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Hans-Michael Körner

Bundesverdienstkreuz für Petershauser Historiker

Hans-Michael Körner zieht 800 Zuhörer in seinen Bann

Petershausen – Hans-Michael Körner (70) hat sein Hobby zum Beruf gemacht, wie er selbst sagt: Sein Steckenpferd ist die Bayerische Geschichte. Und die will der Petershauser jedem näherbringen. Der leidenschaftliche Historiker bekam nun das Bundesverdienstkreuz von Kultusminister Ludwig Spaenle.

Professor Körner trägt Trachtenjanker, „weil er einfach bequem ist“. Für ihn bedeutet die bayerische Geschichte mehr als nur bloße Jahreszahlen und alte Stammesherzogtümer. Denn ohne seine „reiche politische Geschichte“ wäre Bayern und Deutschland nicht das, was es heute ist. „Die heutige Stellung Bayerns kann man nur verstehen, wenn man die letzten Jahrhunderte ansieht und die bayerischen Herrscher, die immer unabhängig und souverän gegenüber dem Rest sein wollten.“ 

Von 1995 bis 2012 hatte Professor Körner den Lehrstuhl für Geschichtsdidaktik an der LMU inne und forschte darüber, wie Geschichte auch dem Ottonormalverbraucher schmackhaft gemacht werden kann. „Die bayerische Geschichte kommt besonders gut an, wenn man sie an populären Personen aufhängt zum Beispiel an Ludwig I, Ludwig II oder an berühmten Schauplätzen, wie der Feldherrnhalle in München, wo der Hitlerputsch stattgefunden hat.“ Deshalb organisierte er seit 1999 auch die „beliebteste Geschichtsstunde Münchens“, wie Körner schmunzelnd erzählt: Eine historische Ringvorlesung über die bayerische Geschichte am Mittwochabend mit bis zu 800 Zuhörern. 

Doch die meisten der Zuhörer waren keine Geschichtsstudenten – sondern Interessierte, die nachholen wollten, was ihnen im Geschichtsunterricht gefehlt hat: „Der Schulunterricht konzentriert sich vor allem auf die deutsche und europäische Geschichte und, nicht auf die bayerische“, so Hans-Michael Körner. Denn der Lehrplan lege vor allem einen Fokus auf das 20. Jahrhundert, da bleiben andere Epochen und Regionen meist außen vor. 

Bei der Ringvorlesung von Hans-Michael Körner konnten die Zuhörer aber genau das nachholen: Sie bekamen einen Gesamtüberblick von Tassilo III. aus dem frühen Mittelalter, dem letzten bayerischen Herzog aus dem Geschlecht der Agilolfinger bis zum letzten König Bayerns Ludwig III., der bis 1918 regierte. Schließlich wurde die beliebte Nachhilfestunde von Professor Hans-Michael Körner in der bayerischen Geschichte sogar im Fernsehen übertragen. 

Als Geschichtsdidaktiker ist der Petershauser nämlich davon überzeugt, dass sich das eigene Geschichtsbewusstsein nicht nur über den Schulunterricht, sondern durch verschiedene Feste wie Mittelalterspektakel oder historische Spielfilme ausbildet. Deshalb setzt sich Hans-Michael Körner genau dafür ein, Geschichte erlebbar und greifbar zu machen. Auch nach seiner Tätigkeit an der LMU, hält er noch rund 25 Vorträge im Jahr über die bayerische Geschichte „damit der Normalmensch auch etwas damit anfangen kann“, erzählt er grinsend. 

Was das Bundesverdienstkreuz nun für ihn bedeutet? „Einfach Freude“, antwortet Hans-Michael Körner.

Anna Schwarz

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