Klage wegen Freiheitsberaubung

Caritas-Mitarbeiterin zeigt Chefin an

Dachau - Angeklagt wegen Freiheitsberaubung war Martha K. (Namen geändert), eine Mitarbeiterin der Caritas in leitender Position. Ihr wurde vorgeworfen, die Pflegekraft Franziska L. in ein Zimmer eingesperrt zu haben.

Im Juni vergangenen Jahres war L. in das Zimmer ihrer Vorgesetzten gekommen, um mit ihr eine Dienständerung zu besprechen. „Ich habe ihr gesagt, dass ich keine Zeit habe, weil ich einen Termin habe“, erinnert sich K. Also verließ L. das Büro wieder – durch eine Verbindungstür, die in ein anderes Büro führt. Kurz darauf ging die Chefin ebenfalls, sie musste ja zu ihrem Termin. Ordnungsbewusst schloss sie die Verbindungstüre von innen ab.

Und damit wurde K. zur vermeintlichen Freiheitsberauberin. L. befand sich noch in dem Büro, zu dem die Chefin gerade die Türe zugesperrt hatte. Sie saß in der Falle. Oder glaubte das zumindest. Das Büro hatte aber noch eine zweite Tür – durch die Franziska L. ganz einfach hätte hinausspazieren können. „Man muss nur zwei Mal den Knopf drehen“, erklärte Martha K. Um von außen durch die Tür zu kommen, braucht es einen Chip, von innen ist das nicht nötig. „Das ist im Haus bekannt“, beteuerte K.

Unterstützung bekam sie von einer Zeugin, die einst die Schließanlage konzipiert hatte. „Man kann immer raus aus dem Büro“, sagte diese.

Stimmt nicht, beteuerte Franziska L. „Ich habe den Chip hingehalten und auch immer wieder gedreht. Es hat alles nicht funktioniert.“ Der Pförtner und das Sekretariat seien nicht erreichbar gewesen. Riesige Ängste habe sie gehabt: „Ich hatte Panik und schon Angst, dass ich aus dem Fenster springen muss.“

So weit kam es aber doch nicht. Denn nach einer Viertelstunde kehrte die Chefin zurück – und befreite L. aus der misslichen Lage. Doch statt Dankbarkeit gab es Vorwürfe. „Ich habe zuerst gedacht, sie macht einen Scherz“, erzählte K.

L. war es ernst. Sie verklagte K. wegen Freiheitsberaubung. Ohne Erfolg: Richter und Staatsanwältin waren sich einig, dass die Angeklagte die Mitarbeiterin nicht vorsätzlich festhalten wollte. Martha K. wurde freigesprochen. L. ist inzwischen von der Arbeit freigestellt, eine Kündigung steht im Raum.

cla

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