+
In den ASV-Saal kamen rund 100 Bürger, um Fragen, Anregungen und Kritik loszuwerden.  

Viele Probleme, wenige Lösungen

Bürgerversammlung in Dachau-Süd: Verkehr und mangelnde Sauberkeit beschäftigen die Besucher

  • schließen

Verkehr, Umweltschutz oder fehlende Sauberkeit: Die Themen, die die Bürger bei der Bürgerversammlung in Dachau-Süd beschäftigten, waren vielfältig.

Dachau– Johannes Klein beispielsweise beklagte die Überlastung der Münchner Straße: „Ab halb drei Uhr nachmittags ist Stau.“ Er befürchtet, dass sich das Problem noch verschlimmern könnte, wenn der Lkw-Verkehr wegen der Abbrucharbeiten am MD-Gelände sowie der Parksuchverkehr wegen der neuen Bewohnerparkzone westlich der Bahn zunehmen werden. Außerdem sei auch nachts die Belastung der Anwohner hoch, weil die Strecke oft als Rennstrecke missbraucht würde. „Man kann nicht vernünftig durchschlafen“, sagte er. Laut Oberbürgermeister Florian Hartmann fänden regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen statt. Generell sei die Verkehrsführung an der Münchner Straße bereits optimiert, erklärte Polizeichef Thomas Rauscher. „Vor der Umgestaltung der Münchner Straße hatten wir sehr hohe Unfallzahlen.“

Eine weitere Straße, zu der es gleich mehrere Wortmeldungen gab, ist die Langwieder Straße. Sabine Gallagher forderte zum Beispiel, dass Parklinien nachgezogen und Tempokontrollen durchgeführt werden. Tatsächlich sind im März in der Straße zwei Blitzaktionen geplant, so Hartmann. Zwischen der Moos- und der Emmeringer Straße ist die Langwieder Straße eine Privatstraße. Seit vielen Jahren bemüht sich die Stadt, die Straße zu übernehmen. Hartmann berichtete, dass die Verhandlungen der Stadt mit den Grundstücksbesitzern noch nicht erfolgreich waren. „Nicht alle wollen ihren Grund hergeben“, sagte er. Eine Enteignung wolle man unbedingt verhindern.

Ein weiteres Ärgernis war die Parkplatznot. Josef Bergschneider beschwerte sich, dass sich diese bei der Straße Am Heideweg seit der Sanierung der Wohnblöcke deutlich verschlimmert hätte. „Die Situation ist verheerend!“ Nicht nur Anwohner, auch Kirchgänger von Mariä Himmelfahrt seien betroffen. „Und die Parkbuchten aus den 70er Jahren sind viel zu klein“, so Bergschneider. Viel Hoffnung auf eine Lösung des Problems machte Hartmann ihm nicht. Rechtlich habe die Stadt keine Handhabe, um mehr Parkplätze zu fordern, und Grünflächen wolle man nur ungern opfern. Vielmehr müsse man sich Gedanken machen, ob nicht weitere Bewohnerparkzonen sinnvoll seien: „Je mehr freie Stellplätze es gibt, desto bequemer ist es, sein Auto dort abzustellen“, erklärte er. „Wenn der Druck größer wird, stellen viele ihre Autos eher auf ihrem Privatgrund ab.“

Auch für das Anliegen von Anneliese Haas wird es wohl keine einfache Lösung geben. Sie stören die Lagerfeuer am Stadtweiher. „Der Gestank beeinträchtigt gerade nachts die Lebensqualität“, berichtete sie und forderte, die Feuerstellen wieder zu entfernen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.

Mangelnde Sauberkeit in der Stadt beklagten weitere Versammlungsteilnehmer. Dominic Kandler ärgerte sich über Graffiti: „Man sieht in Dachau-Süd schon fast keinen Stromkasten mehr, der nicht besprüht ist.“ Laut Thomas Rauscher ist bei der Dachauer Polizei eine Kollegin nur für dieses Thema zuständig. „Wir setzen alles daran, die Taten aufzuklären“, sagte er. Oberbürgermeister Florian Hartmann hätte eine weitere Idee. Er könnte sich vorstellen, die Bahnunterführung in Dachau-Süd mit einem professionellen Graffito besprühen zu lassen. Aber: „Leider haben wir von der Bahn bis jetzt noch keine Antwort bekommen.“

Eine positivere Nachricht hatte Hartmann dagegen für Bettina Enskat: Ihr war aufgefallen, dass in der Hermann-Stockmann-Straße rund 30 Bäume fehlen. „Man sollte wieder welche nachpflanzen“, schlug sie vor. Tatsächlich müssen aufgrund einer Fäulnis sechs weitere Bäume gefällt werden. „Aber die Straße wird neu bepflanzt“, versprach Hartmann.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wohnraum für 40 Flüchtlinge in Haidhof
Grünes Licht für eine Gemeinschaftsunterkunft im Sulzemooser Ortsteil Haidhof: Realisiert werden soll sie in einer bisher als Wohnhaus genutzten Immobilie.
Wohnraum für 40 Flüchtlinge in Haidhof
Bernhard Franke stellt sich abermals zur Wahl
Der Rechtsanwalt Bernhard Franke tritt im März 2020 erneut als Bürgermeisterkandidat der SPD Petershausen an. Der 61-Jährige sitzt seit der Kommunalwahl 2014 für die …
Bernhard Franke stellt sich abermals zur Wahl
Grüne gründen neuen Ortsverband
In der Gemeinde Jetzendorf soll es in wenigen Wochen einen Ortsverband der Grünen/Bündnis 90 geben. Und eine Liste für die Gemeinderatswahl.
Grüne gründen neuen Ortsverband
Klimademo in Dachau
Zum ersten Mal zieht am kommenden Freitag, 18. Oktober, ein Klima-Protestzug durch Dachau.
Klimademo in Dachau

Kommentare