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Rede und Antwort stand OB Hartmann bei der Bürgerversammlung. Doch nicht auf alle Fragen hatte er eine Antwort. Das Problem: die Bahn.

Bürgerversammlung Etzenhausen

Problemverlagerung auf die Bahn

Themen rund um die Bahn bewegen die Etzenhauser, das wurde bei der Bürgerversammlung klar. Viele Probleme konnte OB Hartmann deshalb nicht klären, denn die Bahn fühle sich oft nicht zuständig.

Etzenhausen – Das Leben an der Bahn bewegt die Etzenhauser. Das wurde bei der Bürgerversammlung mit rund 120, vor allem männlichen Gästen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung klar. OB Florian Hartmann versuchte, die Fragen des Publikums zu beantworten. Aber nicht immer konnte er sie klären. 

Bahn fühlt sich für Dachauer Anliegen nicht zuständig

Denn in vielen Fällen sei die Deutsche Bahn zuständig. Aber in der Vergangenheit war es schwierig, den richtigen Ansprechpartner ans Telefon zu bekommen. Das Problem: Oft fühle sich niemand bei der Bahn für die Dachauer Anliegen zuständig.

Eines davon ist zum Beispiel der Bahnübergang am Waldfriedhof von Steinkirchen aus. Er ist weiter für Rad- und Fußgänger gesperrt, seitdem die A-Linie elektrifiziert wurde. Kein einfaches Projekt: Unter dem Übergang verläuft eine Wasserleitung, an der ein Betonblock hängt. 

Die Bahn befürchtet, dass die Leitung platzt, wenn der Block angegangen wird. Deshalb will die Stadt das Projekt nun selbst in Angriff nehmen und den Bahnübergang um etwa sechs Meter versetzen.

Lärmschutzwände halten ICE-Verkehr nicht stand

Rosemarie Seidl

Um die Lärmschutzwände neben den Bahnschienen an der Anton-Burgmaier-Straße ging es Karl-Heinz Matschiner und Rosemarie Seidl: Denn die Wände halten dem ICE-Verkehr nicht stand, sie wackeln (wir haben berichtet). Seidl kritisierte, dass die Büsche an der tristen Schallschutzmauer bei einer „ad-hoc-Aktion“ abgeschnitten wurden. Sie wollte wissen, wann die Wände ausgetauscht werden. Doch Hartmann hatte darauf keine Antwort, da das Bauvorhaben bei der Bahn liege. 

Matschiner: „Lärmschutzwände könnten Straße beschädigen“

Karl-Heinz Matschiner

Karl-Heinz Matschiner hat dabei Bedenken. Er befürchtet, dass die Lastwagen mit den vier Meter hohen Lärmschutzwänden durch die Fahrten seine Straße, die Veltenstraße, beschädigen: „Wir müssen mit der Bahn sichere Verträge machen, damit sie sich sich vor ihrer Verantwortung nicht drücken können.“

Blank: „Man hat das Gefühl, dass der Zug noch am Dachauer Bahnhof ist, und man steht schon mit dem Auto“

Wolfgang Blank

Auch Wolfgang Blank ärgert sich über die Bahn, genauer gesagt über den Übergang am Stadtbahnhof. „Man hat das Gefühl, dass der Zug noch am Dachauer Bahnhof ist, und man steht schon mit dem Auto“, kritisierte er. Er schlug deshalb vor, nicht auf die seit Jahren geplante Bahnunterführung zu hoffen. Er schlug vor, eine Ampel am Bahnübergang zu bauen und die Schranken später zu schließen. Hartmann bestätigte, dass die Schranken schon schließen, wenn der Zug am Bahnhof losfährt. Er betonte aber: „Wir wollen eine Unterführung.“ Die Umsetzung des Projekts wird aber noch dauern: Zunächst müsse ein Planer gefunden werden. Und wieder einmal das alte Problem: „Verfahren mit der Bahn dauern lange.“ Zudem sei das Wasserwirtschaftsamt beteiligt, denn der Mühlbach verlaufe unter der Bahnlinie. „Zehn Jahre dauert es bestimmt noch, um Baurecht zu bekommen“, sagte er.

Ärger über Straßenkosten

Georg Ruland ging es um das neue Kommunalabgabegesetz, nachdem die Stadt bis 2021 46 Straßen neu herstellen muss. Auch seine Straße, die Dr.-Muhler-Straße, soll fertiggestellt werden. Er muss 90 Prozent der Kosten übernehmen. Doch ein Rathaus-Mitarbeiter hätte ihm gesagt, dass die Rechnungen für die Straßen bei einem Brand im Rathaus verschwunden seien.

Darüber lachte Hartmann, davon hätte er noch nichts gehört. Zudem behaupte die Stadt, dass für die Straße bereits Vorauszahlungen von 57 000 Mark gemacht wurden, Ruland spricht von rund 80 000 Mark. „Ich werde das prüfen lassen“, sagte Hartmann.

Bitte vom Vater an den Sohn

Erwin Hartmann

Schließlich meldete sich auch der Vater von Florian Hartmann, Erwin Hartmann, zu Wort. Der OB scherzte, dass sie über das Problem doch auch bei anderer Gelegenheit sprechen könnten. Hartmann senior schlug eine Haltezone an der Kreuzung Ludwig- und Hermannstraße vor, weil dort immer mehr Autos vorfahren. OB Hartmann: „Wir wollen schauen, was wir machen können.“

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