Ein königliches Fest

Auf dem Burschenball Altomünster werden Traditionen gepflegt

Altomünster - Mädchen in Abendkleidern, Burschen in Anzügen: Der Burschenball Altomünster ist etwas Besonderes. Hier werden alte Traditionen gepflegt. Mit Königen, Schleifen, und Stroh.

Für die Könige begann es mit einem besonders schönen Moment: „Ein Hoch den beiden Königspaaren und allen, die es vorher waren“, fordert Tanzmeister Sebastian Oswald die Ballbesucher auf. Applaus, anerkennende Rufe und Pfiffe. Die Burschenballkönige Maximilian Goldstein mit seiner Königin Corinna Thomas und Dominik Schreyer mit seiner Königin Simone Mair marschieren in den Kapplerbräusaal ein. Hübsch sehen die königlichen Hoheiten aus, die Männer mit Anzug und Fliege, die Frauen mit schickem Ballkleid und Hochsteckfrisur. Ein besonderes Outfit für einen besonderen Ball: Dem 157. Altomünsterer Burschenball.

Nur eines fehlte beim Einzug noch: Die Burschenballkette. Hier mussten die Vorgängerpaare Michael Unsinn mit Magdalena Goll und Thomas Pfaffenzeller mit Kathrin Ostermeir erst noch den letzten Akt ihres Wirkens vollbringen und die Kette offiziell übergeben.

Danach begrüßten die neuen Königspaare reihum alle Gäste mit einer dunkelroten Rose als Tischschmuck. Unter den Ehrengästen waren neben den drei Bürgermeistern Anton Kerle, Josef Wiedmann und Wolfgang Graf auch Pater Michael sowie der ehemalige Priester im Pfarrverband, Pfarrer Clau Martin Bieler, der aus der Schweiz angereist war, um seinen Freund Dominik als Burschenballkönig zu erleben.

Was den Altomünsterer Burschenball so besonders macht, ist, dass hier alte Traditionen gepflegt und gelebt werden. Das zeigte sich beim Aufruf zur festlichen Polonaise. Hier steckten die Mädchen ihren Burschen die meist selbstbemalte Burschenballschleife an den Ärmel, ein Zeichen des Ledigenstandes. Die Ballkönige bekamen zwei Schleifen, auch Tanzmeister Oswald durfte sich von beiden Königinnen eine anstecken lassen.

Es war ein schmuckes Bild, das sich den Besuchern bot: die Burschen in ihren schwarzen Anzügen mit den wehenden Schleifen und die Mädchen mit farbenfrohen Ballkleidern mit wunderbaren kleinen Blumensträußen in der Hand.

Albert Reisner spielte die Polonaise auf und danach den Königswalzer, den die Königspaare mit Bravour und vielen Figuren meisterten. Hermann Well hatte den altbekannten Walzer zuvor mit viel Kreativität einstudiert

Bewunderung gab es für die Tanzpaare auch bei der Française. Dieser alte Gesellschaftstanz aus dem 19. Jahrhundert hat sich seine Tradition bewahrt und wurde von Gisela Bradl aufgespielt. Es waren eigene Figuren eingebaut, die sich deutlich von der Münchner Francaise unterscheiden. Die Burschen und Mädchen haben fleißig geprobt, „damit keiner mehr daneben tappt“, wie der Tanzmeister sagte. Es war eine komplizierte Choreographie mit vielen Abschnitten, Drehungen, und Partnerwechsel. Die Tanzpaare und die Zuschauer hatten Spaß dabei.

Damit war der offizielle Teil des Burschenballs vorbei und die jungen Leute konnten unbeschwert einen heiteren Ballabend genießen. Die Tanzband „Very Guad“ spielte klassische und moderne Tänze, ließ aber auch die nötigen Zwischenräume, um zu ratschen oder einen Abstecher in die Bar zu machen. Erst weit in den Morgenstunden gab es die letzte Tanzrunde. Danach waren wieder die Burschenballkönige gefragt: Wie es Tradition ist, ging es zu ihnen nach Hause zum Kaffeetrinken.

Am Sonntagnachmittag stand der Burschenballkönigsumzug auf dem Programm. Mit Musik, der Fahne voraus und begleitet von Burschen mit zwei Strohschärpen zogen die jungen Männer von Wirtschaft zu Wirtschaft und von Brauerei zu Brauerei. Zum Schluss gab es wieder ein Ritual: Die Schärpen wurden verbrannt. Das Ende eines schönen Balls – nicht nur für die Könige.

Gisela Huber

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