfer

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